McLaren P1: Sitzprobe
Yellow-Strom für eine Million

Plug-in-Hybrid? Das verbindet wohl kaum jemand mit einem der schärfsten Supersportler des Jahres. Beim McLaren P1 trifft beides zu. Wir haben schon dringesessen.
- Jörg Maltzan
Es ist noch gar nicht so lange her, da wäre man mit einem Hybriden am Nürburgring, in Spa oder Monza einfach aus der Boxengasse getrieben worden. Doch die Zeiten haben sich geändert. In der Formel 1 zum Beispiel jagen Vettel und Co schon seit Jahren mit zusätzlicher Elektropower (KERS) nach WM-Titeln. Und auch die Sportwagenszene hat den Kick des Hybridantriebs inzwischen für sich entdeckt – allerdings nicht, weil das Öko-Gewissen plagt, sondern weil die Renner unter Strom einfach noch mehr Fahrspaß bieten. Nach Porsche und Ferrari hat jetzt auch McLaren einen Elektrosportwagen angekündigt, der gegen den 918 aus Zuffenhausen und die Italo-Diva LaFerrari konkurrieren will. Sein Name: P1. Schon jetzt hatte AUTO BILD Gelegenheit, den Starkstrom-Flitzer aus England zu begutachten.
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Normale Supersportler-Optik: Vorder- und Hinterwagen des Zweisitzers sind etwa gleich lang.
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Brachial: Der McLaren hat eine Systemleistung von 916 PS und stemmt satte 900 Nm Drehmoment.
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Und die Turbotechnik besitzt auch ihre guten Seiten. So erreicht der P1-Achtzylinder seine Höchstleistung mindestens 1000 Umdrehungen früher als Porsche 918 und LaFerrari. Das dürfte ihn im Zusammenspiel mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe vor allem im normalen Straßenverkehr ziviler, leichter fahrbar und damit angenehmer machen. Dafür spricht auch das intelligente Fahrwerk des McLaren. Neben den aktiven Dämpfern hat der P1 verstellbare Federn, die für jedes Rad einzeln über eine Hydropneumatik angesteuert werden. Außerdem hilft das gezielte Abbremsen des kurveninneren Hinterrads beim Einlenken in den Scheitelpunkt (Brake Steer), den Hightech-Sportler perfekt durch jede Biegung zu treiben. In der Formel 1 wurde diese Technik verboten.
Fahrbericht: Unterwegs im neuen Porsche 918 Spyder

Bereit für die Rennstrecke: Seine Aerodynamik presst den P1 mit bis zu 600 Kilo auf den Asphalt.
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Selbstverständlich gibt es im eiligen Engländer auch eine Launch-Funktion für einen waschechten Rennstart. Zusätzlich trägt der P1 auf seinem Lenkrad zwei magische Knöpfe. Einen blauen Schalter links und einen roten auf der rechten Seite, "Instant Power Assist System" (IPAS) und "Drag Reduction System" (DRS). Der erste liefert zusätzlichen Boost aus der E-Maschine bei vollem Leistungseinsatz, der zweite steuert die aktive Aerodynamik. Auch hier lässt die Formel 1 grüßen. Damit dürfte der P1 bestens gerüstet sein für Rennstrecken wie die Nordschleife, wo der Kampf um die Krone der Supersportwagen traditionell ausgetragen wird. Bis lang liegt aus der Elektrosportler-Zunft nur eine Zeit vor, die des Porsche-918-Prototyps: sieben Minuten und 14 Sekunden brachte er für die Grüne Hölle – mit stehendem Start. Porsche will aber noch schneller werden. Müssen sie auch. Denn sowohl McLaren (der P1 wird ab September 2013 ausgeliefert) als auch Ferrari haben angekündigt, die Sieben-Minuten-Schallmauer zu durchbrechen. Irre! Und womöglich werden die Hybriden in den Boxengassen demnächst den Ton angeben.
Technische Daten McLaren P1 V8-Mittelmotor, Biturbo • Hubraum 3799 cm³ • Leistung 542 kW (737 PS) bei 7500/min • max. Drehmoment 720 Nm bei 4000/min • E-Motor • 132 kW (179 PS) • 206 Nm • Systemleistung 674 kW (916 PS) • Hinterradantrieb • Siebengang-DSG • L/B/H 4588/1946/1188 mm • Leergewicht 1395 kg • 0–100 km/h unter 3 s • Spitze 350 km/h • Preis 1.070.000 Euro.
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