Melkus RS 2000 auf der IAA 2009
Der Osten kriegt Flügel

Melkus RS 2000 - die Wiedergeburt einer Ost-Legende. Der 270 PS starke Zweisitzer kommt mit Flügeltüren und ist handgefertigt - genau wie sein Vorgänger RS 1000, der vor 40 Jahren über die Straßen der DDR knatterte.
Reng-deng-deng. Als Sepp Melkus den 40 Jahre alten RS 1000 seines Opas aus der Halle fährt, weht mit der blauen Zweitaktfahne ein Hauch Ostalgie durch den Gewerbepark im Dresdner Vorort Weißig. Draußen läuft sich derweil schon die Zukunft warm. Gestatten: Melkus RS 2000. Geruchsneutral und leise. Aber handgefertigt und mit Flügeltüren. So wie damals. Galt der bis 1979 gebaute Vorgänger mit Wartburg-Technik als "Zonen-Ferrari", müsste man den Neuen "Sachsen-Lotus" taufen. Denn obwohl Sepp Melkus aus der Teile-Basis ein Geheimnis macht: Wer Augen im Kopf hat, erkennt rasch, dass unterm Kunststoffkleid ein Lotus Exige steckt. Dem Vierzylinder (von Toyota) presst Melkus per Kompressor 270 PS ab. 320 sollen es später bei der Rennvariante werden.
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Bild: Harald Almonat
Technische Daten Melkus RS 2000 Vierzylinder-Kompressor, Mitte quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1796 cm³ • Leistung 198 kW (270 PS) bei 7800/min • max. Drehmom. 260 Nm bei 6500/min • Hinterradantrieb • Sechsganggetriebe • L/B/H 3910/1777/1151 mm • 0–100 km/h 4,9 s • EU-Mix 9,8 l S/100 km • COπ 232 g/km • Spitze 250 km/h • Leergewicht 950 kg • Preis 107.500 Euro
Fazit
Mutig, mutig, Herr Melkus! Mitten in der Autokrise einen handgemachten Kleinseriensportler für Individualisten aufzulegen, muss man erst mal wagen. Im Osten der Republik ist der Name Melkus ein Mythos, gesamtdeutsch aber noch nicht. Der hohe Preis könnte zum Hindernis werden, trotzdem sagen wir: toi, toi, toi!
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