Mercedes C-Klasse (2014): Fahrbericht
So fährt die neue C-Klasse

Mercedes schickt die neue C-Klasse gegen BMW 3er und Audi A4 in den Ring. Der Agility-Control-Regler macht sie zur Sänfte oder zum Sportler. Fahrbericht!
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Vier Generationen, über acht Millionen Autos und 2013 mehr als 20 Prozent Anteil an der Firmenflotte – für Mercedes ist die C-Klasse ein richtig dickes Ding. Kein Wunder, dass die Schwaben für dieses Auto mal ein bisschen über ihren Schatten springen und bei der Entwicklung nicht ganz so sehr aufs Geld schauen: Ein Ambiente und eine Ausstattung fast wie in der S-Klasse soll die Konkurrenz auf Distanz halten, ein Design wie aus dem Jungbrunnen auch Kunden diesseits der Pensionsgrenze ansprechen und ein neues Fahrwerk dafür sorgen, dass der Spaß nicht mit dem Tempo nachlässt. Und ein bisschen größer wird der neue Hoffnungsträger natürlich auch.
Die C-Klasse hat mehrere Gesichter
Video: Mercedes C-Klasse (2014)
So kommt die neue C-Klasse

Im Abgang fast eine S-Klasse: Die Auspuffrohre sind auch bei den Vierzylindern recht imposant.
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Zum Start nur vier Zylinder

Zwei Sicken betonen die Seitenansicht. Das Heck wirkt so betrachtet etwas pummelig.
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Draußen schrill, innen still
Auch wenn es an den Papierwerten nichts auszusetzen gibt, fehlt den Vierzylindern in der Praxis das gewisse Etwas. Der Benziner klingt bisweilen ein wenig angestrengt und irritiert mit häufigem Rückschalten, was dem langen siebten Gang geschuldet ist. Und der Diesel macht aus seinen Verbrennungsgeräuschen keinen Hehl. Dass er draußen im Leerlauf meterweit zu hören ist, das mag dem Fahrer noch egal sein. Aber dass er sich auch drinnen bisweilen in den Vordergrund spielt, will so recht nicht zum Luxusanspruch der kleinen Limousine passen. Und ist trotzdem er genau darin begründet. Denn mit optimierter Dämmung und Feintuning bis hin zu Details wie dem Klacken des Blinkers ist die neue C-Klasse ist so leise, dass wahrscheinlich selbst ein stiller Stromer als Störenfried empfunden würde.
Langer Radstand für viel Platz
Groß sind aber nicht nur Anspruch und Erwartungen, auch das Auto ist deutlich gewachsen. Als erstes Modell auf der neuen Heckantriebs-Plattform von Mercedes konstruiert, geht die C-Klasse insgesamt um zehn und zwischen den Achsen um acht Zentimeter in die Länge und legt auch in der Breite um vier Zentimeter zu. Bei jetzt 4,69 Metern sitzt man vorn deshalb mindestens so gut wie in der E-Klasse. Und der Kofferraum fasst nun 480 Liter. Aber hinten verliert sich der Fortschritt genauso schnell wieder. Ja, Knie und Kopffreiheit sind in Ordnung, und trotz der stark eingezogenen C-Säule an dem im Windkanal rundgeschliffenen Heck ist auch für die Schultern noch genügend Platz. Doch sind die Sitze so ungünstig auf dem Boden montiert, dass man kaum die Füße darunter schieben und die neue Freiheit deshalb nur schwer genießen kann.
Innen fast eine S-Klasse

Innen mixt Mercedes die S- mit der A-Klasse, auf Wunsch gibt es ein Head-up-Display.
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Bis zu 20 Prozent weniger Verbrauch

Obendrein gibt es ein Touchpad auf die Mittelkonsole, das neben gefingerten Buchstaben auch Gesten wie Wischen oder Zoomen erkennen kann.
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Zum Start wird es für die C-Klasse neben den beiden 250er-Motoren noch mindestens drei weitere Diesel bis hinunter zum neuen 1,6-Liter mit 115 PS sowie vier Benziner von 156 bis 211 PS geben. Später folgen ein V6 mit 333 PS und das AMG-Modell, das auf über 500 PS taxiert wird. Außerdem stehen noch vor dem Winter die Allradvarianten bei den Händlern. Und natürlich wird die C-Klasse auch elektrifiziert: Noch in diesem Jahr mit einem C 300 Hybrid, der 3,6 Liter Diesel braucht, und vermutlich 2015 mit einem Plug-in-Hybriden, der dann auch rein elektrisch richtig Meter macht und als global zu vermarktendes Modell natürlich ansonsten Benzin tankt.
Ein Van ist in der Pipeline
Aber nicht nur unter der Haube setzt Mercedes auf Vielfalt. Auch die Blechner haben mit der C-Klasse viel vor: Für die Europäer gibt es natürlich wieder einen Kombi, der wohl noch im Herbst 2014 seinen Einstand gibt. Die Chinesen bekommen eine Langversion, für den Rest der Welt gibt es wieder ein Coupé, und ein Cabrio wird zumindest nicht ausgeschlossen. Außerdem kommt schon im nächsten Jahr auf C-Klasse-Basis ein neuer GLK, und wenn die Gerüchte stimmen, könnte es erstmals auch einen C-Klasse-Van geben. Der Konkurrenz mindestens um eine halbe Klasse voraus – dieser Anspruch gilt fürs Design genauso wie für Ambiente und Ausstattung, für die Effizienz und in seiner breiten Spritzung sicher auch für das Fahrverhalten. Doch ein gutes Stück voraus ist die C-Klasse auch beim Preis. Der steigt zwar mit dem Generationswechsel nur um moderate 250 Euro, sodass der C 180 jetzt bei 33.558 Euro startet. Doch der Dreier beginnt mit kaum weniger Leistung 4000 Euro darunter und für einen noch etwas schwächeren A4 muss man nur 28.100 Euro bezahlen. Baureihen-Chef Michael Krämer ist trotzdem überzeugt, dass die neue C-Klasse das Spiel der Kräfte in der Mittelklasse tatsächlich verändern kann und hat diesen Auftrag in großen Lettern hinter seinen Schreibtisch gehängt: "Jetzt oder nie."
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