Mercedes F800 Style: Fahrbericht
Der Mercedes von morgen

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F800 Style nennt Mercedes den Ausblick auf die künftige Mittelklasse. Futuristisches Design, komfortsteigernde Assistenten und Hybridantrieb lassen auf eine spannende Zukunft hoffen. AUTO BILD war im Prototyp unterwegs.
Bild: Bernd Hanselmann
Mercedes öffnet die Türen zur Zukunft. Und was gibt es zu sehen? Ein atemberaubendes Panorama. Ja, wirklich: Wenn die Pforten des F800 Style auf sind, liegt dem Betrachter gleich der gesamte Innenraum vor seinen Augen. Kein Pfosten trübt die Aussicht, und was sich darbietet, erinnert schwer an ein Raumschiff. Zumindest aber an eine hypermoderne Wohnlandschaft mit Designergarnitur. Vier schlanke Sitze, breite, durchgestylte Mittelkonsole, elegante Bildschirme an Metallstielen, viel Licht. Einsteigen ist ein Vergnügen, schon wegen der Fondtüren, die auf Knopfdruck nach hinten gleiten. Innen umschmeicheln den Passagier helles Leder, Aluminium, Edelplastik und geschwungene Paneele mit Holzfurnier, die zu schweben scheinen.
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Bild: Werk
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Der Vorführ-F800 verfügt über den Hybridantrieb mit extrastarkem Elektromotor (109 PS) und Plug-in-Technik (die Batterien können an der Steckdose aufgeladen werden). Im Moment begnügt er sich aber mit dem V6-Benziner, der hier 300 PS abgibt. Wie der Hybrid fahren würde, zeigt uns eine entsprechend motorisierte S-Klasse. Doch die Mission des Forschungsautos geht weiter: Flexibel sein für alle Antriebsarten, lautet der Auftrag. Folglich auch für den Elektroantrieb mit eigenem Kraftwerk. Dann würde vorn unter der Haube kein Verbrennungsmotor stecken, sondern eine Brennstoffzelle. Mit Wasserstoff, den Tanks in Wagenmitte lagern (daher der breite Tunnel), erzeugt sie Strom, der den hinten eingebauten Elektromotor versorgt. Ergebnis: 136 PS und aus dem Auspuff nichts als Wasserdampf.

Bild: Bernd Hanselmann
Auf den ersten Blick ist der Hybridantrieb keine Sensation. Vorn arbeitet ein 3,5-Liter-V6 mit Direkteinspritzung. In der Getriebeglocke, wo sonst der Drehmomentwandler haust, steckt der Elektromotor. Es folgt die gewohnte Siebenstufenautomatik, und unter dem Rücksitz ruht eine Zehn-Kilowattstunden-Batterie. So weit gleicht das Ganze dem handelsüblichen S 400 Hybrid. Und doch markiert die hier realisierte Lösung einen deutlichen Fortschritt: Statt kümmerlicher 20 PS steuert der Elektromotor starke 109 PS bei, viel mehr mithin als bei Hybridantrieben üblich.
Neuerung Nummer zwei: Die Batterie kann auch an der Steckdose aufgeladen werden ("Plug-in"), bei 230 Volt dauert das etwa sieben Stunden. Der Strom reicht dann bei rein elektrischer Fahrt für rund 30 Kilometer – für viele Besitzer genug, um etwa zum Arbeitsplatz zu kommen. Wir haben den neuen Hybrid in einer S-Klasse ausprobiert: verblüffend der kraftvolle Antritt bei ausschließlicher Elektrotraktion. Bei normalem Stadttempo fällt es leicht, mit dem Gaspedal unter jener Schwelle zu bleiben, bei der sich der Benziner einschaltet. Wenn erwünscht, sind rein elektrisch 120 km/h erreichbar. Beachtlich überdies die Beschleunigung bei Vollgas, wenn bei vereinten Kräften bis zu 409 PS anliegen. Noch nicht perfekt dagegen die ruckhaften Übergänge – da ist bis zum Serieneinsatz in der neuen S-Klasse noch Feinarbeit nötig.
Fazit
Natürlich kann der F800 nicht eins zu eins in Serie gehen. Dazu ist er viel zu handgestrickt, zu teuer und auch zu versponnen. Aber er zeigt uns deutlich, wohin bei Mercedes die Reise geht: flexible Plattformen für unterschiedliche Antriebe, ein schwungvolleres Design, auch im Innenraum, neue Bediensysteme und komfortsteigernde Assistenten. Klar auch: Hybridantriebe, bei denen der Elektropart eine bedeutendere Rolle übernimmt, stehen bei Mercedes schon in den Startlöchern. Schöne Aussichten also.
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