Mercedes GLC 450 d: Test
SUV mit Hochbegabung: Mercedes GLC 450 d im ersten Test nach Punkten
Mercedes GLC 450 d im Test
Im neuen Mercedes GLC 450 d stecken viel Kraft und ein Hauch Hybrid. Was das Stuttgarter SUV sonst noch zu bieten hat, klärt der AUTO BILD-Test.
Bild: AUTO BILD
Profan auf einen Nenner gebracht: alles wie immer. Im GLC 450 d erkennt man sofort das Unprätentiöse vieler Mercedes. Er sieht auch in seinem 2024er Schliff wohlbekannt aus, er passt proportional und über seine Gesamtmaße wie die Faust aufs Auge in die Welt der edleren deutschen SUV.
Laaangweilig? Ganz und gar nicht. Am 450er ist alles anders. Und besser. Wir behaupten einfach mal: Kein aktuelles SUV kann ihm in seiner Universalität, seinen Manieren, seinem Fahrkönnen, seinem Komfort oder auch seiner Lässigkeit das Wasser reichen. Klar, es gibt den knackigeren Porsche Macan, den stärkeren BMW X3 M, den günstigeren Audi Q5 2.0. Nennen wir es deren Inselbegabung.
Das Rüstzeug des GLC ist sehr gut
Im 450er stecken dagegen seltene Hochintelligenz technische Professur und weise Allgemeinbildung – homogen vermischt und in ein strammes Blechpaket gestopft. Doch genug geschwärmt, hier unsere stichhaltige Begründung: Zuallererst taugt die Basis. Im GLC 450 d steckt nämlich grundsätzlich bestes technisches Antriebsrüstzeug.

Viel technisches Talent: Im GLC 450 d vermischen sich Sechszylinder-Diesel, Neunstufen-Automatk und Allrad zu einem äußerst souveränen Antriebs-Trio.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD
Eine Neunstufenautomatik, der variable Allradantrieb 4Matic und der Reihensechszylinder-Diesel vermischen sich zum souveränen Kraftgemenge. Darüber hinaus steht der GLC auf höhen- und härteverstellbaren Airmatic-Federelementen, beruhigt Schwingungen per Adaptivdämpfung, kurvt dank Hinterradlenkung unaufgeregt-sicher, rollt auf mindestens 19 Zoll großen Rädern mit viel Grip.
Fahrzeugdaten
Modell | Mercedes GLC 450 d 4Matic |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | R6, Biturbo, Mildhybrid |
Einbaulage | vorn längs |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Kette |
Hubraum | 2989 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 270 + 17 (367 + 23)/4000 |
Nm bei 1/min | 750/1350 |
Vmax | 250 km/h |
Getriebe | Neunstufenautomatik |
Antrieb | Allradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 235/55-255/50 R 19 Y |
Reifentyp | Bridgestone Turanza T005 |
Radgröße | 8–9 x 19" |
Abgas CO2 | 179 g/km |
Verbrauch* | 6,8 l |
Tankinhalt | 62 l |
Kraftstoffsorte | Diesel |
SCR-Kat/AdBlue-Tankinhalt | S/24 l |
Vorbeifahrgeräusch | 70 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 2500/750 kg |
Stützlast | 100 kg |
Kofferraumvolumen | 620–1680 l |
Länge/Breite/Höhe | 4716/1890–2075**/1640 mm |
Radstand | 2888 mm |
Grundpreis | 78.195 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 91.463 Euro |
Ein winziges, vielleicht pizza-großes Detail vervollständigt und perfektioniert dann das Ganze: Mercedes montiert eine E-Maschine mit 48-Volt-Spannungsbogen an die Kurbelwelle des Dreiliters.
Mildhybrid macht Diesel zum Sahnestück
Dieser integrierte Startergenerator glättet in unterstützender Funktion sämtliche Unebenheiten einer aufgeladenen Dieselmaschine: Turboloch? Weggestromt. Anfahrschwäche? Überbrückt. Kraftlos im Keller? Heben die 23 Zusatz-PS beziehungsweise 180 Newtonmeter des E-Motors zuverlässig ins Erdgeschoss.

Herzstück im wahrsten Sinne: Der Dreiliter-Sechszylinder mit 750 Nm Drehmoment kann sparsam wie ein Spatz, liefert Kraft wie ein Stier.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD
Elektro- und Dieselkraft arbeiten hier bestens verzahnt miteinander. Dem GLC stehen letztlich 750 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Das reicht für elastische, von dezentem Knurren untermalte Durchzugsorgien, Sprints in 4,9 Sekunden (gemessen) auf Tempo 100 und beiläufig-mühelose 250 km/h Spitzengeschwindigkeit.
Gleichzeitig kann der GLC auch richtig sparsam. Eine Fünf vor dem Komma ist dank der niedrig sortierten Drehzahlen und des Segelmodus möglich, selbst im Test-Mix trinkt das starke SUV nur 7,7 l/100 km.
Fahrwerk lässt keine Wünsch offen
So breit gefächert wie seinen Antrieb haben wir auch sein Fahrwesen wahrgenommen. Die Hinterradlenkung erlaubt unter elf Meter kleine Wenderadien, handliches Abbiegen, schnelle Richtungswechsel oder (mit bis zu 4,5 Grad Schwenkbereich gleichläufig zu den Vorderrädern) sauberes Ausweichverhalten bei hohen Geschwindigkeiten gleichermaßen.

Erstaunlich wendig: Dank Hinterachslenkung geht der 4,72 Meter lange GLC gut ums Eck. Und auch im Komfortkapitel kann er punkten.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD
Der Federungskomfort ist nahezu perfekt, derbe Wellen wiegt das Auto geschmeidig aus, auf kurz-kantige Unebenheiten spricht das Fahrwerk angenehm sensibel an. Selbst die großen Räder schaffen es, kleine Unebenheiten in unerwartet nachgiebigen Flanken aufzusaugen. Fahrer und Beifahrer sitzen zudem hervorragend, genießen das insgesamt niedrige Geräuschniveau und erstklassige Beschallung über die Burmester-3D-Audioanlage.
Riesenspektrum an Assistenzsystemen
Der Fahrer hat zusätzlichen Spaß. Denn das Auto lenkt mit genügend Freiraum um die Mittellage und schnellem Ansprechen für verbindliches Kurshalten ein. Der GLC kann in der Folge mit hohem Tempo unter fingerspitzer Führung gen Horizont rauschen oder fein und präzise an der Fahrbahnmarkierung entlangschnüffeln. Kurz: Das Ding fährt für ein SUV herausragend verbindlich und fehlerfrei, bereitet trotz fülliger Maße einfach Laune in jeder Lage.

Talentierte Elektronik: Die Assistenzsysteme des Mercedes GLC arbeiten so fein, wie es ein geübter Fahrer schaffen würde.
Bild: Michael Nehrmann / AUTO BILD
Gleiches gilt auch für das riesige Spektrum an Assistenz und Komfortelektronik. Die sehr intelligente Sprachbedienung zum Beispiel trifft auf ein übersichtlich gestaltetes Menükonzept im Multimediabereich. Die Fahrassistenz arbeitet hellwach, ohne je mit Fehlalarm zu stressen, Abstandsregelungen übernimmt der Mercedes so, wie es ein geübter Fahrer tun würde. Die Lenkkorrekturen im autonomen Spurhaltebetrieb fallen zudem außerordentlich sensibel und zielführend aus.
Wertung
Modell | Mercedes GLC 450 d 4Matic |
|---|---|
Karosserie | Gutes Platzangebot, großer Kofferraum. Klassengemäße 2,5 Tonnen Anhängelast. |
4/5 Punkten | |
Antrieb | Stark und schnell, gleichzeitig kann der GLC sparsam. Feinfühliger Mix aus R6-Diesel und E-Maschine. |
4,5/5 Punkten | |
Fahrdynamik | Dank Hinterachslenkung agil und souverän gleichermaßen, enorm sicheres Ausweichverhalten. |
4/5 Punkten | |
Connected Car | Hohes Ausstattungsniveau, Sprachbedienung, Audioqualität und Online-Vernetzung auf Beststand. |
5/5 Punkten | |
Umwelt | Mit zwei Tonnen Leermasse ein schweres Auto. Außer 48-Volt-ISG keine Elektrifizierung. |
2/5 Punkten | |
Komfort | Leise, komfortabel gefedert, vollständig ausgestattet. Hohes Assistenzniveau, bequeme Sitze. |
4,5/5 Punkten | |
Kosten | Hoher Kaufpreis, Wartung kostet, die Versicherungseinstufung ist überdurchschnittlich schlecht. |
1/5 Punkten | |
AUTO BILD-Testnote | 2- |
Ein weiteres Beispiel für vorbildliche Fahrassistenz: Im Rahmen der optionalen Digital-Light-Funktion mit Projektionsmöglichkeit "strahlt" das Licht zum Beispiel vor Baustellen als Warnung ein Symbol (hier: Bagger) kurz vor dem Auto auf die Fahrbahn, führt danach über einen zusätzlich ausgestrahlten Breitenkorridor durch die enge Spur. Wir meinen: Besser geht's nicht, sicherer auch nicht.
Testwagenpreis über 90.000 Euro
Schade: Dieses sensationelle Licht gibt es wie andere Sicherheitsextras zum Beispiel in der höheren Paketlinie AMG Premium – was den Preis um fast 9600 Euro anhebt. Das Ganze kommt dann ja noch zum ohnehin deftigen Einstiegspreis von 78.195 Euro dazu. Den Testwagen mit AMG Line Premium, Technik-Paket und Sportreifen müsste man tatsächlich mit 91.463 Euro bezahlen. Auf einen Nenner gebracht: aua!
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