MG4 mit Feststoffakku erhält Zulassung
Wann kommt der MG4 mit neuartiger Festkörper-Batterie?

Bild: MG
Ein weiterer Schritt zur Akku-Zukunft: Der Hersteller MG, seit 2007 eine Marke des chinesischen Autoriesen SAIC, hat jetzt die offizielle Zulassung für seinen Semi-Feststoffzellen-Akku in einem Elektroauto in China erhalten. Damit kann der kompakte MG4, Konkurrent vom VW ID.3, erstmals mit der neuen Batterietechnik ausgestattet werden.
Seit wenigen Wochen sind Vorbestellungen auf dem Heimatmarkt möglich. Und zwar Blindbuchungen: MG hat noch keinen Preis mitgeteilt. Aber MG-Markenmanager Chen Cui kündigte eine "sehr wettbewerbsfähige Preisgestaltung" an – konkret soll der 4,39 Meter lange MG4 unter dem bisherigen Preisbrecher BYD Dolphin positioniert werden, der in China weniger als 9500 Euro kostet. Technische Daten der Batterie hat MG noch nicht bekannt gegeben.
MG4: Halbfeststoff-Akku statt Flüssig-Elektrolyt
Festkörperbatterien gelten als Meilenstein der Elektromobilität, weil sie deutlich robuster und sicherer sind. Außerdem verlieren sie, anders als konventionelle Lithium-Ionen-Akkus, bei niedrigen Temperaturen weniger Kapazität. Auch sind schnellere Ladezeiten und eine höhere Energiedichte erreichbar.
Hersteller wie Mercedes und BMW arbeiten seit Jahren an der Serienreife von Festkörperbatterien. MG ist jetzt in Führung gegangen – allerdings handelt es sich um die Akkus im MG4 lediglich um Halbfeststoffbatterien. Dennoch stellt ihre Markteinführung einen wichtigen Schritt dar, denn Halbfeststoff-Akkus gelten als Übergangstechnologie zum Feststoffakku.
Um welche Akku-Technologie handelt es sich?
Während beim Feststoffakku der Elektrolyt, die leitfähige Schicht zwischen den beiden Elektroden, aus festem Material besteht, muss beim halbfesten Akku neben festem auch flüssiger Elektrolyt verbleiben, um die Leitfähigkeit zu gewährleisten. Damit sind einige Eigenschaften (Sicherheit, Temperatur-Beständigkeit) besser als beim konventionellen Akku, aber nicht so überlegen wie bei der Feststoffbatterie.
So ist zwar eine höhere Energiedichte als beim Akku mit Flüssig-Elektrolyt erreichbar, doch nicht vergleichbar mit dem reinen Festkörperakku. Auch in vielen anderen Eigenschaften liegen Semi-Solid-State-Batterien zwischen konventionellen Stromspeichern und Feststoffakkus. Auch bei einer halbfesten Batterie können die flüssigen Bestandteile auslaufen, in Brand geraten oder zu Korrosion führen. Da es sich indes um erheblich geringere Mengen handelt, ist auch das Risiko viel geringer.
Was wird der Feststoffakku-MG in Europa kosten?
Ob MG den MG4 mit dem neuen Akku zu ähnlichen Preisen auch nach Europa bringt, bleibt offen. In China tobt derzeit ein Preiskrieg bei neuen E-Autos, der die Preise extrem drückt. Die EU hat im Herbst 2024 hohe Strafzölle für Neuwagen aus China eingeführt.
Dem lag der Vorwurf zugrunde, dass die Volksrepublik die Produkte durch zahlreiche versteckte Subventionen künstlich verbilligt. Die "Antidumpingmaßnahmen" der EU sollen zunächst fünf Jahre gültig sein.
Fazit
Mit dem MG4 mit Feststoffakku bringt der Hersteller also nicht nur Spitzentechnologie in die Großserie, sondern senkt die Einstiegshürde für Elektroautos noch einmal drastisch. In Deutschland dürfte der Preis zwar höher ausfallen – aber der MG4 zeigt: Die nächste Stufe der Elektromobilität ist längst gezündet.
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