Mehrere deutsche Hersteller setzen sich gegen die Strafzölle auf Elektroautos aus China zur Wehr. Neben BMW geht nun auch Mercedes dagegen vor: Der Premiumhersteller klagt gegen die EU-Zölle auf Elektroautos, die nach Europa importiert werden.
Warum Mercedes? Die Stuttgarter sind über ein Joint Venture mit dem chinesischen Hersteller Geely verpartnert. Geely stellt unter anderem Fahrzeuge der E-Auto-Marke Smart mit den Baureihen #1, #3 und #5 her. Die Smart-Modelle werden in China für den europäischen Markt gefertigt.

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3,5 Kilogramm
3,01 Kilogramm
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2,4 Kilogramm
2,87 kg
4,79 Kilogramm
1,85 Kilogramm
2,73 Kilogramm
22 Kilowatt
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11 Kilowatt
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32 Ampere
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3-phasig
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    • Nur nach IP20 geschützt
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    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    • Nur Spritzwasserschutz (IP44)
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    Die Strafzölle in Höhe zwischen 17,0 und 35,3 Prozent werden zu den regulären Abgaben von zehn Prozent addiert. Der Zollaufschlag auf Smart liegt bei knapp 19 Prozent. Die deutsche Autoindustrie lehnt die Zölle aus zweierlei Gründen ab: Die Autoindustrie ist international verzahnt, einige Hersteller sind mit chinesischen Firmen verbandelt (Mercedes/Geely) oder produzieren in China für den europäischen Markt (BMW/Mini). Auch befürchtet die Industrie Gegenmaßnahmen Chinas, die die deutschen Autoexporte nach China verteuern könnten.
    Zuletzt reichten BMW und Tesla eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof ein. Mehrere chinesische Autohersteller, darunter BYD, Geely, SAIC sowie der Dachverband der chinesischen Autoexporteure CCCME, gingen ebenfalls kürzlich diesen Schritt.
    Tesla reichte am 22. Januar 2025 seine Beschwerde bei der zuständigen Kammer des EU-Gerichtshofs ein. Auch der chinesische Hersteller SAIC, der mit dem Höchstsatz von 35,3 Prozent belegt wurde, rief den Europäischen Gerichtshof an: SAIC beschwerte sich darüber, dass die EU-Kommission bei der Festsetzung der Zollhöhe nicht auf die Argumentation des Herstellers eingegangen sei.

    Wie begründet die EU die Strafzölle?

    Mit den Strafzöllen greift die EU massiv in den Autohandel zum Schutz der europäischen Autoindustrie ein. Eine EU-Untersuchung hatte ergeben, dass die chinesischen E-Auto-Hersteller merklich von unfairen Subventionen profitieren: Deren E-Autos würden für den europäischen Markt künstlich vergünstigt, indem der chinesische Staat heimischen Unternehmen zinsgünstige Kredite, niedrige Steuersätze, günstige Immobilien und viele weitere Vorteile zuschanzt. Summa summarum geht die EU davon aus, dass Fahrzeuge aus China dadurch einen Preisvorteil von 20 Prozent genießen gegenüber Autos, die ohne Subventionen angeboten werden. Die Europäer wollen mit den Zöllen langfristig die Zukunft der europäischen Autoindustrie sichern.
    Zuletzt hatte die Europäische Union die angekündigten Strafzölle in Kraft gesetzt: Seit Ende Oktober 2024 gelten zusätzliche Einfuhrzölle zwischen 17,0 Prozent für BYD und 35,3 Prozent für SAIC, der letztere Wert ist der Höchstsatz. Diese Zölle kommen zum generellen Zollsatz von 10 Prozent hinzu. Firmen, die mit der EU zusammenarbeiten, werden mit 21,3 Prozent belastet, unkooperative Unternehmen mit dem Höchstsatz. Die zusätzlichen Abgaben sollen fünf Jahre lang gelten. Aus Deutschland kam lautstarke Kritik an der Regelung.

    Deutsche Autohersteller betroffen, die in China produzieren

    Betroffen sind auch deutsche Autobauer, denn sie stellen in China Autos für den Export nach Europa her – darunter BMW mit dem E-Mini, Volkswagen mit dem Cupra Tavascan und nun auch Mercedes/Geely mit Smart. Die deutschen Autohersteller sind daher vehement gegen Strafzölle. Sie fürchten zudem Vergeltungsmaßnahmen aus China, die ihre Geschäfte auf dem wichtigen Absatzmarkt beeinträchtigen könnten. Die Bundesregierung stimmte gegen die Strafzölle.

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    Wie viel Prozent Preisaufschlag bedeuten die Strafzölle?

    Am 20. August 2024 senkte die EU-Kommission die geplanten Strafzölle, vorwiegend für Modelle der Hersteller Geely und SAIC, aber auch für andere Marken, die in China Autos bauen und nach Europa exportieren. Addiert um die üblichen zehn Prozent an Zoll verteuert der Höchstsatz den Aufschlag mit 45,3 Prozent die betroffenen Modelle um die Hälfte. Zum Vergleich: Seit dem 27. September 2024 schlagen die USA gleich 100 Prozent Einfuhrzoll auf E-Autos aus China auf.

    Werden die Strafzölle an die Autokäufer weitergegeben?

    Ob die E-Auto-Strafzölle auf Autos aus China an Autokäufer weitergegeben werden, ist noch völlig unklar. Fest steht: Wenn sie nicht an Käufer weitergereicht werden, müssen die Autohersteller sie aus eigener Tasche zahlen. Die Preiskalkulation der Autohersteller ist kein transparenter Vorgang, sie hängt vom individuellen Rabatt an Autokäufer, Flottenbesteller und vom Angebotsmix des Herstellers ab. Wenn ein Hersteller E-Autos, Hybride und Verbrenner im Angebot hat, kann er versucht sein, den Aufschlag auf andere Modellvarianten umzulegen, damit die Modellpreise für E-Autos nicht zu sehr ansteigen.

    Um wie viel wurden Tesla-Modelle aus China teurer?

    Seit der Preiserhöhung im Juli 2024 kostet der Tesla Model 3, der unter anderem im Werk Shanghai gebaut wird, 1500 Euro mehr. Für das Basismodell des Model 3 mit Hinterradantrieb werden mindestens 42.490 Euro fällig, die Ausführung "Maximum Range" gibt es ab 51.490 Euro, den Typ "Performance" für 58.490 Euro. Ob die Preiserhöhung im Zusammenhang mit dem Strafzoll steht, ist offen. Der individuelle EU-Zoll für Tesla-Fahrzeuge, die in China gebaut werden, wurde auf 7,8 Prozent festgesetzt.

    Ist auch der Tesla Model Y von Strafzöllen betroffen?

    Die Strafzölle werden den Tesla Model Y in Deutschland nicht verteuern, denn die Fahrzeuge für den deutschen (und europäischen) Markt werden im brandenburgischen Werk Grünheide südlich von Berlin gefertigt.

    Dieser Strafzoll soll für Geely gelten

    Der für Geely vorgesehene Einfuhrzoll sinkt von 19,9 auf 19,3 Prozent, der Mercedes-Partner produziert unter anderem die E-Autos Smart #1 und Smart #3 sowie den Volvo EX30.

    Was soll BYD zahlen?

    Der auf E-Autos von BYD ("Build your Dreams") verhängte Strafzoll beträgt 17,0 Prozent.

    Wie hoch ist der Strafzoll für SAIC?

    Für SAIC beträgt der EU-Zoll 35,3 Prozent. Dieser Höchstsatz fällt an, wenn ein Hersteller als "nicht kooperativ" eingestuft wird. SAIC baut den in Deutschland populären MG4, der in Konkurrenz zum ID.3 steht. Von dem Auto aus China kamen laut Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts zwischen Januar und September 2024 insgesamt 11.013 Neuwagen auf die Straße.
    MG4 Electric
    Der Konzern SAIC baut den beliebten MG4. Er ist eines der Modelle, die in China gebaut und nach Europa ausgeführt werden.
    Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

    Wie hoch die Zolllast auf E-Minis ausfällt

    Die Firma Spotlight Automotive, ein Gemeinschaftsunternehmen von BMW und Great Wall Motors in China, baut den elektrischen Mini: Das Joint Venture wurde zuletzt in den Kreis kooperierender Unternehmen aufgenommen und wird daher mit 21,3 Prozent Zollsatz belastet.

    Wird der Cupra Tavascan belastet?

    Offen ist, wie das Elektro-SUV Cupra Tavascan verzollt wird. Das Modell ist erst seit Mitte 2024 auf dem Markt, eine Preiserhöhung käme zur Unzeit.

    Was bedeuten die Strafzölle für Dacia?

    Nach dem Modellwechsel beim Dacia Spring dürften die EU-Strafzölle auch das derzeit günstigste Elektroauto auf dem europäischen Markt treffen. Doch Renault-Tochter Dacia garantiert den alten Preis, sodass die Strafzölle für Spring-Käufer nicht sichtbar werden. "Es bleibt alles beim Alten", so ein Dacia-Sprecher gegenüber AUTO BILD. Der Dacia Spring bleibt also bei einem Preis ab 16.900 Euro der Preisbrecher.
    BMW iX3
    Der BMW iX3 wird in China gebaut, doch die Anzahl der nach Europa exportierten Exemplare ist vergleichsweise gering.
    Bild: F. Roschki

    Mit welchem EU-Strafzoll muss BMW rechnen?

    BMW baut in Shenyang das E-SUV iX3, damit sind bei einer Einführung der Zusatzzölle 21,3 Prozent Aufschlag fällig. Doch für den bayerischen Hersteller sind die Strafzölle keine existenzielle Bedrohung: Das Modell läuft 2025 aus, der Nachfolger soll unter anderem im ungarischen Werk Debrecen gefertigt werden.

    Wie geht es jetzt weiter?

    Meist ist der Ablauf so, dass nun die EU binnen zwei Monaten eine Antwort auf die Beschwerde formulieren muss. Das komplette Beschwerdeverfahren kann bis zu 18 Monate dauern. Auch die chinesische Regierung hat Widerstand angekündigt. Das Land ist mit den Strafzöllen "weder einverstanden noch akzeptiert es sie". China reichte bereits Beschwerde im Rahmen des Streitbeilegungsmechanismus der Welthandelsorganisation (WTO) ein – Ausgang offen. Auf technischer Ebene laufen die Gespräche nun weiter.
    Erste Gegenmaßnahmen hat China auch ergriffen. Paradoxerweise könnte Deutschland davon profitieren: Demnach sollen chinesische Hersteller, die in Europa Werke betreiben oder planen, ihre Investitionen nach Möglichkeit umschichten. Die chinesische Regierung habe Insidern zufolge heimische Unternehmen angewiesen, EU-Staaten zu bevorzugen, die gegen die Strafzölle gestimmt hatten. Neben Deutschland stimmten Ungarn, Malta, die Slowakei und Slowenien gegen die zusätzlichen Zölle.