Mini hat was Neues: den Aceman. Ob die Mini-Fans darauf gewartet haben, ein neues E-Auto zu bekommen, wird sich ­zeigen, aber der knapp vier Meter lange Crossover reiht sich in Form und Größe ziemlich exakt zwischen Cooper und Countryman ein.
Und so hat er von beiden Geschwistern etwas mit­gebracht. Die verplankten Radhäuser, die Dachreling und die große Klappe am Heck vom Countryman, die putzige Front und die Schein­werfer vom Cooper.

Im Innenraum geht es eng zu

Vom Cooper scheint der Aceman gefühlt auch die Größe geerbt zu haben. Im Innenraum geht es in der ersten Reihe trotz 1,75 Meter Fahrzeugbreite recht beengt zu.
Mini Aceman
Trotz seiner Größe bietet der Mini Aceman selbst auf den Vordersitzen nicht viel Platz.
Bild: BMW/Fabian Kirchbauer
Die Türinnenverkleidung ist etwas ausladend. Die ­Mittelarmlehne kann nicht verschoben oder eingeklappt werden und ist am Ende beim Go-Kart-Feeling, also bei schnellen Lenkbewegungen, dem Ellbogen im Weg. Hinzu kommen erstaunlich kleine Staufächer in den Türen und eine sehr schmale Mittelkonsole.

Mini Aceman in zwei Leistungsstufen

Aber: Mini verspricht auch für seinen Neuzugang das ganz eigene Mini-Fahrgefühl. Wie beim Cooper werden zwei Leistungsstufen angeboten: eine mit 184 PS im Mini Aceman E und eine mit 218 PS im SE. Die von uns ­gefahrene stärkere SE-Variante hat mit dem 1,7 Tonnen schweren Aceman absolut kein Problem.
Mini Aceman
Beim Blick aufs Heck lässt der Countryman grüßen.
Bild: BMW/ Bernhard Filser
In 7,1 Sekunden ist ohne Zugkraftunterbrechung durch ein Getriebe Tempo 100 erreicht, und in der Spitze sind 170 km/h drin. Ja, da wünscht sich der Mini-Fahrer mehr, aber das schon erwähnte spaßige Gokart-Feeling beginnt deutlich unterhalb der Vmax.
Mini Aceman
Das Cockpit zitiert auf moderne Art den Classic Mini von Sir Alec Issigonis.
Bild: BMW/ Bernhard Filser
Um dem Ganzen den richtigen Kick zu geben, hat Mini den Aceman mit vier Fahrmodi bedacht. Einer ­davon nennt sich deshalb schlicht Gokart, er strafft das Dämpfungssystem mit hoch vorgespannten Stabilisatoren. Was nicht nur die Lenkpräzision, sondern auch die Wankabstützung verbessert und so das Lebendgewicht in schnell gefahrenen Kurven ausgezeichnet im Griff hat.
Motor
E-Motor
Antrieb
Frontantrieb
Leistung
160 kW (218 PS)
Max. Drehmoment
330 Nm
L/B/H
4079/1754/1514 mm
Leergewicht
1710 kg
Kofferraum
300–1005 l
0–100 km/h
7,1 s
Höchstgeschw.
170 km/h
Verbrauch
14,0 kWh/100 km
Reichweite
410 km (WLTP)
Akkukapazität
54,2 kWh
Ladeleistung
95 kW (DC)
Ladedauer
30 Min. (10-80 %)
Preis
ab 34.150 Euro
Hinzu kommen gut dosier­bare Bremsen, die im Ernstfall auch mal hart zubeißen können. Einzig das ESP regelt selbst in der geringsten Stufe recht früh. Die Fronträder kratzen beim schnellen Antritt zwar kurz am Asphalt, werden dann aber ­rigoros zur Räson gebracht. Das schafft ein sicheres Gefühl, nimmt aber ein bisschen den Spaß.
Mini Aceman
Gut ausgeformte Sportsitze für Fahrer und Beifahrer, wenig Kniefreiheit im Fond.
Bild: BMW/ Bernhard Filser
Hinderlich können bei schnellen Lenkwechseln am Ende nur die schon erwähnte Armlehne und die Türinnenverkleidungen werden, an denen sich die Ellbogen gern mal stoßen. Nicht stoßen muss man sich am griffigen Sportlenkrad oder gar an den Sportsitzen, die ausgezeichneten Seitenhalt bis in den oberen Rücken bieten.

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Wer es mal nicht sportlich, sondern komfortabel angehen will, der schaltet das Fahrprogramm "Core" ein, das synonym für Komfort steht – oder er stimmt seine Vorlieben im Programm "Personal" ab. Mehr Reichweite wird der Pilot wahrscheinlich mit dem Programm "Green" rausholen. Denn mit seiner 54,2 kWh (brutto) fassenden Hochvoltbatterie, die übrigens wie die gesamte Elektroarchitektur von Great Wall Motor (GWM) stammt und genauso im Ora Funky Cat verbaut ist, sind laut WLTP 410 Kilometer drin.
Mini Aceman
Drei verschiedene Modi gibt es für das Tagfahrlicht der Frontscheinwerfer. Die Radgrößen reichen von 17 bis optional 20 Zoll. Der Union Jack wird im LED-Hecklicht stilisiert. Mini-Schriftzug am Schweller.
Bild: BMW/ Bernhard Filser
Die Ladeleistung für den SE liegt bei maximal 95 kW, was nichts anderes heißt, als dass der Akku an der Schnellladestation in 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent gefüllt ist. Im Aceman E sind es sogar nur 75 kW, die eine 42,5 kWh große Batterie in der gleichen Zeit nach maximal 310 gefahrenen Kilo­metern befüllen. An der AC-Dose muss der Aceman mit 11 kW auskommen. Hier dauert es gut vier Stunden, bis der Akku auf Stand gebracht ist.

Rekuperation bis zum Stillstand

Zu loben ist an dieser Stelle aber die Rekuperation. Die geschieht sanft beim Ausrollen und reicht dank One-Pedal-Drive bis zum vollständigen Stillstand, was ge­rade im Stadtverkehr hilfreich und reichweitenverlängernd ist. Hilfreich ebenfalls das auf die Bedürfnisse von E-Auto-Fahrern ausgelegte ­Navi, das Strecken so berechnen kann, dass einem der Saft über die Distanz nicht ausgehen sollte.
Der Mini Aceman ist eine Mischung aus dem Mini One und dem Countryman.
Bild: BMW/ Bernhard Filser
Ob der Mini Aceman für den Nutzer ein Reiseauto wird, hängt am Ende nicht nur von der Reichweite ab, sondern auch vom individuellen Platzbedarf. Trotz 2,61 Meter Radstand ist es in der zweiten Reihe nicht für jede Körpergröße bequem. Was bei einer Fahrzeughöhe von 1,51 Metern nicht die Kopffreiheit, sondern die Knie betrifft. Hinzu kommt ein ­lediglich 300 Liter fassender Kofferraum, der mit umgelegter Rückbank auf 1005 Liter erweitert werden kann.
Bleibt die Frage nach dem Preis. Dank Online-Direktvertrieb sinkt der für den Mini Aceman E von 34.900 Euro auf 30.650 Euro, und der Mini Aceman SE kostet statt 38.900 Euro nur noch 34.150 Euro. Solche Neuerungen lassen wir uns gern gefallen.
Der Aceman passt gut in die Mini-Familie. Doch es bleibt zu hoffen, dass er mehr Glück bei den Kunden haben wird als der Paceman seinerzeit. Auch der wollte eine vermeintliche Lücke schließen, die es so nicht gab.