Mini Countryman All4: Erlkönig-Fahrbericht
Dieser Mini mag es dreckig

Mini wagt sich ins Gelände: Mit Allrad, mehr Bodenfreiheit und typischer Agilität will der Mini Countryman zeigen, dass sich der Bayern-Brite auch offroad behaupten kann.
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- Jörg Maltzan
Wie siehst du denn aus? Völlig eingesaut und tropfnass rollt der graue Mini bei Dauerregen in die Boxengasse vom Wachauring, 80 Kilometer westlich von Wien. Wie ein Kind, das von seinen Eltern beim Spielen im Schmutz erwischt wurde. Pfui, das gehört sich doch nicht. Schon gar nicht, wenn man auf eine Rennstrecke eingeladen ist und mit Mini angeredet werden will. Doch das jüngste Familienmitglied heißt mit Nachnamen Countryman, hat Allradantrieb und mehr Bodenfreiheit als Limousine, Cabrio und Kombi. Wer sich Countryman nennt, muss auch dorthin. Also weg vom griffigen Asphalt, rüber über die glitschigen Curbs und rauf aufs Land. Es scheppert. Steinchen knistern in den Radhäusern. Dann spritzt lehmiges Pfützenwasser über den Mini und verpasst ihm einen braunen Überwurf. Ja, jetzt ist er wirklich ein Countryman: eher Gummistiefel-Kumpel als Lackschuh-Szenetyp.
Mini Countryman: Erster Fahrbericht mit dem Serienmodell

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Entscheidender ist indes die gelungene Fahrwerksabstimmung sowie der hohe Unterhaltungswert am Lenkrad. Wie alle Minis zeigt der Countryman im Grenzbereich nur leichtes Untersteuern; Lastwechsel kennt er noch weniger als die Limousine, sodass er mit maximalen Sicherheitsreserven aufwarten kann. Und damit in Extremfällen nichts passiert, verfügt das elektronische Stabiliserungssystem DSC selbst im deaktivierten Zustand über eine Restregelung. Ob Schotter, Wiese oder aufgeweichter Feldweg – sobald die Vorderräder Schlupf haben, leitet ein elektromagnetisches Mittendifferenzial die Antriebskraft stufenlos nach hinten. Bei ausgeschalteter Traktionskontrolle schmeißt der kleine Offroader deshalb an allen vier Ecken fröhlich mit Matsch um sich. Auch das ist neu: Auf grobem Untergrund wird der Country- zum Gentleman. Spürbar geschmeidiger als seine Schwestermodelle steckt der Hochbau-Mini Unebenheiten weg. Das sind richtig gute Manieren, die man von einem Landei, das gerne im Dreck spielt, gar nicht erwartet hätte.
Zum Verkaufsstart im September 2010 gibt es den Mini Countryman mit drei Benzinern und zwei Dieselmotoren: Der Mini One Countryman bringt 98 PS mit, der Cooper Countryman 122 PS und der Cooper S Countryman 184 PS. Als Dieselmodelle sind Cooper D Countryman (122 PS) und One D Countryman (90 PS) am Start. Den Allradantrieb "All4" gibt es nur für Cooper S und Cooper D.
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