Mini Countryman C: Test
Kleiner Motor, großer Auftritt: Der Countryman mit Basistriebwerk

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Mini muss anders sein – auch als Basismodell Countryman C. Der JCW Trim sorgt für sportlichen Look, treibt den Einstiegspreis aber auch in die Höhe.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die neue Mini-Nomenklatur sieht das C am Ende des Namens als Hinweis auf die Basisausstattung. Im Falle des Mini Countryman C bedeutet es, dass der bekannte 1,5-Liter-Dreizylinder mit 156 PS für den Vortrieb sorgt. Unterstützt wird er dank der neuen 48-Volt-Architektur von einem Elektromotor, der bei Bedarf weitere 27 PS zur Verfügung stellt.
Insgesamt entsteht so eine Systemleistung von 170 PS und ein maximales Drehmoment von 280 Newtonmetern. Gerechnet auf die rund 1,7 Tonnen Leergewicht reicht das, um die Fuhre in von uns gemessenen 8,3 Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo zu beschleunigen.
Auch an der Basis geht es gut voran
Das geht absolut in Ordnung, fühlt sich im Sportmodus, der im Mini jetzt "Go-Kart" heißt, aber gewöhnungsbedürftig an. Denn bei nachdrücklichem Tritt aufs Gaspedal dreht der Motor weit und lautstark hoch, bevor die Elektronik den Befehl an das über sieben Stufen schaltende Doppelkupplungsgetriebe weiterreicht.

Ordentlich: Mit seinen 170 PS ist der Countryman C in 8,3 Sekunden auf Tempo 100 und schafft maximal 212 km/h – das dauert aber etwas.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Erst dann schieben E-Motor und Verbrenner gemeinsam und mit Nachdruck an. Bis Tempo 190 recht flott, um die Spitze von 212 km/h zu erreichen, braucht es etwas Anlauf. Wer unterwegs spontan die maximale Leistung abrufen will, zieht etwas länger an der linken Schaltwippe und aktiviert für zehn Sekunden die Boost-Funktion.
Fahrzeugdaten
Modell | Mini Countryman C |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Dreizylinder, Turbo, Mildhybrid |
Einbaulage | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Kette |
Hubraum | 1499 cm³ |
Systemleistung | 125 kW (170 PS) |
Systemdrehmoment | 280 Nm |
Vmax | 212 km/h |
Getriebe | Siebengang-Doppelkupplung |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 245/45 R 19 Y |
Reifentyp | Michelin Pilot Sport 4S |
Radgröße | 8 x 19" |
Abgas CO2* | 139 g/km |
Verbrauch* | 6,2 l |
Tankinhalt | 54 l |
Kraftstoffsorte | Super |
Ottopartikelfilter | Serie |
Vorbeifahrgeräusch | 66 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1700/750 kg |
Stützlast | 80 kg |
Kofferraumvolumen | 450–1450 l |
Länge/Breite/Höhe | 4444/1843–2069**/1661 mm |
Radstand | 2692 mm |
Grundpreis | 39.900 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 55.260 Euro |
Nur wenig vom Gokart-Gefühl
Natürlich kann hier auch die individuelle Gangverteilung vorgenommen werden. Zudem gibt es ein straffes, aber nicht übermäßig hartes Adaptivfahrwerk und eine direkte Lenkung, die sich im Fahrmodus Go-Kart Plus über das Untermenü etwas umständlich straffen lässt. Im Zusammenspiel gewährleistet das aber einen flotten Gang ums Eck und hält das immer etwas früh eingreifende ESP zurück.

Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Zudem sind die Schaltvorgänge des DSG jetzt deutlich knackiger. Für das viel besungene Gokart-Gefühl reicht es aber bei einem Countryman aufgrund von Radstand und Gewicht nicht. Wer charmanter, weniger aufgeregt und ohne großes Getöse unterwegs sein will, der wählt den Fahrmodus Core, was übersetzt so viel wie "Normal" heißt.
Verbrauch geht in Ordnung
Letztes relevantes Fahrprogramm ist Green, das dem früheren Eco entspricht. Bei leichtem Gasfuß kann es für reduzierte Verbräuche sorgen, liefert visuelle Unterstützung auf dem etwas sehr verspielten und mit 24 Zentimeter Durchmesser üppig dimensionierten Zentraldisplay. Übermütig im Verbrauch ist der Treibsatz nach AUTO BILD-Messung ohnehin nicht. Im Drittelmix flossen auf unserer Teststrecke 7,2 Liter durch die Schläuche.
Messwerte
Modell | Mini Countryman C |
|---|---|
Beschleunigung | |
0–50 km/h | 3,0 s |
0–100 km/h | 8,3 s |
0–130 km/h | 13,8 s |
0–160 km/h | 22,1 s |
Zwischenspurt | |
60–100 km/h | 3,5 s |
80–120 km/h | 4,6 s |
Leergewicht/Zuladung | 1685/410 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 56/44 % |
Wendekreis links/rechts | 11,7/11,7 m |
Sitzhöhe | 635 mm |
Bremsweg | |
aus 100 km/h kalt | 33,5 m |
aus 100 km/h warm | 33,4 m |
Innengeräusch | |
bei 50 km/h | 57 dB(A) |
bei 100 km/h | 64 dB(A) |
bei 130 km/h | 68 dB(A) |
bei 160 km/h | 72 dB(A) |
Verbrauch | |
Sparverbrauch | 5,6 l S/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 7,2 l S/100 km (+16 %) |
Sportverbrauch | 8,4 l S/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 170 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 750 km |
Toggles sind nahezu verschwunden
Ansonsten hat Mini den Innenraum auf- oder ausgeräumt. Die vom Autor so geliebten Toggles, also die Kippschalter, die denen in einem Flugzeugcockpit entlehnt waren, sind nahezu verschwunden. Der rote Startknopf ist jetzt vertikal gestellt und wird für Start und Stopp gedreht statt gedrückt.

Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Zudem ist der Fahrmodus-Schalter zum Experience-Knopf mutiert, der nicht mehr nur die oben genannten Fahrprogramme aufruft, sondern auch Steuermodul für ein "immersives Fahrerlebnis" (Immersion = Eintauchen) ist, wie es Mini nennt. Gemeint ist hier, dass sich die Lichtstimmung im Fahrzeug, der Sound und die Bildgrafiken auf dem Display ändern – und die Insassen so mit der Mini-Welt verschmelzen.
Das reicht so weit, dass im Programm Balance zusätzlich die Massagefunktion der elektrisch verstellbaren Sportsitze aktiviert wird, die ohnehin mit gutem Seitenhalt und Langstreckenkomfort verwöhnen. Immersiver als das ist aber das Fahrerlebnis im Countryman selbst. Und das wird auch durch die im Innenraum verwendeten Materialien unterstützt. Die hinterlassen haptisch einen hochwertigen Eindruck und neigen im Test nicht dazu, Geräusche von sich zu geben, wenn es über Kopfsteinpflaster oder anderes Ungemach der Straße geht.
Angenehmes Raumgefühl im Countryman
Interessant ist das auf dem Armaturenbrett und in den Türinnenverkleidungen verwendete Strickmaterial. Im Testwagen ist es zweifarbig, was dem John Cooper Works-Trim geschuldet ist, der neben adaptivem Fahrwerk, größerem Kraftstofftank, Alarmanlage, Komfortsitzen, Head-up-Display und erweiterten Experience-Einstellungen zudem außen und innen sportliche Optik ins Spiel bringt. Allerdings treibt diese Ausstattung den Einstiegspreis von 39.990 Euro mit einem Schlag auf 48.260 Euro.

Raum für alle: Die Sportsitze sind bequem und stützen gut, das Platzangebot im Fond ist angenehm großzügig.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Keine zusätzlichen Kosten fallen für das angenehme Raumgefühl an. Vor allem für die Fahrgäste in der zweiten Reihe geht es, was Knie, Kopf und Füße betrifft, großzügig zu. Der Kofferraum bietet 450 Liter Stauraum bei aufrechter Rückbanklehne. Wird sie flach gelegt, sind es 1450 Liter. Wobei der doppelte Ladeboden hier mit eingerechnet wird. Ansonsten ist das Volumen variabel, denn die Rückbank lässt sich in Längsrichtung verschieben. Und der Countryman C kann bis zu 1,7 Tonnen an den Haken nehmen.
Wertung
Modell | Mini Countryman C |
|---|---|
Karosserie | Gutes Platzangebot auf allen Plätzen, übersichtlich, praktisch und gut verarbeitet. |
4/5 Punkten | |
Antrieb | Knackiger Dreizylinder mit wackerer Leistung und kaum störendem Sound, Vibrationen im Rahmen. |
3,5/5 Punkten | |
Fahrdynamik | Sicher und handlich, aber kein Gokart-Gefühl, top Bremsweg, leichte Antriebseinflüsse bei Nässe. |
4/5 Punkten | |
Connected Car | Sprachsteuerung auf BMW-Niveau, Navi mit Augmented Reality, Technik absolut zeitgemäß. |
4,5/5 Punkten | |
Umwelt | Kein Leichtgewicht und recht breit für einen Mini, hoher CO2-Ausstoß auf der Autobahn. |
2,5/5 Punkten | |
Komfort | Mini-typische Federung mit gutem Restkomfort, Bedienung nicht optimal, kurze Sitzauflage im Fond. |
3,5/5 Punkten | |
Kosten | Hoher Anschaffungspreis, gefragte Extras wie Anhängerkupplung nur in teuren Paketen. |
2,5/5 Punkten | |
AUTO BILD-Testnote | 2- |
Natürlich ist der Mini mit allen Assistenzsystemen von BMW ausgestattet. So kann er bis 60 km/h autonom fahren, der Fahrer muss lediglich die Hände in der Nähe des Lenkrads haben. Auch das Ansprechverhalten über den Befehl "Hey, Mini" klappt gut: Temperatur, Ambientelicht, Navi und Soundsystem lassen sich über Sprache steuern. Bei Fahrzeugfunktionen wie dem Öffnen der Fenster muss das System allerdings passen.
Service-Links






























