Sie sind so ähnlich und doch so unterschiedlich. Mini Countryman und Suzuki S-Cross besetzen die Klasse der kleinen SUV, fühlen sich mit 4,30 Meter Länge in der Stadt zu Hause. Und bieten gegen Aufpreis Allrad, was in dieser Größenliga nicht selbstverständlich ist.

Vergleich Mini Countryman, Suzuki S-Cross

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Mini Countryman Cooper ALL4 AT
2.
Suzuki S-Cross 1.4 Boosterjet Hybrid Allgrip

Das war's dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Der Countryman lässt ganz den britischen Landlord raushängen – mit einer gesunden Portion Eitelkeit in Form von Union-Jack-Rückleuchten, Zierstreifen und schwarzen Akzenten überall. Den weniger extravaganten S-Cross haben die Japaner gerade so umfangreich renoviert, dass sie gleich von einer ganz neuen Generation sprechen. Den Namenszusatz SX4 haben sie offiziell gestrichen, seltsamerweise steht er am Heck aber noch dran. Wir betrachten das Ganze eher als umfangreiches Facelift.
Mini Cooper Countryman All4   Suzuki S-Cross 1.4 BoosterJet Allgrip
Unterschiedliche Optik: Während der S-Cross auf Showeffekte verzichtet, schmückt sich der Mini mit allerlei Zierat.

Der Mini zeigt mehr Eitelkeit

Im Innenraum hat Suzuki dem S-Cross im Grunde nur eine wesentliche Neuerung mitgegeben: ein neues Infotainment mit größerem und deutlich höher aufgelöstem Neun-Zoll-Touchscreen. Was, um ehrlich zu sein, auch bitter nötig war. Das System sitzt ein ganzes Stück höher in der Mittelkonsole als bisher, lenkt so weniger ab. Und lässt sich auch sonst recht flüssig bedienen. Bei der Sprachsteuerung braucht es massig Geduld, wenn's denn überhaupt noch was wird. Ansonsten bleibt alles typisch Suzuki hier drinnen. Genug Knöpfe und die klar ablesbaren Instrumente mögen wir, die vielen günstigen Details (zum Beispiel nur Fahrerfenster mit Auto-Funktion, Filz am Boden, viel Hartplastik) eher nicht. Das wird einem Testwagenpreis von immerhin 36.000 Euro kaum gerecht.
Mini Cooper Countryman All4
Schicker Arbeitsplatz: Im Mini fühlt sich alles wertig an. Die Bedienung ist mitunter ein wenig zu verspielt.

Im Countryman ist es innen hochwertiger

Der Mini kann Anmutung und Infotainment deutlich besser. Man scheint Wert darauf gelegt zu haben, dass alles satt klingt, sich wertig anfühlt – was durchaus geklappt hat. Die Bedienung ist nach wie vor originell, teilweise etwas zu verspielt. Das runde Zentralinstrument besitzt eine Art Discokugel-Modus, in dem seine Beleuchtung ständig die Farbe wechselt, was unheimlich ablenkt. Der Controller fürs Navi muss linksherum gedreht werden, um runterzuscrollen, was bei Technikspender BMW genau andersherum ist. Na gut, Kleinigkeiten.

Fahrzeugdaten

Modell
Mini Countryman Cooper ALL4 AT
Suzuki S-Cross 1.4 Boosterjet Hybrid Allgrip
Abzweigung
Motor Bauart/Zylinder
Abzweigung
Abzweigung
Einbaulage
Abzweigung
Abzweigung
Ventile/Nockenwellen
Abzweigung
Abzweigung
Nockenwellenantrieb
Abzweigung
Abzweigung
Hubraum
Abzweigung
Abzweigung
kW (PS) bei 1/min
Abzweigung
Abzweigung
Nm bei 1/min
Abzweigung
Abzweigung
Vmax
Abzweigung
Abzweigung
Getriebe
Abzweigung
Abzweigung
Antrieb
Abzweigung
Abzweigung
Bremsen vorn/hinten
Abzweigung
Abzweigung
Testwagenbereifung
Abzweigung
Abzweigung
Reifentyp
Abzweigung
Abzweigung
Radgröße
Abzweigung
Abzweigung
Abgas CO2*
Abzweigung
Abzweigung
Verbrauch*
Abzweigung
Abzweigung
Tankinhalt
Abzweigung
Abzweigung
Kraftstoffsorte
Abzweigung
Abzweigung
Ottopartikelfilter
Abzweigung
Abzweigung
Vorbeifahrgeräusch
Abzweigung
Abzweigung
Anhängelast gebremst/ungebremst
Abzweigung
Abzweigung
Stützlast
Abzweigung
Abzweigung
Kofferraumvolumen
Abzweigung
Abzweigung
Länge/Breite/Höhe
Abzweigung
Abzweigung
Grundpreis
Abzweigung
Abzweigung
Testwagenpreis (wird gewertet)
Abzweigung
Dreizylinder, Turbo
vorn quer
4 pro Zylinder/2
Kette
1499 cm³
100 (136)/4500
220/1500
202 km/h
Achtstufenautomatik
Allradradantrieb
Scheiben/Scheiben
225/50 R 18 W
Pirelli Cinturato P7
7,5 x 18"
163 g/km
7,1 l
51 l
Super
Serie
69 dB(A)
1500/750 kg
75 kg
450–1390 l
4297/1822–1990**/1557 mm
39.200 Euro
41.500 Euro
Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid
vorn quer
4 pro Zylinder/2
Kette
1373 cm³
95 (129)/5500
235/2000
195 km/h
Sechsstufenautomatik
Allradradantrieb
Scheiben/Scheiben
215/55 R 17 V
Continental Eco Contact 6
6,5 x 17"
139 g/km
6,1 l
47 l
Super
Serie
67 dB(A)
1500/600 kg
75 kg
430–1230 l
4300/1785/1580 mm
34.540 Euro
36.040 Euro

Die Sprachsteuerung funktioniert dafür vorbildlich, erkennt selbst Sonderziele meist auf Anhieb. Und namensuntypisch bietet der Mini viel Platz: Großzügig geht es vorne zu, hinten gibt es mehr Platz für Kopf und Beine als im Suzuki. Und auch beim Kofferraum führt der Countryman mit 450 zu 430 Litern beziehungsweise 1390 zu 1230 Litern bei umgeklappter Lehne. Der S-Cross kommt im getesteten Comfort+- Trimm serienmäßig mit Panoramadach, das zwar viel Licht bringt, aber die hinteren Passagiere einengt, die schon ab 1,80 Meter oben anstoßen. Wer das Dach abbestellen möchte, muss auf Comfort-Level downgraden und auch auf die Automatik verzichten.
Suzuki S-Cross 1.4 BoosterJet Allgrip
Der 1,4-Liter-Benziner und die Automatik harmonieren gut im S-Cross. Zudem ist der Suzuki sparsamer und sprintet schneller als der Mini.

Das Antriebsduo im S-Cross überzeugt

Ohne Automatik im Suzuki? Wäre schade, weil der neue 1,4-Liter-Turbo und der Sechsstufenwandler ein richtig gutes Duo ergeben. Der Motor wirkt mit seinen 129 PS spritzig, seine Mildhybrid-Unterstützung boostet immer wie-der merklich mit. So sprintet der Suzuki in 9,9 Sekunden auf Tempo 100. Das Getriebe agiert besonnen, was gut zum weichen, etwas schaukeligen Fahrwerk des S-Cross passt. Seine Eco-Bereifung sorgt mit für den moderaten Verbrauch von 6,3 Litern auf 100 Kilometer, verantwortet in Teilen aber auch den mit rund 39 Metern viel zu langen Bremsweg.

Der Countryman ist durstiger

Auch der Dreizylinder des Mini gibt sich mit 136 PS und 220 Newtonmetern durchaus kraftvoll, gerade im Teillastbereich wirkt der Antrieb souverän. Die wache, achtstufige Automatik schaltet meist früh hoch. Aber bei Vollgas würde man mehr erwarten – was kein Wunder ist, der Mini fährt mit 1,6 Tonnen fast 300 Kilo Mehrgewicht gegenüber dem Suzi herum. So vergehen gut elf Sekunden bis zum Landstraßentempo, und auch der Durst an der Zapfsäule spiegelt mit 7,4 Litern die Extrapfunde wieder.

Beim Fahrwerk ist der Mini straff

Mini Cooper Countryman All4
Nicht jedermanns Sache: Das Fahrwerk des Mini ist straff geraten, macht dafür in Kurven aber auch richtig Laune.

Die sportlich straffe Federung mag gemütlichen Naturen etwas zu viel des Guten sein, auf kurvigen Straßen macht der Brite aber Laune, neigt sich kaum. Ein gutes Gefühl vermittelt die direkte Lenkung, die im Alltag aber etwas weniger schwergängig sein dürfte. Beide treten ja mit Allrad an – automatisch zuschaltend wohlgemerkt. Während beim Suzuki ein Drehknopf die Kraftverteilung beeinflusst (inklusive Lock-Modus mit starrer 50:50-Verteilung), lassen sich im Mini lediglich allgemeine Fahrmodi anwählen. Traktionsprobleme konnten wir im Trockenen bei keinem Kandidaten feststellen.

Messwerte

Modell
Mini Countryman Cooper ALL4 AT
Suzuki S-Cross 1.4 Boosterjet Hybrid Allgrip
Abzweigung
Beschleunigung
Abzweigung
Abzweigung
0–50 km/h
Abzweigung
Abzweigung
0–100 km/h
Abzweigung
Abzweigung
0–130 km/h
Abzweigung
Abzweigung
0–160 km/h
Abzweigung
Abzweigung
Zwischenspurt
Abzweigung
Abzweigung
60–100 km/h
Abzweigung
Abzweigung
80–120 km/h
Abzweigung
Abzweigung
Leergewicht/Zuladung
Abzweigung
Abzweigung
Gewichtsverteilung vorn/hinten
Abzweigung
Abzweigung
Wendekreis links/rechts
Abzweigung
Abzweigung
Sitzhöhe
Abzweigung
Abzweigung
Bremsweg
Abzweigung
Abzweigung
aus 100 km/h kalt
Abzweigung
Abzweigung
aus 100 km/h warm
Abzweigung
Abzweigung
Innengeräusch
Abzweigung
Abzweigung
bei 50 km/h
Abzweigung
Abzweigung
bei 100 km/h
Abzweigung
Abzweigung
bei 130 km/h/160 km/h
Abzweigung
Abzweigung
Verbrauch
Abzweigung
Abzweigung
Sparverbrauch
Abzweigung
Abzweigung
Testverbrauch
Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe)
Abzweigung
Abzweigung
Sportverbrauch
Abzweigung
Abzweigung
CO2 (Testverbrauch)
Abzweigung
Abzweigung
Reichweite (Testverbrauch)
Abzweigung
3,5 s
11,1 s
19,0 s
32,7 s
6,5 s
8,5 s
1601/474 kg
57/43 %
11,4/11,5 m
610 mm
36,3 m
36,4 m
59 dB(A)
65 dB(A)
69/73 dB(A)
6,3 l S/100 km
7,4 l S/100 km
(+4 %)
8,8 l S/100 km
174 g/km
685 km
3,3 s
9,9 s
16,5 s
28,6 s
5,5 s
7,3 s
1327/453 kg
61/39 %
11,6/11,6 m
645 mm
38,8 m
39,4 m
59 dB(A)
67 dB(A)
71/75 dB(A)
5,5 l S/100 km
6,3 l S/100 km
(+3 %)
8,3 l S/100 km
148 g/km
745 km

In puncto Assistenten sind beide nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Im Suzuki stört der Spurhaltewarner, der teilweise noch meckert, wenn man schon längst wieder brav eingeschert ist. Der adaptive Tempomat des Mini funktioniert nicht radar-, sondern kamerabasiert, bei Tempo 140 steigt er aus. Weitere Details zum Test finden Sie in der Bildergalerie.

Bildergalerie

Mini Cooper Countryman All4   Suzuki S-Cross 1.4 BoosterJet Allgrip
Mini Cooper Countryman All4
Suzuki S-Cross 1.4 BoosterJet Allgrip
Kamera
Mini Countryman vs. Suzuki S-Cross

Fazit

von

AUTO BILD
Der S-Cross ist mit seinem Mildhybrid-Benziner voll auf der Höhe der Zeit. Insgesamt fehlt es aber an Platz und Agilität, um am Countryman vorbeizufahren. Der ist zwar teurer, wirkt aber auch durchweg moderner und hochwertiger. Auf ihre Art authentisch sind beide.

Von

Berend Sanders
Jonas Uhlig