Deutsche Steuerzahler haben die Käufer von E-Autos in Europa über Jahre massiv – und unfreiwillig – subventioniert: Insgesamt sind weit über eine Milliarde Euro abgeflossen. Das ergibt ein Vergleich der Elektroauto-Zulassungszahlen nach KBA-Statistik mit den Bestandszahlen der E-Autos in Deutschland.
Die Verlängerung der Mindest-Haltedauer bei Förderung von sechs auf zwölf Monate ab 1. September 2023 kam offenbar zu spät, um den Missbrauch einzudämmen, denn auch 2023 "verschwand" eine sechsstellige Summe von Elektroautos aus der deutschen Zulassungsstatistik. Doch angefangen hat die Verschiebeaktion viel früher. Allein 2022 waren von rund 480.000 vollelektrische Neuwagen in Deutschland innerhalb eines Kalenderjahres rund 100.000 weiterverkauft worden.

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Die meisten davon dürften nach Skandinavien abgewandert sein. Dort sind aufgrund hoher Besteuerung die Autopreise einerseits generell sehr hoch, einschließlich derjenigen von Gebrauchtwagen. Zudem hat sich der Betrieb von Verbrennern durch zusätzliche lokale Steuern massiv verteuert. Die Nachfrage nach E-Autos ist also zuletzt stark angewachsen. Da kam der deutsche Markt junger elektrischer Gebrauchtwagen gerade richtig. Und viele Händler haben daraus anscheinend ein Geschäftsmodell gemacht: Kaufen, zulassen, sechs (bzw. später zwölf Monate) fahren, zum Beispiel als Vorführwagen, und verschieben.
Allein in Dänemark waren nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" im Jahr 2022 rund 30.000 mehr Elektroautos zugelassen worden, als elektrische Neuwagen in Betrieb gingen. Es kann sich also nur um Gebrauchtwagen aus dem Ausland handeln. Besonders krass ist der Schwund bei Tesla: 25 Prozent der US-Elektroautos, die einst in Deutschland zugelassen wurden, sind nicht mehr hier.

So sehr wurde die E-Auto-Prämie 2023 missbraucht

Das Jahr 2023 war eines des Förderungs-Missbrauchs. Mehr als 138.000 Elektroautos mit reduziertem Kaufpreis wurden zugelassen und gingen nach dem Ablauf der vorgeschriebenen Haltedauer ins EU-Ausland. Rückschluss erlaubt die Bestandsliste des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA). Erst ab 1. September 2023 war die Mindest-Haltedauer von sechs auf zwölf Monate verlängert, bei Leasing sogar auf 24 Monate. Doch es hatte keine Auswirkung mehr: Am 18. Dezember 2023 war Schluss, die Förderung wurde von einem Tag auf den anderen gestoppt.
Eindeutiges Indiz für den fleißigen Export davor: Obwohl die Neuzulassungen von E-Autos kräftig stiegen, sanken die Bestandszahlen! So registrierte das KBA zur Jahreswende 2023/24 insgesamt 3039 Elektroautos der chinesischen Marke BYD, während allein im vergangenen Jahr 4139 Einheiten neu zugelassen wurden. Oder Polestar: Bestand zum Jahreswechsel 4636, Neuzulassungen im Vorjahr 6288! Besonders heftig zeigt sich das "Spiel" bei Tesla: Mehr als 18.000 Elektroautos der US-Marke "verschwanden" vom deutschen Markt.
Es scheint sicher, dass viele gewiefte Käufer den Umweltbonus kassiert und das geförderte Fahrzeug schnell weiterverkauft haben – in Märkte, wo die Preise höher waren, auch aufgrund geringerer oder gar keiner Förderung.

So hoch war der Schaden des legalen Tricks schon 2022

Letztendlich schadete der Export der Prämie auch den Plänen der Bundesregierung, hierzulande mehr Elektroautos fahren zu lassen. Tatsächlich könnten weitaus mehr Elektroautos hierzulande fahren, wäre der Missbrauch der Prämie nicht schon seit Jahren gang und gäbe.
E-Autos dieser Marken gingen ins Ausland
Ins Ausland verkauft: Die Differenz zwischen der Zahl der Neuzulassungen und dem Bestand an E-Modellen der größten Hersteller.
Bild: KBA / CAM
Das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach analysierte bereits im März 2023 die Zahlen aus dem gesamten Vorjahr: 2022 wurden demnach in Deutschland 470.559 vollelektrische Autos neu zugelassen. Der Fahrzeugbestand stieg 2022 aber nur um 394.549 E-Autos. Das heißt: 76.010 Stück fuhren damals bereits im Ausland. Besonders krass ist der Schwund bei Tesla: 25 Prozent der US-Elektroautos, die einst in Deutschland zugelassen wurden, waren nicht mehr hier.
Das sind 16,2 Prozent der 2022 neu zugelassenen Elektroautos. Ein erheblicher Anteil dieser Autos wurde also nur wenige Monate später gewinnbringend über die Grenze verkauft. Mit anderen Worten: Legale Tricks verschlangen Steuergelder in dreistelliger Millionenhöhe.
Audi RS e-tron GT
Audi e-tron GT: Fast ein Viertel (23,5 Prozent) der 2021 und 2022 geförderten Audi ist mittlerweile nicht mehr in Deutschland zugelassen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Wie viele Elektroautos sind im Ausland?

Insgesamt wurden seit 2016 über zwei Millionen vollelektrische Neuwagen gefördert. Gelohnt hat sich das "Geschäftsmodell" aus Antragstellung, Kauf und Export aber erst ab November 2019, als der staatliche Anteil der Förderprämie verdoppelt wurde. Ab da hieß sie "Innovationsprämie" und betrug bis zu 9000 Euro (inklusive 3000 Euro Herstellerrabatt). Schwung dürfte die graue Branche der Prämien-Gewinnler also in den vier Jahren zwischen 2020 und 2024 bekommen haben.
Ausgehend von den rund 20 Prozent, die 2022 nach Ablauf der vorgeschriebenen Haltedauer von sechs Monaten mit Gewinn ins Ausland verschoben wurden, wären seit Ende 2019 – als die Bundesregierung die Förderprämie verdoppelte – weit über 300.000 E-Autos diesen Weg gegangen. Konservativ geschätzt, bedeutet das einen Abfluss an Fördermitteln von mehr als eine Milliarde Euro.

Wie lange die Gesetzeslücke schon bekannt ist

Das Phänomen begann schon 2021. Schon damals verschwanden 13,1 Prozent der neuen E-Autos ganz schnell von deutschen Straßen. AUTO BILD legte die Gesetzeslücke bereits im Mai 2021 offen, berichtete über den schwunghaften Handel mit fast neuen, vom Staat geförderten Tesla-Modelle.
Im Jahr 2022 nahm die Zahl der ins Ausland verkauften Autos also weiter zu. Denn weiterhin galt eine vorgeschriebene Mindesthaltedauer von nur sechs Monaten. Heißt: Schon nach einem halben Jahr konnte ein vom Staat mit bis zu 9000 Euro gefördertes Elektroauto ins Ausland weiterverkauft werden. Allein für 2021 geht das CAM von rund 230 Millionen an staatlichen Fördergeldern aus, die auf diese Art missbraucht wurden – konservativ gerechnet. Und das Institut schätzt, dass es 2022 noch einmal 380 Millionen Euro waren.
Tesla Model 3 (Basis)
Besonders häufig wechseln fast neue Tesla-Modelle den Besitzer: Von den rund 52.000 2022 neu angemeldeten Tesla landeten nur 36.000 Autos im Bestand.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Besonders mit Tesla machten Käufer in Deutschland so ihr Geld: Von den rund 52.000 2022 neu angemeldeten Tesla kamen im selben Zeitraum nur etwa 36.000 Autos neu zum Bestand hinzu.

Schon 2021 ging jeder dritte neue Tesla ins Ausland

Die naheliegende Vermutung: Fast jeder dritte Tesla (31,3 Prozent) wurde ins Ausland weiterverkauft. Auch bei Audi (23,5 Prozent), BMW (21,2 Prozent) und Mercedes (19,4 Prozent) bleibe rund jeder fünfte E-Neuwagen nicht in Deutschland, so das CAM. Vergleichsweise günstigere E-Autos sind weniger häufig betroffen, werden weniger häufig exportiert (Renault: 9,1 Prozent).
So weh die abrupte Abschaffung der Elektroauto-Förderung auch tut, ein Gutes hat sie: Der massenhafte Missbrauch ist damit wirkungsvoll abgestellt. Es bleibt die Frage: Wie war das möglich? Eine Mindesthaltedauer von nur sechs Monaten war nicht nur eine Gesetzeslücke – es war ein Scheunentor! Offenbar haben viele in der Branche gegen den eklatanten Gestaltungsfehler nicht protestiert, sondern still ihr Schäfchen ins Trockene gebracht. Der Dumme ist einmal mehr der Steuerzahler.