Motorräder, also Zweiräder mit Verbrennungsmotor ab 125 Kubikzentimeter Hubraum, werden im EU-Beschluss zum Verbrenner-Aus 2035 bisher schlichtweg nicht erwähnt! Grund zum Aufatmen für alle Fans flotter Bikes? Eher nicht.
Die EU kann die Regeln immer noch anpassen und ändern. Daher fürchten Branchen-Insider, dass auch Verbrenner-Bikes noch der Bannstrahl der EU treffen könnte. Was bedeutet die Situation für die Vertreter der Motorrad-Szene? Und gibt es eigentlich schon genügend spannende Elektro-Motorräder?

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Michael Lenzen, Vorsitzender des Bundesverbands der Motorradfahrer, sagt zu BILD: "Es ist eine Situation, die wir als Bundesverband der Motorradfahrer aus Erfahrung gut kennen. Bei neuen Gesetzen und Verordnungen werden die motorisierten Zweiräder oft nicht berücksichtigt. Welche Konsequenzen das mittelfristig hat, ist aber völlig offen. Denn wir müssen auch jederzeit mit einer Veränderung rechnen, also auch damit, dass Motorräder in den Beschluss mitaufgenommen werden."
Ebenfalls pessimistisch zeigt sich der Dachverband der europäischen Motorradverbände FEMA: "Aus der Erfahrung heraus und nach Signalen der EU-Kommission ist die Chance, dass Motorräder dem gleichen Schicksal wie Pkw entkommen können, sehr klein."
Symbolbild: Straße mit Verbotsschild für Verbrennungsmotoren mit austretendem Qualm
Das Aus für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit herkömmlichem Verbrennermotor kommt 2035.
Bild: DPA
Was würde ein Verbrenner-Verbot für Motorradfahrer (das muss man zum Motorrad-Führerschein wissen) bedeuten? Lenzen: "Es gäbe vorher sicher einen Run auf die letzten Verbrenner. Vor allem wären die Motorradhersteller unter Druck, bis zu diesem Zeitpunkt eine entsprechende Auswahl an E-Motorrädern anzubieten, die über eine entsprechende Reichweite und schnelle Ladezeiten verfügen und zudem bezahlbar sind."

Viele Vorbehalte gegen Elektro in der Szene

Dazu fürchtet er Probleme bei der Akzeptanz von Elektro-Motorrädern: "Nicht zu kalkulieren ist, wie die Motorradfahrer auf ein entsprechendes Verbot reagieren werden, denn es gibt aktuell viele Vorbehalte gegen Elektro-Motorräder. Es ist durchaus davon auszugehen, dass ein nicht kleiner Teil der aktuellen Motorrad-Szene ihre Verbrenner noch fährt, solange es geht, sich danach aber vom Motorrad abwenden. Motorräder werden im Vergleich zu Pkw im Schnitt mehr als doppelt so lange gefahren, der Bestand ist im Schnitt fast 19 Jahre alt."

Elektrifizierung beim Motorrad läuft schleppend

48,8 Millionen Pkw sind laut Kraftfahr-Bundesamt in Deutschland zugelassen (Stand: 1.1.2023). Dagegen stehen 4,91 Millionen Motorräder. Warum nicht elektrisch antreiben, wie beim E-Auto? Das Problem und gleichzeitig der Grund, warum bis jetzt relative wenige Elektro-Motorräder auf dem Markt sind, ist das Gewicht der Antriebsbatterien. So wären Maschinen mit Akkus für ordentlich Reichweite praktisch unfahrbar, die Ladezeiten langwierig.
Trotzdem setzen immer mehr Hersteller auch auf E-Mobilität: BMW hat gerade seine elektrische CE 02 vorgestellt. Motorrad-Sprecher Tim Diehl-Thiele zu AUTO BILD: "Grundsätzlich ist zu sagen, dass das Thema Elektromobilität bei BMW Motorrad eine immer größere Rolle spielen wird. Mit Blick in die Zukunft sind wir überzeugt, dass in den kommenden Jahren die Menschen, die bereits Elektroautos fahren, nach Elektromotorrädern fragen werden."
BMW CE 02
Mit der elektrischen BMW CE 02 sollen laut Hersteller auch Neueinsteiger problemlos klarkommen.
Bild: BMW
"Unsere klare Strategie ist es, mit der Elektromobilität im Stadtgebiet zu beginnen. Im Frühjahr 2024 werden wir mit dem BMW CE 02 ein weiteres neues rein elektrisches Modell für die urbane Mobilität auf den Markt bringen. Als nächsten Schritt werden wir in 2026 dann auch das erste vollelektrische Motorrad vorstellen", so der BMW-Sprecher.