Navi-Skandal
VW verweigert Diebstahlschutz

–
Navis werden immer mehr zum beliebten Diebesgut. Dabei wäre ein Schutz möglich, vor allem bei den begehrten Geräten von VW. Doch leider verweigern die Wolfsburger die Einführung einer "Panzerplatte".
Navigationsgeräte sind in Deutschland bei Dieben begehrt wie nie. Allein in Nordrhein-Westfalen wird die Zahl der Diebstähle 2012 die Rekordmarke von 10.000 erreichen. 2010 waren es noch 6000. In Mönchengladbach etwa bedienten sich Räuber Ende November 2012 zum vierten Mal in diesem Jahr bei Sacha B. Wenige Stunden vor dem Aufbruch hatte AUTO BILD ihn noch zum Fototermin besucht. "Ich habe die Nase voll, lasse mir in meinen Passat kein Festeinbau-Navi mehr einsetzen", sagte das Opfer nach der Tat. B. überlegt, auf ein mobiles Gerät umzusteigen. Auch Thomas B. aus Berlin musste bereits zwei Werks-Navis ersetzen. Die Diebe brachen mehrfach in die abgeschlossene Tiefgarage ein, in der sein Golf GTI parkt.
Lesen Sie auch: Auf den Spuren der Navi-Mafia
Auch BMW steht bei Dieben hoch im Kurs: In ganz Deutschland wurden neue Modelle aufgebrochen. Schutz gibt es kaum. Nur in den Niederlanden bietet etwa VW eine Metallblende an, die den Diebstahl der konzerneigenen RNS-Navigationssysteme verhindern soll. Auch im Grenzgebiet führen einzelne VW-Händler die Antiklau-Kappe "Navilock", im VW-Zentrum Aachen kostet sie 349 Euro. Die abschließbare Abdeckung wird auf vier Stahlpilze aufgesteckt, die fest im Armaturenträger verschraubt sind. In seinem Heimatland Deutschland will VW die "Panzerplatte" nicht verkaufen. "Wir sind in der Entwicklungsphase einer eigenen Alternative, die über Volkswagen Zubehör angeboten werden wird", heißt es in Wolfsburg.
Mehr zum Navi-Skandal: Die Höhlen der Hehler

Prinzip Felgenschloss: Für die Spezialschrauben von McCard gibt es sieben verschiedene Schlüssel, bald werden es 30 sein.
Bild: Stephanie Gehrt
Mehr Infos: Was tut Ebay gegen die Navi-Mafia?
Service-Links