Das Thema Geheimhaltung ist immer eine heikle Sache. James Bond kann davon ein Lied singen. Die Pressestellen der großen Autobauer auch. Jahrelang tüfteln Designer und Ingenieure an einem neuen Modell – abgeschirmt hinter hohen Mauern und versteckt unter einer dicken Erlkönig-Tarnung. Das Ziel: der ganz große Auftritt. Dem haben sich alle unterzuordnen. Entwickler, Testfahrer, Zulieferer. Die Geheimniskrämerei ist anstrengend, aufwendig und teuer. Und in den allermeisten Fällen natürlich erfolglos. Bestes Beispiel: die nächste Generation der Mercedes E-Klasse, intern W212 genannt. Im März 2009 wollten die Schwaben den neuen Stern am Oberklasse-Himmel auf dem Genfer Autosalon zeigen – und unmittelbar im Anschluss mit dem Verkauf beginnen. Daran wird sich auch nichts ändern. Eine echte Überraschung wird die finale Form der nächsten E-Klasse dann aber nicht mehr sein. Die neusten Fotos stammen aus einem Verkaufsprospekt und wurden zunächst in einem deutschen Forum und später in diversen Blogs veröffentlich.

Die nächste Vier-Augen-Generation geht an den Start

Mercedes E-Klasse
Mutig ausgestellte Radhäuser machen Schluss mit der Unscheinbarkeit.
Emsige Erlkönig-Gucker dürfte kaum überraschen, was die drei Bilder zeigen, die sich aktuell explosionsartig im Internet ausbreiten. Auch der W212 blickt aus vier Scheinwerfer-Augen auf die Fahrbahn – wenn auch deutlich dynamischer als sein unscheinbarer Vorgänger. Kritiker sehen in den neuen Mercedes-Leuchten die Augen der Lexus-GS-Baureihe, für Mercedes-Fans ist die Kombination aus Kanten und fließenden Formen wohl schlicht die nächste Entwicklungsstufe des Vier-Augen-Designs, gepaart mit der Design-Philosophie des kantigen Mercedes GLK. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Tatsache ist, dass sich hinter den vier Augen jede Menge Technik versteckt.
Mercedes E-Klasse
Radarsensoren, Kameras und Nachtsichtgeräte sollen Fahrern der neuen Mercedes E-Klasse die Arbeit erleichtern.
Größten Wert haben die Entwickler dabei auf das Thema Sicherheit gelegt. Schutzsysteme wie ein  Einschlaf-Warner, aktive Motorhaube, ein System zur Erkennung von Verkehrszeichen, Nachtsicht- und Spurhalteassistent – die neue Mercedes E-Klasse kann auch Wunsch und gegen Aufpreis zu einem Hochsicherheits-Kilometerfresser aufgerüstet werden. Beim Thema Antrieb werden die Schwaben nach dem Verkaufsstart Schritt für Schritt nachlegen. Bei den Selbstzündern setzt Mercedes auf die Bluetec-Strategie, um die ab nächstes Jahr geltende Abgasnorm Euro 5 zu erfüllen. Einstiegsmotor wird ein 136-PS-Vierzylinderdiesel, darüber hinaus stehen vier weitere Selbstzünder mit 170 PS, 204 PS, 211 PS und 231 PS zur Wahl. 2010 folgt voraussichtlich Mercedes erster Diesel-Hybrid. Außerdem im Angebot: fünf Benziner mit 182 PS bzw. 204 PS (Vierzylinder) sowie als Sechszylinder mit 272 PS, 292 PS und als Topmodell E 500 mit 388 PS Die AMG-Modelle werden erst später verfügbar sein.

Mehr Informationen und Bilder zur neuen E-Klasse gibt es ab Freitag in AUTO BILD 2/2009