Der neue Hochvolt-Elektromotor "800 eDrive" vom kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna entwickelt bis zu 250 kW (340 PS) bei einem maximalen Achsdrehmoment von 5000 Newtonmetern. Das sind Leistungs- und Kraftwerte, die den Vergleich mit dem Motor eines elektrischen Hochleistungssportlers nicht zu scheuen brauchen: Mit diesem Kraftniveau liegt der Magna-Motor bereits bei der Hälfte der 9900 Newtonmeter, die der Motor eines Porsche Taycan Turbo S bei Launch Control auf die Hinterachse wuchtet. Die Magna-Maschine wurde auf der Elektronik-Fachmesse CES in Las Vegas (USA) vorgestellt.
Neben der großen Power liegt die Besonderheit des Magna-Motors in seiner außerordentlich platzsparenden Bauweise: Sein Außendurchmesser beträgt nur 23,5 Zentimeter – die Vorgängergeneration kommt auf 21,8 cm. Mit einem Gewicht von 32,25 Kilogramm ist der 800 eDrive aber fünfeinhalb Kilo leichter als die Vorgängergeneration, die überdies nur 170 kW Leistung (231 PS) brachte.
Der neue Motor erreicht einen Wirkungsgrad von 93 Prozent im reinen Fahrbetrieb inklusive Autobahn und spielt damit ganz vorn in der Liga moderner Elektroantriebe mit. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Der deutsche Hersteller Mahle stellte kürzlich einen innovativen Antrieb vor, der sogar 95 Prozent erreichen soll.

Besonders flacher Aufbau möglich

Magna hebt hervor, dass der 800 eDrive durch einen technischen Kniff bis zu 90 Grad im Winkel zur angetriebenen Achse eingebaut werden kann. Das ermöglicht eine besonders platzsparende Installation. "Vorteile ergeben sich z. B. an der Hinterachse: Durch den flachen Aufbau wird ein größeres Kofferraumvolumen erreicht", erklärt ein Magna-Sprecher auf Anfrage von AUTO BILD. An der Vorderachse wiederum ermögliche der schmale Aufbau ein größeres Volumen im Innenraum für Fahrer und Beifahrer.

Rund ein Fünftel weniger CO2-Emissionen

Auch wurde die Menge des eingesetzten Aluminiums und Seltener Erden im Verhältnis zur Vorgängerversion verringert. Das ermöglicht bei der Herstellung des 800 eDrive die Emission rund eines Fünftel weniger an CO2-Emission. Augenscheinlich ist die Maschine bereits serienreif. Auf der CES war der 250-kW-Hochvoltmotor bereits in einem Demo-Auto eingebaut.
Derzeit befindet sich Magna, einer der größten Automobilzulieferer weltweit, im Gespräch mit mehreren Autoherstellern. "Es gibt Tests, die aber aus Gründen der Vertraulichkeit noch nicht genannt werden können", so der Konzernsprecher.
Anmerkung der Red.: In der ursprünglichen Version des Artikels lag ein fehlerhafter Vergleich von Motor- und Achsdrehmoment vor, den wir hiermit korrigieren.