Nissan Micra und VW Polo mit Basismotor: Test
Wie wenig ist noch genug?

Nur 75 PS? Wie wenig, ein lahmer Zock! Doch Nissan Micra und VW Polo verblüffen auch mit Basisbenziner mit Reife und - jawohl! - mit Pep.
- Berend Sanders
- Joachim Staat
Die Deutschen kaufen im Schnitt 150 PS. Kaum zu glauben, aber jeder Neuwagen hat also, statistisch gesehen, die Wucht von 600 galoppierenden Hufen unter der Haube. Die wir meist gar nicht brauchen. Wie fühlt es sich dann an, mit der Hälfte dieser Leistung unterwegs zu sein? 75 Pferde gibt’s bei Kompakten kaum noch, für diese automobile Grenzerfahrung müssen wir bei Kleinwagen weit unten einsteigen: beim VW Polo mit 75 und im Nissan Micra mit 71 PS.
Von außen sieht man dem Nissan den Einstiegsmotor nicht an

In "Gunmetal Grey", mit 16-Zoll-Alus und hübschem Blechkleid sieht der Micra nicht nach Verzicht aus.
Bild: Toni Bader
Der Diät-Polo bewahrt sich seine grundsätzliche Reife

Erwachsene Basis: Der Polo lenkt verbindlicher, federt straffer und bremst besser als sein Konkurrent.
Bild: Toni Bader
Was dem Polo fehlt, das bringt der Nissan mit: den Schuss Frische und Lebendigkeit, die solch eine halbe Portion vollwertig machen. In der Stadt flutschen beide noch so erwachsen mit, dass man sich fragt: Wofür müssen es eigentlich 115 PS im Kleinwagen sein? Und mancher erinnert sich an früher, als 50, 60 PS reichen mussten. Damals wie heute das wichtigste Teil: das Kupplungspedal! Um dem 1,0-Liter, wie der VW noch mit einfacher Saugrohreinspritzung, über die Anfahrschwäche zu helfen, um die Schaltpunkte zu verschleifen und den Schwung nicht zu verlieren.
Beim Micra reicht die Basis-Motorisierung

Eindeutig vorne: In Sachen Motorisierung lässt der Nissan dem VW keine Chance – er ist viel agiler.
Bild: Toni Bader
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