Es ist gar nicht lange her, dass wir dem Astra zuletzt eine große Kaufberatung widmeten: 2022 war das, der neue Astra L war frisch auf den Markt gekommen. Äußerlich hat sich seitdem nichts getan – wohl aber unter der Haube.
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Gleich drei neue Antriebe sind mittlerweile verfügbar. Zum einen der starke Plug-in-Hybrid mit 225 PS und dem Kürzel GSe. Zum anderen der vollelektrische Astra Electric und der Astra Hybrid ohne Stecker. Dazu hat Opel noch die Ausstattungslinien umsortiert. Gute Gründe also für Sie, hier dranzubleiben.

Beim Astra wird so ziemlich jeder fündig

Haben Sie sich mal gefragt, warum der Opel Astra in der sechsten Generation schon beim Buchstaben L angekommen ist? Das liegt daran, dass Opel diese Art der "Nummerierung" einfach vom Vorgängermodell Kadett übernommen hat. An dessen letzte zwei Generationen erinnert auch die schwarze geriffelte Blende, die die Fensterlinie der Astra-Limousine hinten dreieckig zulaufen lässt. Opel-Wissen für die Westentasche.
Opel Astra
Ganz große Auswahl: Der Opel Astra ist in sechs Antriebsvarianten, fünf Ausstattungslinien und zwei Karosserieformen zu haben.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Und noch ein kleiner Trick: Am Kennzeichen auf der Heckklappe (statt darunter) erkennen Sie die Kombi-Version auch dann, wenn Sie genau von hinten draufschauen. Der 27 Zentimeter längere Sports Tourer gestaltet das Be- und Entladen des Kofferraums mit seiner nur 62 Zentimeter hohen Ladekante deutlich einfacher. Natürlich passt auch mehr rein. 1500 Euro Aufpreis werden für den Größenzuwachs fällig.

Ausstattungen und Pakete

Ausstattungen und Pakete
Design
Alu-Pedalerie (nur i.V.m. mit Automatikgetriebe) 
x
x
Außenspiegelkappen in Schwarz 
Dachhimmel in Schwarz
x
x
Grill, Opel-Logo, Astra-Schriftzug und Dach in Schwarz 
x
x
Scheiben ab B-Säule dunke•getönt 
850 
850 
Komfort
Glasschiebedach 
x
x
1100 
1100 
Heckklappe elektrisch, mit Sensoröffnung (nur Sports Tourer) 
x
x
1700 
1500 
Klimaautomatik einzonig/zweizonig 
•/x
•/x
x/•
x/•
x/•
Komfortsitze/AGR-Sitz für Fahrer teilel./AGR-Sitze für Fahrer u. Beifahrer 
•/850/x
•/850/x
x/•/ 1120
x/x/•
x/x/•(Sportsitze)
Sitz- und Lenkradheizung sowie Mittelarmlehne vorn 
850/850
850/850
•/•
•/•
•/•
Windschutzscheibe beheizbar 
x
x
1300 
1300 
Schlüsselloser Start/Schlüsselloser Zugang und Start 
•/x
•/x
x/•
x/•
x/•
Smartphoneladeschale, kabellos 
500 
500 
1700 
Infotainment
Head-up-Display 
x
x
2000 
600 
1400 
Navigationssystem 
800 
800 
Smartphonespiegelung per Apple CarPlay oder Android Auto kabellos 
Standard-Soundsystem /Hi-Fi-Soundsystem mit Subwoofer im Kofferraum 
•/x
•/x
2000 
600 
1400 
Fahren
Anhängerkupplung 
x
775 
775 
775 
775 
Frequenz-selektives Dämpfersystem 
x
x
x
x
Sicherheit/Asssistenz
Nebelscheinwerfer 
Voll-LED-Scheinwerfer/Matrix-Licht 
•/x
•/x/x
•/1700/•
x/•/•
x/•/•
Parksensoren vorn und hinten/Rückfahrkamera 180 Grad/360 Grad 
•/500/x
•/500/x
•/x
•/x
•/x
Tempomat/Tempomat adaptiv, inkl. Totwinkel- u. Querverkehrswarner, akt. Spurhalteassist. 
x
x
1700 
Tempomat adaptiv, zusätzlich mit intell. Tempoanpassung, teilautomatischer Spurwechselass. 
x
x
x
600 
1400 
Im Cockpit bietet der Astra serienmäßig zwei 10,25 Zoll große Bildschirme, was nach heutigen Standards als solide Hausmannskost gelten darf. Ein Navi zählt erst ab Linie GS zur Serie, serienmäßig sind kabellos Verbindungen per Apple CarPlay und Android Auto möglich. Auch in der Basis-Linie des elektrischen Astra Electric gibt es kein Navi und somit auch keine On-Board-Möglichkeit, Ladepunkte zu suchen.

Bedienung ist manchmal etwas unpraktisch

Bei der Bedienung gibt es Licht und Schatten: Netterweise haben die Entwickler daran gedacht, Knöpfe nicht komplett wegzurationalisieren. Das tut der Bedienung gut, die Temperatur etwa lässt sich verstellen, ohne in zahlreichen Untermenüs herumwurschteln zu müssen.
Opel Astra
Es geht aufgeräumt zu im Astra, einige echte Tasten helfen. Etwas unschön: das viele Hartplastik im Bereich der Türtafeln.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Allerdings fehlen für manche Optionen trotzdem schnellere Zugriffsmöglichkeiten: Im Kombiinstrument lassen sich über die Lenkradtasten nur konfigurierte Ansichten abrufen. Wer größere Änderungen machen möchte, muss das über den mittleren Bildschirm tun, was unpraktisch ist. Auch Lade- und Reaktionszeiten des Systems allgemein sind nicht ganz auf dem Stand, wie wir das im Jahr 2024 erwarten würden.

Den AGR-Sitz sollte man sich unbedingt gönnen

Nutzt man ohnehin größtenteils das gespiegelte Smartphone im Astra, fällt das allerdings kaum ins Gewicht. Dann kann man sich in Ruhe über die bequemen Sitze freuen, die Opel anbietet. Den AGR-Fahrersitz ("Aktion Gesunder Rücken") sollte man sich unbedingt gönnen. Ab Linie GS zählt er ohnehin zum Serienumfang. Für die zwei unteren Linien Edition und Electric lässt er sich gemeinsam mit Sitz- und Lenkradheizung, getönten Scheiben und einer Mittelarmlehne für faire 850 Euro ordern – würden wir jedem empfehlen.
Opel Astra
Absolut empfehlenswertes Extra: Der bequeme und gut stützende AGR-Sitz hat bei der Bestellung unbedingt ein Kreuzchen verdient.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Neben einer Vier-Wege-Lendenwirbelstütze und einer ausziehbaren Oberschenkelauflage lässt sich der AGR-Sitz auch kippen. Nur das Lenkrad dürfte sich gerne noch etwas weiter zum Fahrer neigen. Für den Ultimate kann Nappalederbezug geordert werden (2310 Euro). Sitzmassage und -belüftung beherrscht der Astra dann auch.
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Als unübertroffen geht die Auswahl innerhalb der Astra-Antriebspalette durch: Vom reinen Verbrenner bis zum reinen Elektriker ist in mehreren Abstufungen alles möglich. Den Anfang stellt der 110-PS-Basis-Benziner dar. Er ist nur mit einer Sechsgang-Handschaltung kombinierbar und der einzige, den Opel uns nicht auf den Hof stellen konnte.

Astra-Einstieg gelingt unter 30.000 Euro

Wir trauen uns trotzdem mal zu sagen: Wer keine hohen fahrdynamischen Ansprüche hat und sich auch mit der beschränkten Ausstattung begnügen kann – die 110-PS-Variante lässt sich nur mit Linie Edition kombinieren –, macht hier keinen Fehler. Das Paket mit dem AGR-Sitz (s. o.) dazu, und schwuppdiwupp bleibt der Einstiegs-Astra sogar ein Stück unter der 30.000-Euro-Marke.
Opel Astra
Für den Astra gibt es Benziner, Diesel, Mild- und Plug-in-Hybrid sowie Elektroantrieb. Das Leistungsspektrum reicht von 110 bis 225 PS.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Die 130-PS-Variante gibt es dann auch mit einer Achtstufen-Automatik. Sie schaltet sauber und passt sich den Fahrmodi entsprechend an. Preislich fehlen dann aber auch nur noch 1200 Euro zum Astra Hybrid, der mit 136 PS in derselben Leistungsklasse spielt. Zum Hybridsystem des Astra gehören ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo-Benziner mit variabler Ventilsteuerung, der im Teillastbetrieb im sparsamen Miller-Atkinson-Zyklus betrieben werden kann. Der Turbolader arbeitet mit variabler Turbinengeometrie (VTG).

Opel Astra Motorisierungen

Opel Astra Motorisierungen
Motor 
R3, Turbo 
R3, Turbo 
R3, Turbo + E-Motor 
R4, Turbo 
R4, Turbo + E-Motor 
R4, Turbo + E-Motor 
1 Elektromotor/- 
Hubraum 
1199 cm³ 
1199 cm³ 
1199 cm³ 
1498 cm³ 
1598 cm³ 
1598 cm³ 
Getriebe 
6-Gang 
6-Gang (8-Gang-Aut.) 
6-Gang-DKG 
8-Gang-Automatik 
8-Gang-Automatik 
8-Gang-Automatik 
1-Gang 
kW (PS) bei 1/min 
81 (110) 
96 (130)/5500 
100 (136) 
96 (130)/3750 
System: 133 (180) 
System: 165 (225) 
115 (156) 
Nm bei 1/min 
205/1750 
230/1750 
230/1750 
300/1750 
360 
360 
270 
Vmax
199 
210 
210 
209 
225 (135 el.) 
235 (135 el.) 
170 
0–100 km/h 
10,5 s 
9,7 s 
9,0 s 
10,6 s 
7,6 s 
7,5 s 
9,2 s 
Zuglast gebremst/ungebr./Stützlast 
1250/660 
1250/660 (1400/680) 
1150/600 
1550/710/75 
1450/750/75 
1450/750/75 
-/- 
Normverbrauch (WLTP)/100 Kilometer 
5,5 l S 
5,5 (5,7) l Super 
5,0 l Super 
5,0 l Diesel 
1,3 l S + 16,4 kWh 
1,3 l S + 17,8 kWh 
15,5 kWh 
Testverbrauch/100 km 
(7,0 l Super) 
6,0 l Super 
4,4 l Diesel 
3,7 l S + 9,2 kWh 
4,4 l S + 9,2 kWh 
17,0 kWh 
Grundpreise
Edition 
27.910 Euro
33.460 Euro
-
GS 
-
32.830 Euro (35.230 Euro)
36.430 Euro
37.080 Euro
42.080 Euro
-
45.060 Euro
Ultimate 
-
(39.230 Euro)
40.430 Euro
-
46.080 Euro
-
GSe 
-
-
-
-
-
47.260 Euro
Electric 
41.990 Euro
Fazit
Den kleinen Einstiegsbenziner konnten wir nicht fahren, er sollte Wenigfahrern jedoch absolut ausreichen. Die Wege der Sechs- Gang-Box fallen lang aus. Ausschließlich mit der untersten Linie kombinierbar. 
Geringfügig stärker und die zwangsläufige Wahl für alle, die mehr Ausstattung wünschen. Die optionale 8-Gang- Automatik macht ihre Sache gut, schaltet unauffällig und hat meist den richtigen Gang parat. 
Funktioniert wie ein Mildhybrid mit stärkerem E-Motor. Kürzere Strecken (meist einige hundert Meter am Stück) mit geringer Last können so rein elektrisch gefahren werden. Allerdings fiept der E-Motor vernehmlich, vor allem in der Stadt. 
Unterbietet seine Werksangabe mit 4,4 Litern Testverbrauch deutlich. Auch ansonsten wirkt der Antrieb geschliffen, wenn auch etwas nagelig, gerade wenn kalt. Schade, dass es keinen größeren Diesel mit mehr Leistung gibt. 
Auch mit leergefahrenem Akku fährt der Astra noch gelegentlich rein elektrisch. Die E-Reichweite haben wir mit 52 km statt angegebener 65 km gemessen. Gefühlt kaum bis gar nicht schwächer als der GSe. 
Der GSe unterscheidet sich durch den Benziner mit 180 statt 150 PS vom normalen Plug-in, der E-Motor bleibt gleich kräftig. Ein Unterschied ist kaum spürbar, beim Durst allerdings messbar. Die E-Reichweite liegt ebenso bei 52 km.
Der elektrische Astra macht sich besser, als seine Daten es vermuten lassen. Das hat vor allem mit dem geringen Stromverbrauch zu tun. Bei nur 51 kWh Netto-Akkukapizität waren trotzdem 335 Kilometer Reichweite möglich. 
Dazu kommt ein Startergenerator. Das Funktionsprinzip gleicht soweit dem vieler Mildhybride – nur dass der E-Motor hier mehr leistet: Die immerhin 28 PS reichen aus, um den Astra über kurze Distanzen – bei zurückhaltender Beschleunigung – auch rein elektrisch betreiben zu können. Nachteil: Das System arbeitet hörbar, fiept besonders im Stadtverkehr deutlich und mindert so ein wenig den sonst angenehmen Geräuschkomfort. Vorteil: Mit einem Verbrauch von 6,0 Litern/100 km sparte der Astra Hybrid im Test gegenüber dem 1,2-Liter-Turbo mit Automatik (7,0 Liter) einen glatten Liter. Kann man also machen, muss man aber nicht – es bleibt Geschmackssache.

Im Diesel-Astra steckt der größte Spritknauser

Schnell anfreunden konnten wir uns dagegen mit dem Diesel-Astra. Es gibt nur einen, dessen Selbstzünder leistet ebenfalls 130 PS. Kein Kraftpaket, aber geschliffen im Umgang und mit 4,4 Litern Test-Verbrauch (Werksangabe: 5,0 Liter) wirklich sparsam. Der Selbstzünder passt insofern besonders gut zum Astra, als die beiden Plug-in-Hybride auch nicht so richtig Sportsgeist aufkommen lassen.
Opel Astra
Richtig sparsam: Mit 4,4 l/100 km unterbietet der Diesel-Astra sogar die Werksangabe deutlich. Er ist unsere Empfehlung für Vielfahrer.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Selbst der GSe mit seinen 225 PS wirkt wirklich nicht super motiviert. Das An- und Abkoppeln des Verbrenners geht zwar spürbar, aber nicht zu ruckelig vonstatten. Bei beiden Versionen haben wir bei sommerlichen Temperaturen – also annähernd optimalen Bedingungen – 52 Kilometer elektrische Reichweite festgestellt.
Der Astra Electric hat uns positiv überrascht: Sein eher kleiner Akku (51 kWh netto) war genug für immerhin 335 Kilometer Reichweite. Nicht schlecht. Sein 156 PS starker E-Motor reißt auch keine Bäume aus, blieb mit gerade mal 17 Kilowattstunden aber sehr sparsam. Am Ende sollte tatsächlich für jeden etwas dabei sein. Fast, denn eine echte Sport-Version fehlt im Astra-Programm.

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Fazit

Die Antriebspalette beim Opel Astra ist jetzt wirklich breit aufgestellt und bedient vor allem das untere Spektrum in aller Ausführlichkeit. Technische Highlights sind die Sitze und das richtig gute Matrix-Licht.