Opel Corsa: Kaufberatung
Eine bunte Mischung

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Seit über dreißig Jahren geht der Corsa nun für Opel an den Start – bereits ein kleiner Klassiker. Aber so wirklich klein ist er in vierter Generation gar nicht mehr, dazu zeigt er sich in vielen Varianten. Welchen nehmen?
Rückblende: 1982 war ein gutes Jahr für Opel. Der Kadett verkauft sich blendend, und auch insgesamt erfreut sich die breit gefächerte Palette mit Ascona, Manta, Rekord, Monza und Senator großer Beliebtheit. Zu allem Überfluss greift noch ein gewisser Walter Röhrl für die Hessen ins Lenkrad und holt werbewirksam die Rallye-Markenweltmeisterschaft nach Rüsselsheim. Alle Ampeln auf Grün. Da passt es ins Bild, dass im gleichen Jahr der Corsa debütiert. Der Kleine soll das Portfolio nach unten abrunden und den Ford Fiesta und VW Polo dieser Welt Paroli bieten. Allerdings liegt der Marktanteil der Kleinwagen in Deutschland erst bei 12 Prozent, ein klassischer Zweitwagenmarkt. Heute liegt er bei rund 17 Prozent. General Motors will mit dem Corsa vor allem einen Fuß in den spanischen und andere südeuropäische Märkte bekommen. Die Spanier lassen dabei nur Importe solcher Hersteller zu, die auch im Land selbst produzieren.
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Ergo nimmt man rund zwei Milliarden Mark in die Hand und errichtet einen Produktionsstandort im spanischen Saragossa und ein Motorenwerk im österreichischem Aspern nahe Wien. Freilich lässt die Auslagerung der Produktion nach Spanien daneben auch die Kosten purzeln. So zahlen sich die Investitionen schnell aus. Die Fachpresse lobt Platzangebot, Fahrkomfort und Fahrsicherheit. Zu Preisen ab 11.650 Mark gehen ein dreitüriges Schrägheck und ein Stufenheck zu den Händlern; vor allem in Spanien, Frankreich und Italien klingeln die Kassen. Opel muss ob der großen Nachfrage die Produktion erhöhen. Ab 1985 gibt es den Corsa auch als Fünftürer. 1987 präsentiert man auf der IAA einen Diesel, und der GSi stellt sich mit 100 PS als kleiner Kraftprotz dazu. Insgesamt verkaufte Opel mit den bisher vier Generationen mehr als zwölf Millionen Exemplare, davon in Deutschland 2,5 Millionen. Nach dem Astra ist der Corsa mit rund 25 Prozent Verkaufsanteil das derzeit zweitstärkste Modell im Programm. Der Corsa D ist bereits seit 2006 auf dem Markt, 2011 gab es das letzte Facelift. Ein Nachfolger dürfte frühestens im Spätsommer 2014 kommen.
Wirklich klein ist der Corsa längst nicht mehr

Gar nicht mehr so klein: Der aktuelle Corsa misst 3,99 Meter. Die letzte Modellpflege gab es 2011.
Bild: Lena Barthelmess
Unter dem Oberbegriff Ecoflex schnürt Opel ein ganzes Bündel von Sparmaßnahmen, die sie in jeweils unterschiedlichen Zusammenstellungen anbieten. Neben Leichtlaufreifen und -ölen gehören dazu Dinge wie geänderte Getriebeabstufungen oder verkleidete Unterböden und eine Absenkung der Karosserie zugunsten eines geringeren Luftwiderstands. Die auffälligste Maßnahme stellt sicherlich das Start-Stopp-System dar. Es ist für viele Motoren verfügbar (355 Euro) und spart bis zu 0,4 l/100 km. Der 1,2-Liter-Motor mit 70 PS ist der passende Antrieb für das pragmatische Einkaufswägelchen. Für die Stadt ausreichend, stößt der kleine Vierzylinder auf Landstraße und Autobahn schnell an seine Grenzen. Für das Spitzentempo von 160 braucht es reichlich Anlauf. Einmal in Schwung, schwimmt der Corsa auf der Autobahn im Fenster von 120 bis 140 km/h aber problemlos mit. Der gleiche Motor mit 15 PS mehr ist zwangsverheiratet mit einem automatisierten Fünfganggetriebe. Gegen 1545 Euro Aufpreis ist diese Variante für Autogas optimiert und verfügt über ein manuelles Fünfganggetriebe. Das kann sich bei derzeitigen LPG-Preisen von 0,77 Euro/Liter als Dieselalternative schnell rechnen. Allerdings sollte sich eine entsprechende Tankstelle im Umkreis befinden.
Zwei OPC-Versionen für sportliche Fahrer

Beim Corsa OPC stecken 192 PS unter der Haube, bei der Nürburgring Edition sind es sogar 210 PS.
Bild: Lena Barthelmess
Wenn schon OPC, dann empfehlen wir, gleich zur nochmals 18 PS stärkeren Nürburgring Edition zu greifen. Deren Hauptvorteil, das mechanische Sperrdifferenzial, sorgt für eine spürbar bessere Traktion, und auch das Einlenkverhalten profitiert deutlich. Der Einstiegsdiesel 1.3 CDTI mit 75 PS tritt mit kräftigem Schub schon ab 1750 Touren an. Gaspedalreaktionen erfolgen vergleichsweise spontan ohne auffälliges Turboloch. Der Verbrauch geht mit 4,2 Litern ohne Start-Stopp in Ordnung. Für Vielfahrer ist dies der passende Antrieb, allerdings raten wir zur stärkeren Variante mit 95 PS (plus 895 Euro). Die schickt noch mal 20 Newtonmeter mehr Drehmoment auf die Kurbelwelle bei nur geringem Mehrverbrauch. Der große Diesel (1.7 CDTI, 130 PS) spielt mit mehr Drehmoment als die OPC Nürburgring Edition auf – eine starke Vorstellung mit 300 Newtonmetern. Sie wird mit 4,5 Liter Normverbrauch auch nicht unnötig teuer erkauft. Im Gegenzug sind dafür dann mehr als 19.000 Euro anzulegen.
Für alle Geschmäcker die passende Ausstattung

Vier Ausstattungslinien gibt es zum Corsa, die sich durch zahlreiche Extras ergänzen lassen.
Bild: Lena Barthelmess
Selection ist nicht mit dem 1.4 Turbo und dem großen Diesel kombinierbar. Edition (1655 Euro Aufpreis, 16 Prozent Anteil) bringt ein CD-Radio, eine manuelle Klimaanlage und eine asymmetrisch teilbare Rücksitzlehne mit. Greifen Sie lieber zum nur 170 Euro teureren Sondermodell Active. Das bringt noch Dinge wie Aluräder, Bordcomputer, Lederlenkrad und Tempomat mit. Für die bei Edition serienmäßige asymmetrisch klappbare Rückbank werden hier jedoch 160 Euro extra fällig. Opel will Active mindestens bis Ende 2013 im Programm führen, dann folgt ein neues Sondermodell. Insgesamt wählen 57 Prozent der Kunden ein Sondermodell. Zu Active gesellen sich noch die Color-Line-Modelle (8 Prozent). Sie kennzeichnen Aluräder, Sportfahrwerk, Sportsitze, bunte Applikationen im Innenraum sowie teils Streifenfolierungen (ab 3070 Euro Aufpreis). Innovation, mit 3900 Euro Aufschlag die höchste Ausstattungslinie, bringt Luxus in den Corsa: Kurvenlicht, Lenkrad- und Sitzheizung, Regensensor, Tempomat und Kopfairbags. Auch Aluräder in 16 Zoll und Sitze mit Stoff/Kunstlederbezug zählen hier zum Lieferumfang.
Die meisten Linien lassen sich noch durch weitere Extras ergänzen: Anhängerkupplung (670 Euro), Multimedia-Navi (in der Basis 1475 Euro), Schiebedach (ab Edition, 850 Euro), Standheizung (ab Edition, 1785 Euro) oder der Fahrradträger Flexfix (590 Euro) sind nur einige Beispiele. Der Corsa OPC 1.6 Turbo in zwei Versionen ab 24.265 Euro läuft als eigene Linie und ist mit Spoilerpaket, Sportfahrwerk und zahlreichen weiteren sportiven Extras für Ex- und Interieur bestückt. Die Nürburgring Edition (plus 4000 Euro) bietet obendrein ein Bilstein-Performance-Fahrwerk, eine Brembo-Bremsanlage mit 305er-Scheiben sowie das mechanische Sperrdifferenzial.
Mehr Infos zum Opel Corsa und die Kaufempfehlung der Redaktion finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und vielen Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.
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