Opel Mokka 1.2 Turbo, VW T-Cross 1.0 TSI: Test
Stadt, Land, SUV: Kann der Opel Mokka den VW T-Cross schlagen?

Es gibt sie noch – die günstigen SUV mit sparsamem Benziner und Lust auf City-Alltag. Opel Mokka 1.2 und VW T-Cross 1.0 sind solche Typen. Ein Vergleichstest.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Klein, patent, flink und nicht mal zu teuer – trotzdem echt SUV. Traumhaft! Darf man das so sagen? Hier geht es schließlich nur um spärlich-kleine (größentechnisch gesehen) Typen mit eher bescheidenem Image. Wir meinen: Unbedingt darf man das so einordnen.
Denn Opel Mokka und VW T-Cross passen als Stadt-SUV bestens in die Zeit, in die Parkhäuser und in die engere Wahl, wenn es um vernunftgesteuerten SUV-Kauf gehen soll. Ist doch alles drin und dran, was diese Klasse so begehrt macht: Hoch sitzen, stämmiges Aussehen und viel Sicherheit fahren bei Mokka und T-Cross trotz kompakter Grundfläche mit.
Opel verlangt mehr als VW
Wo das bessere Gesamtpaket lauert, zeigt unser Test der beiden City-SUV als Benziner mit Dreizylinder und Frontantrieb. Im Test der 136 PS starke Mokka 1,2 Turbo für 28.565 Euro und der 26.815 Euro teure VWT-Cross 1,0 TSI mit 116 PS.

Beim Grundpreis ist der VW T-Cross das günstigere Angebot, mit allen relevanten Extras liegt er knapp auf Augenhöhe mit dem Opel Mokka.
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Der theoretische Vorteil liegt beim teureren Opel. Das Auto ist schließlich stärker, unter der Haube arbeitet ein größerer Motor mit mehr Hubraum und mehr Drehmoment, länger und breiter ist der Mokka ebenfalls. Doch folgt daraus automatisch: mehr Platz, mehr Power, mehr Auto? Klares Nein. Denn der VW ist nur wenige Millimeter kürzer, bietet dennoch ungleich mehr Raum für Mann und Material.
Fahrzeugdaten
Modell | Opel Mokka 1.2 Turbo | VW T-Cross 1.0 TSI |
|---|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Dreizylinder, Turbo | Dreizylinder, Turbo |
Einbaulage | vorn quer | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Zahnriemen | Zahnriemen |
Hubraum | 1199 cm³ | 999 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 100 (136)/5500 | 85 (116)/5500 |
Nm bei 1/min | 230/1750 | 200/2000 |
Vmax | 204 km/h | 193 km/h |
Getriebe | Sechsgang manuell | Sechsgang manuell |
Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 215/60 R 17 H | 215/45 R 18 V |
Reifentyp | Continental EcoContact 6 | Pirelli Cinturato P7 |
Radgröße | 6,5 x 17" | 7 x 18" |
Abgas CO2 | 123 g/km | 133 g/km |
Verbrauch* | 5,2 l | 5,6 l |
Tankinhalt | 44 l | 40 l |
Kraftstoffsorte | Super | Super |
Partikelfilter | Serie | Serie |
Vorbeifahrgeräusch | 67 dB(A) | 66 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1200/620 kg | 1100/630 kg |
Stützlast | 61 kg | 75 kg |
Kofferraumvolumen | 350–1105 l | 385–1281 l |
Länge/Breite/Höhe | 4151/1791–1987**/1534 mm | 4127/1760–1993**/1573 mm |
Radstand | 2557 mm | 2551 mm |
Grundpreis | 28.565 Euro | 26.815 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 31.845 Euro | 31.465 Euro |
T-Cross mit besserem Platzangebot
Subjektiv geht es ebenfalls rundum luftiger zu, im Fond steht auch nach Maßband mehr Raum vor den Knien und über dem Kopf zur Verfügung. Auch der Einstieg in Reihe zwei des Opels fällt unter dem flachen Dachbogen hindurch schwerer als bei VW, gleichzeitig lassen die größeren Sitze des T-Cross eine entspanntere Haltung zu. Mehr Gepäck geht ebenfalls in den VW hinein – egal ob bei aufgestellter oder flach gelegter Rücksitzbank.

Raumökonomie: Der VW ist kürzer und schmaler als der Opel, bietet aber vorne wie hinten mehr Platz – und den besseren Einstieg.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Immerhin sehen wir im Opel das belastbarere Auto. Der Mokka darf als 1,2er schwerere Anhänger ziehen und größere Lasten im Kofferraum mitschleppen. Schade: In unserem Testwagen nutzt das Multimediasystem des Mokka die Navigation des Smartphones und liefert keine eigenen Daten. Eine Sprachbedienung von Audiodiensten oder gar die Ansteuerung von Systemfunktionen ist ebenfalls nicht vorgesehen.
Navigation im Mokka nur per Handy
Darüber hinaus haben wir Differenzen im Telefonsystem und in der Online-Verknüpfung ausgemacht. So verfügt nur der VW über eine Lademöglichkeit des Smartphones über eine Induktions-Schnittstelle, gleichzeitig lassen sich beim Opel Apple- und Android-Geräte nur per Kabel (Anschlussbuchsen in der Mittelkonsole) mit dem Bordsystem verknüpfen.

Nicht ohne mein Smartphone: Eine Navigation ist beim Mokka-Testwagen leider nicht ins Bordsystem integriert.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Dem Testwagen von VW stand dagegen das Multimediasystem Navigation Discover Pro beziehungsweise das daran geknüpfte Bedienkonzept zur Verfügung. Entsprechend darf der Fahrer ein gutes Sprachbedienelement nutzen, wird von einer schnellen (im Sinne von Stauerkennung) Navigation geführt. Leider muss der Nutzer bei diesem System umständlich in Einstellungsmenüs herum"touchen" oder für die Lautstärkeregelung auf glatte Tasten innerhalb des Bildschirms tippen.
Ansonsten zeigt sich der VW verbindlicher. Er ist nämlich auch in der Gesamtbetrachtung das rundum komfortablere Auto. So arbeitet die Federung des T-Cross erwachsener, das Geräuschniveau liegt (gefühlt) niedriger, dazu umfassen die Vordersitze Fahrer und Beifahrer liebevoller.
Messwerte
Modell | Opel Mokka 1.2 Turbo | VW T-Cross 1.0 TSI |
|---|---|---|
Beschleunigung | ||
0–50 km/h | 3,6 s | 3,4 s |
0–100 km/h | 9,6 s | 10,3 s |
0–130 km/h | 14,9 s | 17,5 s |
0–160 km/h | 25,1 s | 30,6 s |
Elastizität | ||
60–100 km/h | 6,5/8,7 s (4./5. Gang) | 7,3/10,1 s (4./5. Gang) |
80–120 km/h | 9,4/12,9 s (5./6. Gang) | 11,0/16,7 s (5./6. Gang) |
Leergewicht/Zuladung | 1205/510 kg | 1285/465 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 63/37 % | 59/41 % |
Wendekreis links/rechts | 11,2/11,3 m | 10,6/10,7 m |
Sitzhöhe | 655 mm | 630 mm |
Bremsweg | ||
aus 100 km/h kalt | 34,0 m | 36,1 m |
aus 100 km/h warm | 34,7 m | 36,3 m |
Innengeräusch | ||
bei 50 km/h | 59 dB(A) | 58 dB(A) |
bei 100 km/h | 65 dB(A) | 66 dB(A) |
bei 130 km/h | 69 dB(A) | 69 dB(A) |
Verbrauch | ||
Sparverbrauch | 5,4 l/100 km | 5,4 l/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 6,6 l S/100 km (+27 %) | 6,6 l S/100 km (+18 %) |
Sportverbrauch | 9,0 l/100 km | 8,6 l/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 157 g/km | 157 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 660 km | 600 km |
Im Opel steckt etwas mehr Sportlichkeit
Auch der Ausstattungsumfang des VWs bietet mehr fürs Geld. Einparksensorik rundum und Sitzheizung vorne sind nämlich serienmäßige Posten, das kostet bei Opel – in Paketen verschachtelt – rund 2400 Euro zusätzlich. Der Mokka hält immerhin mit der edleren Klimaautomatik dagegen. Dafür lässt sich bei VW gegen Aufpreis die Temperatur links und rechts getrennt voneinander ansteuern.

Sport vs. Komfort: Im Opel steckt ein Quäntchen mehr Fahrdynamik. VW kontert mit dem insgesamt komfortablen Auto.
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Weiter geht's mit Mehrwert bei VW. Den T-Cross stattet VW mit mehr Fahrassistenz aus. Eine Parklenkautomatik sowie eine Staufolgefunktion sichern wenigstens gegen Aufpreis mit kompetenter Ausführung ab – diese Systeme sind bei Opel nicht zu bekommen. Dabei benötigen beide Autos diese elektronischen Helfer nicht um jeden Preis – denn beide Klein-SUV verhalten sich sehr sicher beim Ausweichen, leisten sich keine Schwächen im Geradeauslauf, liegen satt und sauber dirigierbar auf der Straße.
Platzierung
Modell | VW T-Cross 1.0 TSI | Opel Mokka 1.2 Turbo |
|---|---|---|
Punkte* | 552 | 495 |
Platz | 1 | 2 |
Fazit | Geräumiger, komfortabler und vor allem in puncto Connectivity viel moderner aufgestellt. | Das schnellere Auto, das eine Spur aktiver durch die Stadt flitzt – doch weniger Ausstattung wirft ihn zurück. |
Im Opel steckt dabei ein Quäntchen mehr Sportlichkeit. Das Auto fühlt sich in Kurven lustvoller an, heftet sich knackiger an die Straße. Außerdem bremst der Mokka feiner und effektiver. Das bessere SUV macht diese Leistung nicht aus ihm, er zeigt sich aber fast genauso fit für Stadt und Land wie der VW.
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