Pannen bei E-Autos: kaum Liegenbleiber mit leerem Akku
Immer seltener bleiben E-Autos mit leerer Batterie liegen

– Die Sorge vorm Liegenbleiben mit leerem Akku hält manchen davon ab, ein Elektroauto zu kaufen. Doch real gibt es immer seltener Probleme, zeigt eine neue Pannenstatistik. Einsätze für liegen gebliebene Elektroautos nehmen immer weiter ab!
Bild: Porsche AG
Ist der Akku eines E-Autos leer, bleibt es stehen. Das ist an sich kein Problem, denn das Batteriemanagementsystem von modernen E-Autos schaltet den Strom lange vor dem Moment ab, wenn die Batterie tiefentladen ist und Schaden nehmen würde.
Doch im Nirgendwo liegen zu bleiben, ist für Fahrer eines Elektroautos noch unangenehmer als für diejenigen, die mit einem Verbrenner unterwegs sind. Denn wo beim Benziner oder Diesel ein Reservekanister weiterhilft, muss ein E-Auto zumeist zur nächsten Ladesäule geschleppt werden, wenn kein Pannenhelfer mit Ladevorrichtung verfügbar ist.
Typ-2-Ladekabel im Vergleich
Das ist eine der Ängste, die Menschen zögern lässt, sich ein Elektroauto zu kaufen. Wie unbegründet diese Sorge inzwischen ist, zeigt eine aktuelle Statistik des britischen Automobilclubs AA (steht für "Automobile Association"). Wie der deutsche ADAC oder AvD unterhält auch der die AA im Vereinigten Königreich eine mobile Pannenhilfe.
Sie zählt im ablaufenden Jahr 2024 durchschnittlich rund 8000 Notrufe, die täglich eingehen und zu Hilfseinsätzen führen. Doch in nur deutlich unter einem Prozent der Fälle (etwa fünf bis sechs Einsätze) ist ein E-Auto mit leerem Akku liegen geblieben.
In acht Jahren um 80 Prozent weniger Fälle
Aufschlussreich wird diese Zahl, setzt man sie mit früheren Daten ins Verhältnis. Denn laut AA lag die Zahl der Notrufe wegen leerer Traktionsbatterie im Jahr 2023 noch bei 2,26 Prozent. Im Jahr 2015 seien es sogar noch 8,26 Prozent gewesen.
In den jeweiligen Jahren lag die Zahl der Elektroautos anteilsmäßig selbstverständlich weit geringer. Heute sind in Großbritannien rund 1,3 Millionen Autos mit vollelektrischem Antrieb angemeldet, was einer Quote von rund 19 Prozent entspricht.
"Damit sind die Fallzahlen in den vergangenen Jahren um 80 Prozent gesunken", sagt AA-Präsident Edmund King. Seiner Ansicht nach haben vielerlei Gründe zu der signifikanten Verbesserung geführt: Zum einen hätten Fahrer inzwischen gelernt, die Reichweiten der Elektroautos zu kalkulieren und rechtzeitig einen Ladepunkt anzusteuern.
Auch die Zahl der öffentlichen Ladesäulen habe sich merklich erhöht. Überdies hätten größere Akkus dazu geführt, dass Elektroautos größere Radien erreichen. Kings Resümee: "Mit diesen Zahlen im Kopf sollte Reichweitenangst der Vergangenheit angehören."
E-Autos und Verbrenner mit ähnlichen Pannenursachen
Übrigens liegt laut Automobile Association die Pannenursache "leerer Akku" auch innerhalb der Gruppe reiner E-Autos recht niedrig: Insgesamt betrug der Anteil der AA-Notrufe wegen Energiemangels im aktuellen Jahr 2024 lediglich 2,2 Prozent. Im Juni 2024 fiel sie auf einen historischen Tiefpunkt, nämlich auf 1,4 Prozent.
Die Pannenursachen, die Elektroautos zur Strecke bringen, ähneln denen der Verbrenner: Oft ist es die Zwölf-Volt-Starterbatterie, die beim Elektroauto das Bordnetz mit Strom versorgt. Zu vergleichbaren Ergebnissen kommt auch der ADAC.
Service-Links












