Platz 1 mit 527 von 800 Punkten: Mazda3 e-Skyactiv G 2.0 M Hybrid. Günstiger Kaufpreis zudem tolle Handschaltung, Bedienung geheimnisfrei. Solide verarbeitet. Preis: ab 23.990 Euro; Verbrauch: 6,6 l S/100 km; Leistung: 122 PS.
Platz 2 mit 514 von 800 Punkten: Peugeot 308 PureTech 130. Fährt zackig. In zeitgemäße Konnektivität, Bedienung nur für Smartphone-Geübte, Top-Sitze, teuer. Preis: ab 26.850 Euro; Verbrauch: 6,7 l S/100 km; Leistung: 131 PS.
Die schlechte Nachricht: Wirklich kompakt sind diese Kompakten mit rund 4,40 Metern längst nicht mehr. Die gute: Mazda3 und Peugeot 308 sind ausdrucksstark gezeichnet. Beide erinnern an einen Angestellten, der sich zwar den Zwängen des Alltags unterordnet, aber mit ein paar Tattoos und ausgefallenen Hobbys dagegenstemmt, unsichtbar zu werden.

Der Dreizylinder des 308 knurrt in kaltem Zustand

Das Peugeot typische i-Cockpit über kleinem Lenkrad soll beim 308 einen Head-up-ähnlichen Effekt erzielen. Fahrer über 1,90 Meter klagen aber über Beinkontakt mit dem Lenkrad. Ein Head-up-Display kann es auch nicht ganz ersetzen, zumal die Cockpitanzeigen recht klein geraten sind. Die Lenkung wirkt hektisch wie Louis de Funès, obwohl mit 2¾ Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag nicht direkter untersetzt als die des Mazda.
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Der leicht zappelige Eindruck entsteht durch die Kombination von Mini-Lenkrad und geringem Kraftaufwand. Bei kurzen Unebenheiten rollt der 308 kantig-spröde ab mit straffer Grundnote. Richtig üble Schlaglöcher aber pariert er so gekonnt, wie man es von einem Franzosen erwarten darf. Der Dreizylinder knurrt in kaltem Zustand und beim Beschleunigen, arbeitet auf der Autobahn aber fast lautlos dank langer Übersetzung und guter Dämmung.
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Peugeot 308 (2021): Test - Connectivity-Check - Infotainment

Neuer Peugeot 308 im Connectivity-Check: Was gefällt – und wo es noch hakt


Das Infotainment mit Touchscreen ist zweifellos modern (Apple CarPlay/Android Auto kabellos), erfordert aber Vorkenntnisse: Zurück ins Hauptmenü mit drei Fingern auf dem Schirm, Spracherkennung aufwecken mit "Okay, Peugeot!", und die Schnellzugriffstasten lassen sich frei belegen, wenn man länger draufdrückt.
Peugeot 308 PureTech 130
Die guten Mazda-Sitze toppt der 308 mit AGR-Sitzen (590 Euro).
Peugeot kennt dieses Problem und liefert sogar erläuternde Video-Clips mit – trotzdem nicht das ideale Verleiher-Auto, zumal das System Selbstverständliches wie das Radio gern versteckt und nur vorformulierte Befehle wie "Bring mich zur nächsten Tankstelle!" versteht. Oder uns falsch versteht. Statt wie verlangt nach Witzhave (bei Hamburg) will uns das System beharrlich zur Havel navigieren. Typisch für reine Touch-Systeme: Cockpit-Dimmer im Untermenü.

Mazda: saubere Schaltung, kaum Hartplastik und Saugmotor

Der solide verarbeitete, innen fast hartplastikfreie Mazda bietet dagegen ein klassisches Auto-Erlebnis, wirkt schon von der Lenkung her natürlicher, organischer. Ein Saugbenziner mit viel Hubraum, gekoppelt an eine gut flutschende Sechsgang-Handschaltung mit kurzen Schaltwegen.
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Mazda3 (2019): Test - Connectivity - Check - Infos

Connectivity-Check im neuen Mazda3


Unter 3000 Touren tut sich nicht viel, beim Überholen eines Lkw muss man zwei Gänge zurückschalten – keine Strafe bei diesem Getriebe. Die etwas kurzhubige Federung pariert unsere Rumpelstrecke zunächst ordentlich, um bei Übertreibung das Heck plötzlich nach oben zu werfen. Bei deaktiviertem ESP kommt es herum, beherrschbar allerdings.
Mazda 3 e-Skyactiv G 2.0 M Hybrid
Das ausdrucksstarke Design des Mazda3 geht auf Kosten der Übersichtlichkeit. Mit 4,46 Meter Länge fast ein Mittelklässler.
Das Mazda-Infotainment kann weniger (Apple CarPlay via Kabel), dafür ist es schnell und via Dreh-Drück-Steller blind bedienbar. Da verzeihen wir die zeitraubende Zieleingabe per Buchstabenkreis. Die guten Sitze des Mazda toppt der Peugeot mit noch besseren. Fester Halt für Becken und Lordose sind top! In der Selection-Ausstattung sind sie im Paket. Trotz verschiedener Motorkonzepte sind die Testverbräuche fast gleich. Die Gesamtkosten nicht; der 3er ist klar billiger.

Bildergalerie

Mazda 3 e-Skyactiv G 2.0 M Hybrid  Peugeot 308 PureTech 130
Peugeot 308 PureTech 130
Peugeot 308 PureTech 130
Kamera
Kompakt-Vergleich: Peugeot 308 gegen Mazda3 – alle Bilder und technischen Daten

Fazit

Erstaunlich emotionale, expressive Autos hat die Kompaktklasse hervorgebracht und schön eigenwillige wie diese beiden. Der Peugeot spricht die Fans von Touchscreens und kabelloser Konnektivität an; den Mazda hingegen wird lieben, wer auf "Smartphones auf Rädern" genervt reagiert. Der Japaner kostet weniger und gewinnt!

Von

Rolf Klein
Berend Sanders