Er ist eines dieser Autos, die gerade sehr gefragt sind: der Peugeot 3008. Ein SUV in kompakter Größe. Seit 2009 wird er gebaut und, das kann man jetzt so sagen, die ersten beiden Generationen fielen nicht wirklich durch besonderes Design oder Finesse auf.
Hinweis
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Mit der neuen Auflage ändert sich das jetzt. Nummer drei kommt mit einer ganz neuen Formensprache, kantiger und eckiger als bisher, viel auffälliger. Der E-3008 ist 4,54 Meter lang, 1,90 Meter breit und 1,64 Meter hoch – wirkt mit seinem ganzen Auftritt aber größer, als er in Wirklichkeit ist.

Cockpit-Landschaft mit futuristischem Touch

Die Technik stammt von der neuen STLA-Medium-Plattform des Stellantis-Konzerns – zu dem unter anderem Alfa Romeo, Citroën, Fiat, Jeep, Opel und viele mehr gehören. Im Test ist hier die Elektrovariante E-3008 mit 213 PS und Frontantrieb, später werden E-Versionen des 3008 mit 230 PS, Allradantrieb mit 320 PS und auch ein 1,2-Liter-Hybrid mit 136 PS folgen.
Peugeot E-3008
Licht und Schatten: Der Arbeitsplatz ist leicht futuristisch, hat schöne Materialien. Aber das kleine, eckige Lenkrad passt nicht jedem.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
An Bord wartet eine interessante Cockpit-Landschaft. Ein bisschen im Lounge-Charakter, leicht futuristisch, eigenständig und mit schönen Materialien. Wie stets bei Peugeot liegen die Instrumente über dem sehr kleinen und tief platzierten Lenkrad. Diese Position ist gewöhnungsbedürftig und passt nicht jedem, auch die Meinungen der Tester waren geteilt – also am besten vorher mal ausprobieren.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart 
Synchronelektromotor 
Spitzenleistung 
157 kW (213 PS) 
Dauerleistung 
62 kW 
max. Drehmoment 
345 Nm 
Vmax
170 km/h 
Getriebe 
Einganggetriebe 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
235/50 R20 V 
Reifentyp 
Michelin E Primacy 
Radgröße 
7,5 x 20" 
Reichweite* 
504 km 
Verbrauch* 
17,7 kWh 
Batteriekapazität (netto) 
73 kWh 
Batterieart 
Lithium-Ionen 
Ladeleistung (AC/DC) 
11/160 kW 
Ladeanschluss 
hinten links 
Ladezeit (20-80 %, DC)
ca. 30 Minuten 
Fach unter Frontklappe 
Vorbeifahrgeräusch 
65 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1250/750 kg 
Stützlast 
80 kg 
Kofferraumvolumen 
520–1480 l 
Länge/Breite/Höhe 
4542/1895–2108**/1641 mm 
Radstand 
2739 mm 
Grundpreis
48.650 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
53.450 Euro

Verschachtelte Menüs in angenehmer Grafik

Das leicht zum Fahrer gebogene Panoramadisplay ist beim GT 21 Zoll groß – 53,3 Zentimeter. Darin enthalten sind das Kombiinstrument – mit Infos etwa über Tempo, Leistung, Energiefluss, Reichweite, Bordcomputer. Und der Touchscreen fürs Multimedia, Klima, Navi, Einstellungen und so weiter. Alles vielfach konfigurierbar und in eher zurückhaltender Grafik mit viel Schwarz-Weiß gehalten – was von vielen Testern als angenehm empfunden wurde. Die verzwickten und verschachtelten Menüs jedoch sind etwas für abenteuerlustige Menschen. Man verläuft sich da ganz gern mal.
Peugeot E-3008
Gut gemacht: Die farblich zurückhaltende Grafik des großen Displays ist angenehm. Bei den Menüs gibt es aber Verbesserungspotenzial.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das System arbeitet mit Echtzeit-Navi von TomTom, smartem Reiseplaner – mit vorgeplanten Ladestopps – Over-the-Air-Updates sowie drahtlosem Apple CarPlay und Android Auto. In der Mitte des Armaturenbretts finden sich zehn Kurzwahltasten – von Peugeot Toggles genannt –, auch die lassen sich konfigurieren, also je nach Belieben etwa mit den Funktionen für Navigation, Radio oder Klima belegen. Und es gibt einen echten Drehregler für die Lautstärke. Fein.

Vorne ist der Peugeot geräumig

Mit seinem Platzangebot sortiert sich der Peugeot etwa im Mittelfeld der Klasse ein, vorn geräumig, hinten im Vergleich doch eher knapp geschnitten. Die Komfortsitze vorn (Paket 3050 Euro) sind sehr gelungen – groß, gut ausgeformt, vielfach verstellbar, beheizt, belüftet, mit Massagefunktion – und tragen das AGR-Siegel (Aktion "Gesunder Rücken"). Im Fond geht es nicht ganz so großartig zu, die Rückbank hat eine ziemlich kurze Auflage und ist recht flach über dem Boden montiert.

Reichweite ist ganz ordentlich

Der Akku im Test-Peugeot hat eine Kapazität von 73 kWh (netto) – später ist noch eine größere Batterie mit 98 kWh vorgesehen. Im Test schaffte der Peugeot eine Reichweite von 372 Kilometern – ein ordentlicher Wert.
Peugeot E-3008
Mit dem 73 kWh großen Akku kommt der E-3008 im Test 372 Kilometer weit. An der Ladesäule kann er mit maximal 160 kW befüllt werden.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das System arbeitet mit 400-Volt-Technik, lädt mit 11 kW an der Wechselstrom- und mit maximal 160 kW an der Gleichstromsäule. Von 20 auf 80 Prozent Akkufüllung dauert es rund 30 Minuten – das können andere besser.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,8 s 
0–100 km/h 
8,9 s 
0–130 km/h 
14,2 s 
0–160 km/h 
22,0 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,3 s 
80–120 km/h 
5,7 s 
Leergewicht/Zuladung 
2215/425 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
53/47 % 
Wendekreis links/rechts 
11,3/11,3 m 
Sitzhöhe 
705 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
35,6 m 
aus 100 km/h warm 
37,3 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
56 dB(A) 
bei 100 km/h 
63 dB(A) 
bei 130 km/h 
68 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
15,6 kWh/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
22,8 kWh/100 km
(+29 %)
Sportverbrauch 
35,3 kWh/100 km 
CO2 (lokal) 
0 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
372 km 

Das E-SUV tritt zügig an

Den Standardsprint von null auf 100 km/h erledigt der Peugeot in 8,9 Sekunden, bei 170 km/h ist er abgeregelt. Er tritt zügig an, doch nicht so vehement wie andere in dieser Klasse. Das E-System lässt sich gut dosieren, die Rekuperation kann mit den Schaltwippen am Lenkrad in drei Stufen verstellt werden.
Peugeot E-3008
In 8,9 Sekunden geht der E-3008 aus dem Stand auf Tempo 100, bei 170 km/h regelt die Elektronik den Vortrieb endgültig ab.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das eckige Lenkrad liegt schlecht in der Hand. Es gibt, liebe Peugeot-Formgestalter, Gründe dafür, dass Lenkräder seit ungefähr hundert Jahren meist rund sind, vielleicht kommt ihr drauf.

Wertung

Wertung
Karosserie
Platzangebot vorn in Ordnung, im Fond eher knapp. Zuladung 425 kg. Interessantes Interieur-Design.
3/5 Punkten
Antrieb
E-Motor mit 231 PS, Frontantrieb. System gut dosierbar, Rekuperation verstellbar.
3,5/5 Punkten
Fahrdynamik
Braves, friedliches Fahrverhalten. Synthetische Lenkung, Antriebseinflüsse. Bremsen mit Fading.
3,5/5 Punkten
Connected Car
Riesiges Display. Apple CarPlay und Android Auto kabellos. Schnelle Sprachsteuerung.
4/5 Punkten
Umwelt
Relativ kompakte Abmessungen, aber hohes Gewicht (2,2 Tonnen). Lokal emissionsfrei.
3,5/5 Punkten
Komfort
Bequeme Sitze (Aufpreis), fährt sehr leise. Federung auf Querfugen poltrig, umfangreiche Ausstattung.
3,5/5 Punkten
Kosten
Hoher Preis, Wartungsintervall ein Jahr. Wiederverkaufswert eher unklar, zwei Jahre Garantie.
2,5/5 Punkten
AUTO BILD-Testnote
3+
Die Lenkung selbst arbeitet indirekt, vermittelt wenig Gefühl, auch sind Antriebseinflüsse zu spüren. Der E-3008 rollt mit den 20-Zoll-Rädern recht hart ab, nimmt Querfugen poltrig, bügelt lange Wellen aber ganz gut aus. Insgesamt fährt er sich, mit seinen 2,2 Tonnen Gewicht, eher bedächtig. Oder sagen wir: gemütlich.
Den E-3008 mit 213-PS-Motor und Frontantrieb gibt es ab 48.650 Euro, den getesteten GT ab 53.450 Euro. Auch ziemlich auffällig.

Bildergalerie

Peugeot E-3008
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Peugeot E-3008 im Test

Fazit

Der neue Peugeot E-3008 kommt mit auffälligem Design und schönem, eigenständigem Interieur. Die Reichweite mit dem 73-kWh-Akku geht in Ordnung. Nicht so toll: die Bremsen. Und die hohen Preise. AUTO BILD-Testnote: 3+