Porsche 550 J von Hedley Studios
Dieser Porsche hat nur 21 PS – und kostet trotzdem über 80.000 Euro

Das britische Unternehmen Hedley Studios hat mit dem Porsche 550 J ein detailgetreues Replikat des 550 Spyder gebaut. Doch auf dem Datenblatt kann die Neuinterpretation nicht mit dem historischen Vorbild mithalten – und das ist nicht der einzige Haken beim 550 J.
Bild: Hedley Studios
Ein neues Cabrio von Porsche zum Preis von rund 81.000 Euro? Das klingt zunächst nach einem ganz guten Angebot für einen Sportwagen aus Zuffenhausen, der zudem noch im Design des Klassikers 550 Spyder kommt. Doch beim Blick auf das Datenblatt wird klar, dass es sich beim 550 J von Hedley Studios um einen deutlich reduzierten Porsche handelt.
Bei Hedley Studios handelt es sich um ein britisches Unternehmen, das sich auf verkleinerte, fahrbare Versionen berühmter Autos spezialisiert. Die Firma aus Oxfordshire hat schon kleine Replika von Modellen wie Ferrari oder Bugatti hergestellt. Jetzt haben sie eine Mini-Version des Porsche 550 Spyder veröffentlicht.
Der Klassiker aus den 1950ern war mit einer Länge von 3,70 Meter und einer Höhe von 98 Zentimetern schon damals ein kompakter Sportwagen. Der 550 J von Hedley Studios misst aber gerade einmal 2,90 Meter in der Länge und 80 Zentimeter in der Höhe.

Stellt man den Porsche 550 J (r.) direkt neben den 550 A Spyder (l.) fällt der Größenunterschied sofort auf.
Bild: Hedley Studios
Vollelektrisch und maximal 21 PS
Noch gravierender sind die Unterschiede aber unter der Haube. Während der originale 550 Spyder wahlweise 110 PS oder 135 PS aus einem Vierzylinder-Boxermotor leistete, hat die Mini-Version gerade einmal 21 PS aus einem Elektromotor. Dafür muss man aber schon zur Topversion "RS" greifen. In der "Basis" gibt es den 550 J lediglich mit 11 PS.

Der Elektromotor leistet beim 550 J maximal 21 PS.
Bild: Hedley Studios
Immerhin ist der Porsche von Hedley Studios leichter als das historische Vorbild. Gerade einmal 330 Kilogramm bringt er auf die Waage. Das sind mehr als 200 kg weniger als der 550 Spyder. Die Karosserie besteht nicht wie beim historischen Vorbild aus Aluminium, sondern aus Kohlefaser-Verbundmaterial.
Bei der Höchstgeschwindigkeit ist der 550 J aber jedem neuen Porsche unterlegen. Gerade einmal 80 km/h schafft die RS-Variante, die maximale Reichweite liegt laut Hersteller bei 80 Kilometern. Ohne das Sportpaket schafft der Mini-Porsche nur 65 km/h, die Reichweite schrumpft auf 50 Kilometer.
Brembo-Bremsen und eigens entwickelte Continental-Reifen
Optisch ist der 550 J praktisch eine Kopie des 550 A Spyder von 1956. Viele Designelemente wurden von Hedley Studios übernommen. Für eine bessere Performance hat der 550 J aber moderne Komponenten – etwa eine Brembo-Bremsanlage oder speziell entwickelte Reifen von Continental.

Im Innenraum des 550 J gibt es kaum Unterschiede zum historischen Vorbild. Die Rundinstrumente und das Dreispeichen-Lenkrad sehen fast genauso aus wie beim 550 Spyder.
Bild: Hedley Studios
Auch im Cockpit bleibt es klassisch: Schalensitze, ein Dreispeichen-Lenkrad mit Holzkranz und drei Rundinstrumente erinnern an die ersten Porsches. Nur bei der Tankanzeige hat sich etwas geändert – sie zeigt jetzt den Batteriestand. Ein besonders charmantes Detail: Der frühere Choke-Hebel übernimmt beim elektrischen 550 J die Wahl des Fahrmodus.
Apropos Fahren: Das geht mit dem Mini-Porsche ausschließlich auf privaten oder abgesperrten Strecken, denn eine Straßenzulassung gibt es für den 550 J nicht. Wer sich dennoch eines der auf 250 Exemplare limitierten Autos kaufen möchte, muss mindestens 69.500 Britische Pfund (vor Steuern) zahlen. Das entspricht aktuell rund 81.000 Euro. Würde man noch 1200 Euro zuzahlen, bekäme man für das Geld einen neuen Porsche Macan. Der ist ebenfalls vollelektrisch, leistet aber das 17-fache an PS des 550 J.
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