E-Lkw-Prognose: Ab 2030 ersetzen Batterie-Trucks die Diesel-Lkw
Elektrische Lkw verdrängen dieselbetriebene schon 2030!

Bild: Dirk Weyhenmeyer
Während der Verkauf von E-Autos zurzeit arg ins Stottern geraten ist, steuert der Schwerlastverkehr Zug um Zug auf eine elektrische Zukunft zu. Jüngst stellten mehrere Truck-Hersteller eine ganze Reihe rein elektrischer Schwer-Lastkraftwagen auf der Nutzfahrzeugmesse IAA Transportation in Hannover vor, wie den MAN eTGX oder den Mercedes-Benz eActros 600. Auch Scania und Volvo Trucks präsentierten neueste elektrische und wasserstoffbetriebene Lkw wie auch leichte H2-Transporter, der chinesische Hersteller BYD brachte einen elektrischen Doppeldeckerbus mit. Tesla zeigte seinen E-Sattelschlepper Semi-Truck.
Die Zukunft des Schwerlastverkehrs auf den Straßen ist emissionsfrei, genauer gesagt elektrisch. Das ist die zentrale Aussage einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. Die Studie sagt einen schnellen Industriewandel voraus: Danach dürften elektrische Lkw weltweit schon 2030 die klassischen dieselbetriebenen verdrängen. Mehr als jeder fünfte Lkw und Bus wird dann batterieelektrisch fahren, erwartet die PwC-Strategieberatung Strategy&, die die Studie Mitte September veröffentlicht hat. Die Experten erwarten für 2030 einen weltweiten Verkauf von 600.000 batterieelektrischen Lkw, für 2040 sagen sie 2,7 Millionen verkaufte Lkw voraus.
Typ-2-Ladekabel im Vergleich
Als wichtigen Treiber hat Jörn Neuhausen, der Leiter der Abteilung Elektromobilität bei Strategy& Deutschland, die Vorschriften zum Reduzieren des CO₂-Ausstoßes ausgemacht. Sie würden den Wandel der Logistikbranche "deutlich beschleunigen". Gleichzeitig wird mit massiv sinkenden Betriebskosten gerechnet. Neuhausen erwartet eine Vielzahl von Plattformen für elektrische Nutzfahrzeuge, die den Weg ebnen für einen breiten Einsatz in verschiedensten Anwendungen, vom Bus bis zum Baustellenkipper. Der Experte rechnet für die Zeit um 2030 mit einem Kipp-Punkt, ab dem der Wandel beschleunigt wird, 2035 sollen in Europa, Nordamerika und im Großraum China schon 70 Prozent sein.
Erhöhte Reichweite, erhöhte Ladegeschwindigkeit
Der Studie zufolge dürfte die Reichweite von Elektro-Lkw, -Sattelschleppern und -Bussen bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts um die Hälfte größer werden. Der aktuelle Mercedes-Benz eActros 600 soll bereits eine elektrische Reichweite von 500 Kilometern aufweisen und geht im November 2024 in Serie. Der MAN eTGX steht ebenfalls kurz vor der Markteinführung, er soll schon jetzt Reichweiten von bis zu 800 Kilometer ermöglichen. Marktweit geht die PwC-Studie von einer gesteigerten Reichweite von bis zu 900 Kilometern aus. Auch die Ladegeschwindigkeit werde sich beschleunigen, um die Hälfte steigen.

Zusammen mit E.On baut MAN die Ladeinfrastruktur für Nutzfahrzeuge in Deutschland und Europa aus: Ein Netz von 170 Standorten für HPC-Lader mit 400 kW Ladeleistung ist im Aufbau.
Bild: MAN / HansSeidl
MAN Trucks baut Ladenetz mit E.On auf
Schon jetzt kooperieren Lkw-Hersteller mit Energieversorgern beim Ausbau des Lkw-Ladenetzes. Jüngstes Beispiel ist die Zusammenarbeit von MAN mit E.On Drive, die das Ziel verfolgt, europaweit 170 Standorte mit 400 Ladepunkten für das öffentliche Laden von Elektro-Lkw aufzubauen. Die Ladegeschwindigkeit beträgt heute schon 400 kW.
Eine ausgebaute Ladeinfrastruktur an Autobahnen und bei Logistikbetrieben ist Voraussetzung für das Elektrifizieren des Schwerlastverkehrs. Wegen der großen Akkus in Lkw und deren Größe sind eigene Ladeparks vonnöten, die PwC-Studie rechnet mit einem Bedarf von europaweit 28.500 Ladepunkten.
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