Die meisten Autos auf deutschen Straßen haben einen Vorderradantrieb (hier ein Pro&Kontra zum Frontantrieb) und übertragen ihre Kraft dementsprechend nur über die Vorderräder auf den Asphalt. Dazu leisten die vorderen Bremsen einen Großteil der Bremskraft, weil sich die Fahrzeugmasse beim Bremsen nach vorn verlagert.
Klar, dass die Reifen vorne mehr leisten müssen als auf der Hinterachse und dadurch schneller verschleißen. Beim saisonalen Reifenwechsel von Winter- auf Sommerreifen und zurück stellt sich dann für viele Autofahrer die Frage: Wohin mit den stärker abgefahrenen Reifen, nach vorne oder hinten?

Hier finden Sie unsere aktuellen Winterreifen- und Ganzjahresreifen-Tests

Bessere Reifen nach vorne oder hinten?

Prinzipiell gehören die Reifen mit der stärkeren Profiltiefe nach hinten. Denn die Hinterachse sorgt für Stabilität beim Fahren. Der Wagen hält sich besser in der Spur. Gerade bei Nässe kann es zum großen Problem werden, wenn die Hinterreifen abgefahren sind. So gerät das Auto zum Beispiel bei Aquaplaning schneller ins Schleudern (AUTO BILD-Reifen-Profiltiefen-Test). 

Frontantrieb: Reifen regelmäßig tauschen

Aber ganz so einfach ist die Antwort dann doch nicht. Denn wenn bei einem Auto mit Vorderrad-Antrieb immer das schlechtere Reifenpaar nach vorne und das bessere nach hinten kommt, vergrößert sich der Unterschied in den Profiltiefen weiter. Und unterschiedliche Profiltiefen können ebenfalls die Stabilität des Autos beim Fahren beeinträchtigen.
BMW 5er Winterreifen im Test - Reifentest
Unterschiedliche Profiltiefen verschlechtern die Stabilität des Autos beim Fahren und können auch Einfluss auf die Aquaplaning-Sicherheit haben.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD

Um einen möglichst gleichmäßigen Verschleiß zu erreichen, sollten die Räder regelmäßig achsweise getauscht werden. Am besten immer nach etwa 15.000 Kilometern oder beim nächsten saisonalen Räderwechsel. Daran sollten auch Fahrer mit Ganzjahres-Bereifung denken. Sie sollten möglichst einmal im Jahr die Bereifung der Achsen austauschen. Das Gleiche gilt übrigens für Fahrzeuge mit Heckantrieb: Auch hier verschleißen die Räder an der Antriebsachse in der Regel etwas schneller und sollten zwischendurch getauscht werden.
Wichtig ist, dass die Reifen nur achsweise getauscht werden, damit die Profiltiefe zumindest auf der jeweiligen Achse gleich ist. Ansonsten kann die Fahrstabilität beeinträchtigt werden. Die Reifen diagonal zu tauschen ist nur möglich, wenn der Reifen symmetrisch ist. Asymmetrische Reifen haben Profile, die speziell für die rechte oder linke Fahrzeugseite ausgelegt sind. Auf der Außenseite sind sie in der Regel mit "Outside" gekennzeichnet. Außerdem muss die Laufrichtung beachtet werden. Bei falsch montierten Reifen kann das Profil nicht optimal arbeiten. Die Folgen sind zum Beispiel schlechte Haftung und Aquaplaning.

Profiltiefe und Alter: Wann müssen Reifen erneuert werden?

Der Gesetzgeber verlangt eine Restprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Das ist jedoch deutlich zu wenig, um noch sicher unterwegs zu sein. AUTO BILD empfiehlt bei Winterreifen mindestens vier Millimeter, bei Sommerreifen noch mindestens zwei Millimeter Restprofil. Liegt der Wert darunter, sollten Sie die Reifen schleunigst wechseln. Die Profiltiefe ermitteln Sie am besten mit einem Profiltiefenmesser.

Profiltiefenmesser

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Auch das Alter der Reifen kann ein Grund sein, die Pneus auszutauschen. Es kann an der sogenannten DOT-Nummer an der Reifenflanke abgelesen werden: Die ersten beiden Ziffern zeigen die Produktionswoche, die folgenden zwei Ziffern das Jahr an.
Messung der Reifenprofiltiefe mit einer Ein-Euro-Münze. Aufnahme von 2005. Ein wichtiges Instrument zur Messung der Profiltiefe war vor der Währungsumstellung für den Laien das gute, alte Markstück. Doch auch mit dem neuen Geld kann man leicht überprüfen, wann es Zeit wird, die alten Reifen gegen neue auszutauschen: Wird die goldene Umrandung einer Ein-Euro-Münze gerade noch verdeckt oder zeigt sie sich gar, sind die vier Millimeter Restprofil unterschritten
Profiltiefe messen: Wer keinen Profiltiefenmesser zur Hand hat, kann sich zur Not mit einer Ein-Euro-Münze behelfen. Der Rand der Münze ist drei Millimeter breit.
Bild: DPA

Wann ein Reifen tatsächlich "zu alt" ist, hängt stark von der Nutzung und äußeren Einflüssen ab. Grundsätzlich sollte man immer auf Alterserscheinungen wie poröses Gummi oder Rissbildung in den Flanken achten. AUTO BILD rät, die Reifen spätestens mit einem Alter von elf Jahren auszuwechseln, andere Experten, wie zum Beispiel vom ADAC, raten sogar schon nach sechs Jahren zu einem Tausch.