Rallye Dakar: Kolumne

Das letzte Abenteuer des Motorsports

Die Rallye Dakar ist die Königin unter den Wüsten-Rallyes. Doch was macht sie eigentlich so faszinierend?
In der Formel 1 wird über Track Limits diskutiert, in der Formel E über den Attacke-Modus, in der DTM über Stallorder. Das ist der moderne Rennsport. Aber es gibt sie auch noch, die Abenteuer im Motorsport. Mit der Rallye Dakar läuft derzeit gerade das wahrscheinlich wildeste Spektakel des Jahres.
Die Geschichte der Rallye Dakar: hier klicken
Die Königin der Wüsten-Rallyes hat auch in der 42. Ausgabe nichts an ihrem Glanz und ihrer Faszination verloren. Hier kämpfen gestandene Männer und Frauen mit den Elementen des Lebens. Mensch und Maschine geraten bei sengender Hitze und teuflischen Wüsten-Dünen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Das Risiko fährt immer mit: Seit der ersten Ausgabe 1979 sind 67 Menschen zu Tode gekommen.
Die Rallye Dakar verkörpert das, was den Motorsport überhaupt erst groß gemacht hat: Abenteuer. Der erste Grand Prix 1906 hat mehr mit der Rallye Dakar gemein als mit einem heutigen Formel-1-Grand Prix: Es wurde hintereinander und nicht gleichzeitig gestartet, es ging über Stock und Stein, das Rennen war unberechenbar.

Jutta Kleinschmidt gewann 2001 als einzige Frau und als einzige Deutsche die Wüsten-Rallye.

83 Autos sind in diesem Jahr dabei. Keiner weiß, wer die Rallye gewinnt. Wobei: Die Rallye Dakar hat ihre Spezialisten. Der Wüsten-Schumi heißt Stéphane Peterhansel – er gewann insgesamt 13 Mal, sieben Mal davon mit dem Auto, sechs Mal mit dem Motorrad. Und auch 2020 mischt der 54-Jährige mit seinem X-Raid Mini wieder ganz vorn mit.
Die Rallye Dakar lockt aber auch die Stars aus dem Motorsport. 2020 ist der zweimalige Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso dabei, landete schon zwei Mal in den Top-10. Der Spanier will die größten Rennen der Welt bestreiten und gewinnen – da gehört die Rallye Dakar einfach dazu. Mit Jacky Ickx hat es ihm ein Formel-1-Star schon vorgemacht: 1983 siegte der Belgier mit einem Mercedes.
Die Dakar lockt aber auch Amateure – ohne jegliche Rennerfahrung, nur mit einem Hang und Drang nach rasantem Abenteuer. Fürst Albert von Monaco war ebenso dabei wie der Ski-Weltmeister Luc Alphand (Sieger 2006 mit Mitsubishi). Mark Thatcher, der Sohn der berühmten Eisernen Lady Magarete Thatcher, war bei seinem Auftritt in den 1980er Jahren sogar für fünf Tage in der Sahara verschollen.
Die Rallye Dakar ist kein Schickimicki mit Edel-Hotels und Champagner-Partys. Jutta Kleinschmidt, 2001 Deutschlands einzige Dakar-Gewinnerin, berichtet: „Wenn wir mal ein Hotel hatten, dann waren wir manchmal ganz glücklich, sind aber teilweise auch wieder ausgezogen, weil wir Kakerlaken zu Besuch hatten. Es war sehr laut, schlafen war schwierig, selbst mit Ohrenstöpseln. Je nach Temperatur war es mal zu kalt, mal zu warm. Duschen war auch eher kompliziert. Die Einheimischen haben einen Eimer Wasser mit Schöpfer bereitgestellt, das war’s. Gegessen wurde am Boden.“
Alle Rallye-Dakar-Sieger mit dem Auto
1979 Alain Génestier (Range Rover)
1980 Freddy Kottulinsky (VW)
1981 René Metge (Range Rover)
1982 Claude Marreau (Renault)
1983 Jacky Ickx (Mercedes)
1984 René Metge (Porsche)
1985 Patrick Zaniroli (Mitsubishi)
1986 René Metge (Porsche)
1987 Ari Vatanen (Peugeot)
1988 Juha Krankkunen (Peugeot)
1989 Ari Vatanen (Peugeot)
1990 Ari Vatanen (Peugeot)
1991 Ari Vatanen (Citroën)
1992 Hubert Auriol (Mitsubishi)
1993 Bruno Saby (Mitsubishi)
1994 Pierre Lartigue (Citroën)
1995 Pierre Lartigue (Citroën)
1996 Pierre Lartigue (Citroën)
1997 Kenjiro Shinozuka (Mitsubishi)
1998 Jean-Pierre Fontenay (Mitsubishi)
1999 Jean-Louis Schlesser (Schlesser-Renault)
2000 Jean-Louis Schlesser (Schlesser-Renault)
2001 Jutta Kleinschmidt (Mitsubishi)
2002 Hiroshi Masuoka (Mitsubishi)
2003 Hiroshi Masuoka (Mitsubishi)
2004 Stéphane Peterhansel (Mitsubishi)
2005 Stéphane Peterhansel (Mitsubishi)
2006 Luc Alphand (Mitsubishi)
2007 Stéphane Peterhansel (Mitsubishi)
2009 Giniel de Villiers (VW)
2010 Carlos Sainz (VW)
2011 Nasser Al-Attiyah (VW)
2012 Stéphane Peterhansel (Mini)
2013 Stéphane Peterhansel (Mini)
2014 Nani Roma (Mini)
2015 Nasser Al-Attiyah (Mini)
2016 Stéphane Peterhansel (Peugeot)
2017 Stéphane Peterhansel (Peugeot)
2018 Carlos Sainz (Peugeot)
2019 Nasser Al-Attiyah (Toyota)

Fotos: Picture Alliance

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