Subaru? Da denken die meisten heute an Feld, Wald und Wiese. Wenn uns überhaupt etwas zu der Marke einfällt, die weltweit mehr Allradautos verkauft als "quattro"-Erfinder Audi. Doch älteren Semestern kommen dabei zuallererst Rallye-Champions wie Colin McRae in den Sinn – und blaue Limousinen mit goldenen Felgen. Denn mit einem entsprechend ausgestatteten Impreza WRX STi haben die Japaner in den frühen 1990ern die Rallyepisten dominiert, bevor ihr Produktprogramm peu à peu in die politisch korrekte Langeweile abgedriftet ist.
Doch vor allem daheim in Japan ist der ungehobelte Rallye-Renner unvergessen – und gerade wieder in aller Munde. Nachdem Subaru im vergangenen Herbst auf der Motorshow in Tokio bereits die noch ziemlich überzeichnete Studie eines würdigen Nachfolgers des WRX STi enthüllt hatte, folgt jetzt auf dem Autosalon der nächste Schritt.
Subaru WRX STi
Der Subaru Impreza WRX STi ist ein echter Asphaltklassiker.
Bild: Klaus Kuhnigk / AUTO BILD
Diesmal fällt das Schaustück der hauseigenen Scharfmacher von Subaru Tecnica International zwar deutlich gemäßigter aus, trägt dafür aber statt des Beinamens "Concept" nur noch ein "Prototype" hinter dem Namen – und auch das dürfte kaum mehr als eine Formalität sein. Denn zur Serie fehlt nun wirklich nicht mehr viel.

Subaru WRX STi mit Rallye-DNA und 275 PS

Schließlich basiert die scharf gemachte Version weitgehend auf dem bislang angebotenen Topmodell des WRX mit seinem leider noch unverändert 275 PS und 350 Nm starken 2,4-Liter-Turbo-Boxer. Wobei: Dem noch ein bisschen Leistung zu entlocken, dürfte eine leichte Übung sein – 300 PS sind ganz sicher greifbar.
Subaru WRX STi
Ein Blick ins Interieur des neuen Subaru WRX STi.
Bild: Subaru
Doch es sind nicht nur Elemente wie die dicken Backen und die Hutze auf der Haube, der neue Grill, die markante Abrisskante auf dem Heckdeckel, der große Diffusor zwischen den jeweils zwei Endrohren und der rote Splitter, der sich wie eine Bauchbinde rund ums Fahrzeug zieht, die den Unterschied machen. Und auch nicht allein die bissigen Brembos, die den Allradler beim Verzögern mit dem Asphalt verzahnen.
Den wahren Mehrwert bringt vielmehr eine Eigenheit, die den Japanern bislang vorenthalten wurde: Im Fußraum ragt ein drittes Pedal aus der Spritzwand, auf dem Mitteltunnel prangt ein Schaltknauf – und zum ersten Mal seit Urzeiten haben die Petrolheads in Tokio oder Kyoto ihr Schicksal wieder buchstäblich selbst in der Hand.

Goldene Felgen fehlen zum Glück der Petrolheads

Mit etwas Geschick könnte der Sprint von 0 auf 100 km/h damit sogar in weniger als fünf Sekunden gelingen. Selbst wenn die 280 km/h auf dem Tacho etwas optimistisch wirken, lässt der STi die üblichen 250 km/h sicher hinter sich. Und weil es nun auch eine Visko-Kupplung zwischen den Achsen gibt, ist noch mehr Grip garantiert – und zugleich mehr Spaß auf kurvigen Strecken wie der Hakone Skyline oder den Loopings rund um den legendären PS-Parkplatz Daikoku.
Subaru WRX STi
Blauer Lack und goldene Felgen, die ikonische Farbkombination von Subaru.
Bild: Subaru
Was jetzt noch fehlt zum Glück der Petrolheads, das sind die goldenen Felgen, ohne die ein STi kein echter STi ist. Aber erstens haben die Japaner bis zur Markteinführung noch ein wenig Zeit. Und zweitens gibt es auf dem Autosalon so viele Felgen in so vielen Farben, dass sich dieses Problem notfalls noch direkt in der Messehalle lösen lässt.
Und wir Europäer? Wir suchen uns einen findigen Importeur – oder drücken die Daumen, dass der Sportsgeist bis in den Westen reicht. Beim Subaru BRZ hat das schließlich auch geklappt.