Während der Fahrt verbrauchen Elektroautos Strom. Doch nachts können sie stehend das Stromnetz ausgleichen. Das zeigt das Pilotprojekt "OctoFlexBW" in Baden-Württemberg, bei dem Hunderte E-Autos eingesetzt wurden, um eine wichtige Funktion fürs Stromnetz zu übernehmen. Das berichtet das Fachportal ingenieur.de.
Rund zwei Millionen Elektroautos rollen inzwischen über Deutschlands Straßen. Nachts stehen viele in Garagen oder an der Wallbox – und laden. Was kaum einer weiß: Genau in diesen Stunden steckt enormes Potenzial für die Energieversorgung. Denn den meisten Besitzern ist es egal, wann ihr Auto lädt – Hauptsache, es ist morgens voll.

Die besten Wallboxen

Charger Pro 2 22 kW + 7,5m Kabel
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Externe Verlinkung
1.
Elli
Charger Pro 2 22 kW
1,4
sehr gut
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2.
go-e
Charger Gemini 2.0 22kW
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ABL Pulsar Solar Bundle (100000497)Externe Verlinkung
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Amtron 4You C2 510Externe Verlinkung
4.
Mennekes
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Heidelberg Amperfied
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2,6
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Komplette Liste: Die besten Wallboxen

Pilotprojekt stabilisiert Stromnetz

Dieses Potenzial wurde nun im großen Stil genutzt. Rund 700 private Elektroautos stabilisierten das Stromnetz – allein durch das gezielte Verschieben ihrer Ladezeiten.
Die aktuelle Herausforderung: Gerät das Stromnetz unter Druck, greifen Netzbetreiber zum sogenannten Redispatch. Bedeutet: Kraftwerke werden hoch- oder heruntergefahren, um Engpässe oder Überproduktion zu vermeiden. Das kostet jedes Jahr Milliarden. Bisher war Redispatch vor allem eine Aufgabe großer Anlagen wie Gas- oder Kohlekraftwerke sowie Industrieanlagen.

Nutzen von E-Autos anstelle des Hochfahrens von Kraftwerken

Im Pilotprojekt haben der Netzbetreiber TransnetBW und der Energieversorger Octopus Energy erstmals E-Fahrzeuge aus Privathaushalten gezielt zum Netzausgleich genutzt. Die Idee ist simpel: Statt ein Gaskraftwerk hochzufahren, werden die Ladezeitpunkte der angeschlossenen Autos verschoben, sodass sie nicht alle gleichzeitig Strom beziehen.
Das funktioniert so: Die Fahrer schließen ihr Fahrzeug abends an die Wallbox an und geben an, wann es morgens voll sein soll. Octopus Energy plant den Ladevorgang automatisch in die günstigsten Stunden – meist nachts, wenn Strom besonders billig ist. Meldet TransnetBW einen drohenden Engpass, sendet der Netzbetreiber ein Signal an die IT-Plattform von Octopus. Die Software passt die Ladestrategie in Echtzeit an: Manche Autos laden früher, andere später. Der kritische Zeitraum wird entlastet – und morgens ist das Auto trotzdem voll.
Von der Verschiebung bekommen die Fahrer laut Anbieter nichts mit. Die Rückmeldungen der teilnehmenden Haushalte seien durchweg positiv gewesen.

Redispatch ist nicht gleich bidirektionales Laden

Wer über E-Autos als Stromspeicher spricht, denkt schnell an bidirektionales Laden (Vehicle-to-Grid, V2G). Dabei fließt Strom nicht nur ins Auto, sondern bei Bedarf auch zurück ins Netz. Diese Technologie ist seit Ende 2025 rechtlich möglich, erste Hersteller bieten bereits Lösungen an.
Allerdings braucht V2G spezielle Wallboxen, und nicht jedes Elektroauto ist dafür geeignet. Zudem ist noch nicht abschließend geklärt, wie stark häufiges Be- und Entladen die Batterie belastet. Das OctoFlexBW-Projekt setzt deshalb bewusst auf einen einfacheren Ansatz: Die Fahrzeuge speisen keinen Strom zurück, sondern laden lediglich zeitlich flexibel. Dafür reichen eine normale Wallbox sowie ein Smart Meter mit dynamischem Stromtarif.

E-Auto-Flotten bieten enormes Potenzial

TransnetBW und Octopus Energy sehen in der Technik großes Potenzial. Mit 700 Fahrzeugen stellte OctoFlexBW rund 2 MWh Flexibilität pro Tag bereit. Hochgerechnet könnten eine Million Elektroautos auf diese Weise jährlich bis zu 0,5 TWh Flexibilität liefern. Das entspräche etwa drei bis fünf Prozent des gesamten Redispatch-Bedarfs in Deutschland. Octopus-Deutschlandchef Bastian Gierull bringt es auf den Punkt: "Jetzt haben wir die Wahl: Entweder bezahlen die Verbraucher den teuren Redispatch. Oder sie stellen ihre Flexibilität zur Verfügung und lassen sie sich bezahlen."

Nächstes Projekt steht bereits in den Startlöchern

TransnetBW bezeichnet OctoFlexBW als "das bislang am weitesten fortgeschrittene Projekt dieser Art in Deutschland". Im Folgeprojekt "DataFlex" sollen künftig mehr als 1000 Elektrofahrzeuge eingebunden werden. Zusätzlich kommen Heim-Energiespeicher hinzu. Insgesamt sollen mehr als 5000 dezentrale Einheiten – darunter E-Autos, Wärmepumpen und Batteriespeicher – vernetzt werden.

Fazit

von Raphael Schuderer
Gute Nachrichten in Zeiten hoher Energiepreise! Bleibt zu hoffen, dass sich die Technik bald flächendeckend durchsetzt und die nächsten Schritte hin zu unabhängigeren Stromnetzen durch die Zwischennutzung von Energiespeichern auch beim Verbraucher ankommen.