Elektroautos sind beliebt bei Vielfahrern, ein bZ4X-Taxi in Norwegen legt jedes Jahr 60.000 km zurück. Und immer mehr batterielektrische Fahrzeuge glänzen mit hoher Laufleistung. Das bedeutet auch: Hier hält der Akku lange!
Doch büßen E-Auto-Akkus mit der Zeit – wie jede Li-Ionen-Batterie – einen Teil der Leistungsfähigkeit ein: Die Kapazität lässt nach. Grund dafür sind metallische Verbindungen, die sich als Lithium-Kristalle an der Elektrode anlagern. Sie können im schlimmsten Fall als Dendriten die Zelle zerstören. Vereinfacht gesagt, hemmt die Kristallansammlung den Elektronenaustausch und verringert somit die Kapazität der Batterie. Ungünstige Bedingungen beschleunigen diesen Prozess. Wie schafft man, dass das E-Auto lange durchhält, wann lebt ein Akku länger?

Typ-2-Ladekabel im Vergleich

Redaktionstipp
Alternative
Vielseitig
Preistipp
Mennekes
36247
Lapp Mobility
61792
Juice
Booster 2 Deutschland (EL-JB2E2)
GreenCell
EV11
Mennekes
36292
Lapp Mobility
65311
Lapp Mobility
61790
Mennekes
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7,5 Meter
7 Meter
5 Meter, verlängerbar auf bis zu 25 Meter
5 Meter
4 Meter
10 Meter
7 Meter
7,5 Meter
3,5 Kilogramm
3,01 Kilogramm
4,1 Kilogramm
2,4 Kilogramm
2,87 kg
4,79 Kilogramm
1,85 Kilogramm
2,73 Kilogramm
22 Kilowatt
22 Kilowatt
22 Kilowatt
11 Kilowatt
11 Kilowatt
22 Kilowatt
11 Kilowatt
11 Kilowatt
32 Ampere
32 Ampere
32 Ampere
16 Ampere
20 Ampere
32 Ampere
20 Ampere
20 Ampere
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
  • 3,5 Kilogramm leicht, 7,5 Meter lang
  • Bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung
  • 3 Kilogramm leicht, 7 Meter lang
  • Bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung
  • Geschützt nach IP55
  • Viele Adapter im Lieferumfang
  • Bis zu 22 kW Ladeleistung
  • 2,4 Kilogramm leicht
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Kompakt durch Spiralform
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Lädt mit bis zu 22 Kilowatt
  • Mit 10 Metern auch für größere Fahrzeuge lang genug
  • Geschützt nach IP55
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Mit knapp 1,9 Kilogramm leicht, 7 Meter lang
  • 2,7 Kilogramm leicht, 7,5 Meter lang
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Nur Spritzwasserschutz (IP44)
    • Teuer
    • Nur 5 Meter lang, aber verlängerbar
    • Nur 5 Meter lang
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    • Nur nach IP20 geschützt
    • Knapp 4,8 Kilogramm schwer
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    • Nur Spritzwasserschutz (IP44)
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    Einer der Fahrer, die ultralange Strecken zurücklegen, ist der Tesla-Rekordfahrer Hansjörg von Gemmingen-Hornberg. Er knackte Ende 2025 die Marke von 2,6 Millionen Kilometern in seinem Tesla Model S P85+, ist aktuell mit dem fünften Akku und einem modifizierten Motor unterwegs. Einer seiner Tipps lautet, den Akku nie ganz leerzufahren, und ihn nie zu 100 Prozent vollzuladen. Mit der jüngsten Batterie ist von Gemmingen seit 880.000 km unterwegs, berichtete er auf AUTO BILD-Anfrage. Er lädt das Auto immer innerhalb des empfohlenen Rahmens von 20 bis 80 Prozent. Der Blick auf die Lebensdauer von Elektroautos führt also über den Akku.

    Wie lange Li-Ionen-Akkus halten

    Aktuell sind die kompakten und zugleich leistungsfähigen Lithium-Ionen-Akkus Stand der Technik, sie werden in der Mehrzahl der E-Autos verwendet – in unterschiedlichen Versionen. Sie halten inzwischen weit über 2000 komplette Ladezyklen durch, sollen damit für mindestens 250.000 Kilometer gut sein – ohne dramatischen Kapazitätsverlust.
    Tatsächlich funktionieren die meisten Akkus deutlich länger. Denn in der Regel wird das Auto für einen Ladezyklus nicht komplett leer gefahren und anschließend vollständig aufgeladen, sondern die Ladung erfolgt in einer Spanne mittendrin. Auch das verlängert das Akkuleben.
    Somit können clevere E-Auto-Besitzer durch ihr Verhalten dem Verfall der Akku-Leistungsfähigkeit entgegenwirken. Mit Hilfe einiger simpler Tipps und Tricks lässt sich das Altern der E-Auto-Batterie merklich verlangsamen, der Akku hält somit länger die maximale Power-Kapazität. AUTO BILD nennt die wichtigsten:

    1. Hält ein größerer Elektroauto-Akku länger?

    Die simple Grundregel: Je mehr Ladezyklen ein Akku durchläuft, desto näher rückt das Lebensende. Ein größerer Akku hält also länger, denn er benötigt für eine bestimmte Laufleistung weniger Ladezyklen. Stromspeicher sind inzwischen sehr haltbar: "Wir hatten kürzlich einen Renault Zoe von 2016 mit 90.000 km Laufleistung, der hatte noch 92 Prozent der ursprünglichen Kapazität", sagt Stefan Möller von Nextmove, größer Elektroauto-Vermieter Deutschlands.
    Und ADAC-Mitarbeiter Thomas Biersack, der seit 2016 erst einen Zoe, dann einen BMW i3 fährt, meint: "Über die Haltedauer habe ich keine Einbußen bemerkt." Doch grundsätzlich ist es sinnvoll, den Akku zu schonen – schon allein, um den besten Wiederverkaufswert zu erreichen.

    2. Wie man das vorschnelle Altern des Akkus verhindert

    Allein die Zeit lässt einen Akku schon altern. Das ist speziell beim Kauf von gebrauchten Elektroautos zu bedenken: Je älter, desto weniger Kapazität hat auch der Akku – selbst wenn das Auto nie unterwegs war! Dabei altert der Akku schneller, je länger das Auto voll geladen stehen bleibt. In einer Studie der RWTH Aachen hatte ein voll geladener Akku nach zwei Jahren (in denen er nicht genutzt wurde) bereits 15 Prozent seines Speichervermögens eingebüßt. Ein nur zu 20 Prozent geladener Akku verlor in derselben Zeit kaum an Kapazität.
    Der Tipp dazu: Erst direkt vor dem Losfahren vollladen. Bei zeitversetztem Laden über Nacht programmieren Sie den Ladevorgang so, dass der Akku unmittelbar vor der Abfahrt voll ist. Dann startet man auch mit betriebswarmen Batterien – das senkt den Energieverbrauch.
    Wenn man Nutzen Sie das Auto für einige Zeit nicht (zum Beispiel im Urlaub), laden Sie den Akku nur etwa halbvoll. Haben Sie keine Angst vor dem Tiefentladen des Akku: Der Stromspeicher eines abgestellten E-Autos verliert pro Monat nur etwa ein Prozent seines Energieinhalts.

    3. Warum man Batterien nicht zu 100 Prozent aufladen sollte

    Auch die Zyklentiefe spielt eine Rolle: Je größer die Differenz zwischen dem Akku-Füllgrad vor der Ladung und danach, desto stärker altert der Stromspeicher. Also ist ein großer Ladehub, etwa von zehn auf 90 Prozent der Kapazität, immer anstrengender für den Akku als mehrere kleine in Zehn-Prozent-Schritten. Große Ladehübe vermeiden Sie, indem Sie den Akku möglichst nie ganz leer fahren, häufige, aber kurze Ladepausen machen – und auch möglichst den Energiespeicher nie zu 100 Prozent füllen. Zudem das voll geladene Autos nicht über Nacht abstellen, auch das erhöht die Alterung. Beachten Sie also die 20/80-Regel!

    4. Mit kaltem Akku maßvoll beschleunigen

    Häufiges Spurten schadet dem Akku. Es ist wie beim Verbrenner: Hohes Spurttempo verringert die Lebensdauer, auch beim E-Auto erhöht das den Akkuverschleiß. Bei hohem Energiebedarf erwärmt sich der Akku stark. Das führt im Akkuinnern zu irreversiblen Veränderungen, auf Dauer sinkt die Kapazität. Daher sollten Sie vorausschauend fahren und starkes Beschleunigen vermeiden – vor allem bei einem kalten Akku.
    Auch maximales Tempo schadet indirekt der Batterie, weil sie sich dann schneller entlädt. Dann müssen sie häufiger laden – und je mehr Ladezyklen, desto schneller schreitet die Alterung voran. Insgesamt ist eine gemischte Fahrweise am besten für den E-Auto-Akku, das ist die neueste Erkennnis: Ein Teil Stadtverkehr mit geringem Tempo, ein Teil Autobahnfahrt mit moderatem Tempo, aber nach neuen Erkenntnissen gehört auch ein gelegentlicher Zwischenspurt dazu, dann lebt der Akku lange.
    IONITY Ladestation
    Schnellladen macht Fernreisen im E-Auto erträglich – doch zugleich verkürzt häufiges Schnellladen die Lebenserwartung des Akkus.
    Bild: IONITY

    5. Warum mäßiges Autobahntempo gut für den Akku ist

    Der Tesla-Rekordfahrer Hansjörg von Gemmingen-Hornberg fährt äußerst diszipliniert: Er beschleunigt auf der Autobahn auf maximal 100 km/h und macht alle 100 km eine Pause. Das eher langsame Fahren schont nicht nur den Akku, sondern spart auch immens Energie. Mittlerweile weiß man, dass das lange, konstante Entladen des Akkus auf der Autobahn für die Lebensdauer nicht förderlich ist. Doch dazu später mehr.
    Der Rekord-Fahrer hat noch einen weiteren Tipp: Selbst, wenn er mal einen Lkw überholt, beschleunigt er nicht weiter als bis 120 km/h. Der Hintergrund: Das schnelle Abrufen von Energie erwärmt den Akku. Grundsätzlich laufen alle Alterungsprozesse bei mehr Wärme im E-Auto-Akku schneller ab. Die Wohlfühltemperatur der Batterie liegt zwischen 20 und 30 Grad Celsius.

    6. Wie sehr schadet das Schnellladen

    Auch beim Gleichstromladen mit viel Power – also dem Schnellladen – erwärmt sich der Akku erheblich. Das ist zwar praktisch, aber bedeutet Stress für den Akku. Wer lange Strecken fahren muss, hängt sich unterwegs bei Ionity oder einer anderen Schnellladesäule an das Starkstromkabel und hat in einer halben Stunde wieder mehrere Hundert Kilometer Reichweite im Akku. Doch Schnellladen hat einen Nachteil: Es erhitzt den Akku, was zur Anlagerung von metallischem Lithium an der Anode führen kann. Das wiederum verkürzt die Lebensdauer des Akkus.
    Das österreichische Unternehmen Aviloo, spezialisiert auf die Analyse von gebrauchten Elektroauto-Akkus, hat herausgefunden: Schnellladen kann die Alterung eines Akkus um bis zu 17 Prozent beschleunigen. Es gilt die Faustregel: Einmal Schnellladen ist wie zehnmal langsam Laden.
    Daher sollten Sie so selten wie möglich schnellladen. Eine sanfte Ladung über Nacht schont den teuren Energiespeicher (und es ist auch zumeist billiger, wenn man günstigen Autostrom lädt). Für viele E-Autos gibt es passende Apps, über die sich der Ladevorgang programmieren lässt. Dann erreicht der Akku den gewünschten Ladezustand z. B. erst kurz vor der Abfahrt.

    7. Weshalb man den Akku niemals leer fahren sollte

    Vermeiden Sie eine weitgehende Entladung des Akkus: Wenn Sie den Ladezustand nicht allzu oft unter 20 Prozent fallen lassen, verlängert es das Akkuleben! Wenn das Auto länger steht, beispielsweise in den Sommerferien, stellen Sie das Auto mit möglichst halbvollem Akku ab. Der Grund: ein sehr tief entladener Akku wird beim Aufladen gestresst, es entstehen hohe Temperaturen, die die Zellalterung und damit die Degradation befördern.
    Audi e-tron GT - E-Auto Winter
    Im Winter schonen Sie den Akku, wenn Sie direkt nach der Fahrt den Wagen an die Ladesäule stellen, dann ist der Akku noch warm.
    Bild: AUDI AG

    8. Wie wirken sich Sommerhitze und Winterkälte aus?

    Je höher die Außentemperatur, desto schneller altert der Akku. Stellen Sie Ihr E-Auto also im Sommer nach Möglichkeit im Kühlen ab, z. B. in einer Garage oder Tiefgarage. Insgesamt lautet der Tipp: Versuchen Sie, allzu große Temperaturschwankungen zu vermeiden. Elektroautos und ihre Akkus funktionieren am besten bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius, das ist die Wohlfühltemperatur. Im Sommer sollte das E-Auto im Schatten parken, im Winter am besten in einer geheizten Garage.
    Nutzen kann man die Restwärme aus dem Auto: Wenn der Akku direkt nach der Fahrt zum Laden angeschlossen wird, lädt er bei Betriebstemperatur. Das verkürzt die Ladezeit und reduziert die Ladeverluste sowie Schäden innerhalb des Akkus. Gerade im Winter spielt das eine wichtige Rolle.

    9. Wie wichtig sind regelmäßige Inspektionen beim E-Auto?

    Grundsätzlich ist es bei jedem Auto wichtig, die Service-Intervalle einzuhalten. Das garantiert die reibungslose Funktion der Technik. Weil viele Elektroautos beinahe wartungsfrei sind, verlangt aber nicht jeder Hersteller dazu den Besuch in der Werkstatt! Bei einigen Herstellern, beispielsweise Toyota, verlängert man die Garantie durch regelmäßige Inspektionen. Aber nicht nur deshalb empfiehlt es sich, regelmäßig die Elektroauto-Werkstatt aufzusuchen. Insbesondere die Bremsen, die bei Elektroautos zum Rosten neigen, sollten Fachleute von Zeit zu Zeit checken.
    Dennoch sind Elektroautos weit weniger wartungsbedürftig als Verbrenner: Tesla beispielsweise hat die festen Wartungsintervalle abgeschafft, checkt den Status aus der Ferne und spielt Software-Updates "over the Air" (OTA) zentral ein. In der Werkstatt werden oft nur noch Bremsbeläge und Bremsflüssigkeit getauscht. Auch andere Hersteller wie z. B. VW führen sukzessive OTA-Updates ein. Einige Hersteller, wie beispielsweise Toyota, knüpfen die Akkugarantie an regelmäßige Werkstattbesuche.
    E-Auto in der Werkstatt
    Eine kompetente Werkstatt ist essenziell für E-Auto-Besitzer, denn bisher gibt es wenige Fachkräfte, die sich mit der Akkutechnologie auskennen.
    Bild: ZDK/ProMotor/T.Volz

    10. Was muss man bei Eisenphosphat-Akkus beachten?

    Auf dem Elektroauto-Markt gibt es im Wesentlichen Fahrzeuge mit zwei Stromspeicher-Varianten: Akkus mit Elektroden aus Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) oder solche aus Lithium-Eisenphosphat (LFP). Letztere sind preisgünstiger und robuster, haben allerdings auch eine geringere Energiedichte. Sie sind unter anderem in den Tesla Model Y und Model 3 mit Standard-Reichweite, im BYD Seal, Volvo EX30 oder MG4 und MG5 installiert.
    Bei dieser Technologie wird empfohlen, den Akku möglichst nicht auf 100 Prozent vollzuladen. Insbesondere ein kurzer Lade-Hub von 90 auf 100 Prozent geht auf Kosten der Lebensdauer. Grund: In diesem Ladezustand bilden sich bei LFP-Akkus besonders viele Dendriten – Kristalle, die sich an den Elektroden anlagern und bei Durchdringung des Separators, der Trennschicht zwischen Anode und Kathode zu einem Kurzschluss innerhalb der Zelle führen können.

    11. Altert der Akku auch beim bidirektionalem Laden?

    Der letzte Tipp: Den Akku möglichst wenig als Energiespeicher nutzen. Wer eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, kann überschüssige Energie im Auto speichern und bei Bedarf wieder abrufen. Die Schattenseite: Dieses bidirektionale Laden verringert die Auto-Akku-Lebensdauer.
    Es wird schwer fallen, alle diese Tipps im Laufe eines Autolebens permanent zu beherzigen. Mal muss man einfach schnell vorwärtskommen und Schnellladungen durchführen, mal muss man den Wagen mit voll geladenen Akkus in der Winterkälte stehen lassen. Je häufiger man die Tipps beherzigt, desto eher sorgen die akkuschonenden Gewohnheiten dafür, dass der Akku eines E-Autos länger seine Ladekapazität behält.