Renault Espace: erste Testfahrt mit dem Familien-SUV mit Hybridantrieb
Kann der Renault Espace als SUV noch mal Fahrt aufnehmen?
Die sechste Generation des Renault Espace ist jetzt ein SUV, kommt mit sieben Sitzen und einem Hybrid-Antrieb mit 199 PS. Erste Testfahrt!
Bild: Conny Poltersdorf / AUTO BILD
Und die ist mehr als je zuvor kein Van mehr, sondern ein SUV. Technisch gesehen ist der neue Espace eine verlängerte Variante des Austral mit 7,1 Zentimeter mehr Radstand und 21,2 cm mehr Außenlänge.

Auch das Heck trägt einen großen Renault-Rhombus, schmale, C-förmige Rückleuchten. Man sieht es: die Heckscheibe ist sehr klein, die Übersicht nach hinten entsprechend schlecht.
Bild: Renault
Das Design orientiert sich an der aktuellen Renault-Linie und ähnelt grundsätzlich Austral und Megane E-Tech. Mit aufrechter, gerader Front, ansteigender Seitenlinie mit sehr schmalen Fensterband und dem Heck mit den typischen, ausgreifenden Rückleuchten.
Viel Platz im Innenraum des Espace
An Bord gibt es jede Menge Platz, besonders der Fond ist auffällig geräumig. Die Rückbank lässt sich geteilt um 22 Zentimeter verschieben, dazu ist die Lehnenneigung verstellbar (bis zu 31 Grad).

Der Espace bietet viel Platz, besonders der Fond ist auffällig geräumig. Die Rückbank ist geteilt verschiebbar, die Lehnenneigung verstellbar.
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Die zwei Klapp-Sitze in der dritten Serie sind Serie – und wirklich nur für den jüngeren Nachwuchs geeignet. Man kann sie aber auch abbestellen, der Preis ändert sich nicht. Der Kofferraum schluckt beim Siebensitzer zwischen 159 und 1714 Liter, beim Fünfsitzer sind es 581 bis maximal 1818 Liter.

Die Rücklehne ist geteilt umlegbar, die zwei Sitze in Reihe drei einzeln. Als Fünfsitzer schluckt der Espace 518 bis 1818 Liter, mit sieben Sitzen (Foto) 159 bis maximal 1714 Liter.
Bild: Renault
Digitales Cockpit
Das Cockpit gibt es so auch im Austral und Megane E-Tech, mit digitalem 12,3-Zoll-Kombiinstrument und Zwölf-Zoll-Touchscreen in der Mitte. Die Instrumente lassen sich konfigurieren, sind insgesamt aber eher schlicht gehalten. Das Multimedia arbeitet mit Google Android, was sehr gut funktioniert, wobei man sich in den übrigen Displays schon mal verlaufen kann.

Das Cockpit kommt mit zwei großen Displays: Das Kombiinstrument ist 12,3 Zoll groß, der Touchscreen in der Mitte 12 Zoll. Multimedia mit Google Android.
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Viel Mühe gegeben hat sich Renault mit der Vernetzung, auch jede Menge Apps sind integriert, zum Beispiel ein spielerisches Musik-Quiz für lange Fahrten mit dem Nachwuchs.
Hybridantrieb mit 199 PS
Weniger variantenreich ist die Motorenauswahl, es gibt genau eine. Das System besteht aus einem 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 131 PS, einem E-Motor mit 68 PS, der ins Getriebe integriert ist und als Antrieb zur Verfügung steht, einem E-Motor mit 25 PS, der als Starter-Generator arbeitet und die Fahrstufen des kupplungslosen "Multi-Mode"-Getriebes wechselt.
Das verfügt über zwei Stufen für den E-Antrieb und vier für den Verbrennungsmotor. Einschließlich Leerlauf sind insgesamt 15 Fahrstufen- und Antriebs-Kombinationen möglich. Die Systemleistung beträgt 199 PS.

Aufrechte Front, großer Rhombus, schmale Scheinwerfer: Das Design orientiert sich an der aktuellen Renault-Linie, ähnelt Austral und Megane E-Tech.
Bild: Renault
Klingt kompliziert und ist es auch. Der um die 1,7 Tonnen schwere Espace soll den Sprint von null auf hundert in 8,8 Sekunden schaffen, die Spitze liegt bei 174 km/h. Das System ist dabei spürbar häufig mit sich selbst beschäftig – und auf der Suche nach der richtigen Antriebswahl. Dabei verhaspelt es sich schon mal, dann ruckelt es merklich.
Und der kleine Dreizylinder klingt unter Last angestrengt. Auch wegen des leicht verzögerten Ansprechverhaltens fährt sich der Espace eher bedächtig, rollt mit den 20-Zöllern des Testwagens recht steifbeinig und hölzern ab. Eine schöne Idee ist die Hinterachslenkung (max. 5 Grad, Serie bei Iconic), allerdings liefert die Lenkung insgesamt wenig Rückmeldung.
Die Preise starten bei 43.500 Euro
Los geht es bei uns im September, die Preise beginnen bei 43.500 Euro für die Techno-Ausstattung. Schon die ist ziemlich umfangreich, enthält unter anderem 19-Zoll-LM-Räder, Klima-Automatik, LED-Licht, Fahrmodus-Schalter, verschiebbarere Rückbank, E-Heckklappe mit Sensor.
Der hier gefahrene Espace war ein Iconic, ab 48.300 Euro, dazu gehören unter anderem 20-Zoll-Räder, Hinterachslenkung, adaptiver Tempomat, heizbare E-Vordersitze, perforierte Lederpolster. Ach ja, der Chrysler Voyager wird übrigens seit 2016 nicht mehr gebaut …
Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Renault. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit.
Fazit
Die Leute wollen keine Vans mehr. Sondern kaufen viel lieber SUV. Also baut Renault auch den Espace – einen, das kann man sagen, legendären Van – jetzt als SUV. Nun, der neue Espace hat viel Platz und einen sehr variablen Innenraum, mit sieben oder auf Wunsch auch fünf Sitzen. Das Hybridsystem ist technisch wirklich hoch interessant – allerdings fehlt da noch der Feinschliff. Und die Ausstattung umfangreich. Klingt, als ob der Espace noch mal Fahrt aufnehmen könnte. Auch als SUV.
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