Renault Triber (2020): Bilder

Renault Triber (2020): Indien, Preis, Infos

Indien-SUV für unter 6500 Euro

Mit dem Triber bringt Renault ein günstiges Crossover für den indischen Markt. Der Franzose ist unter vier Meter lang, hat aber drei Sitzreihen.
In Indien hat Renault mit dem Kwid bereits bewiesen, wie es geht. Das kleine Crossover avancierte im hart umkämpften Markt des Subkontinents zum Bestseller, weil sich die Franzosen auf das Wesentliche konzentrieren. Also das, was den immer anspruchsvoller werdenden indischen Autokäufern wichtig ist, ohne sich dabei in Detailversessenheit zu verlieren, die nur den Preis nach oben treibt. Genau dieses Erfolgsrezept wendet Renault jetzt eine Klasse höher mit dem Triber an.

Hohe Sitzposition verschafft Überblick

Der Renault Tiber kann mit gefälligem Design überzeugen.

Der Renault Triber ist eigentlich mehr Minivan als Crossover, macht aber optisch mehr her. Der angedeutete Unterbodenschutz und die erhöhte Bodenfreiheit vermitteln Souveränität und Wertigkeit. Dazu gilt man mit einem SUV auf dem Subkontinent als hip. Mit einer Länge von 3,99 Metern kommt man mit ihm auch im hektischen Trubel der indischen Metropolen gut zurecht. Aufgrund der höheren Sitzposition hat man das Gewusel der Stufenhecklimousinen und Kleinstwagen gut im Blick. Beim Rangieren hilft die Rückfahrkamera.

Drei Sitzreihen bei unter vier Metern

Der Tiber verfügt trotz einer Länge von unter vier Metern über eine dritte Sitzreihe.

Wie schaut es mit dem Platz und der Flexibilität aus? Drei Sitzreihen bei einer Länge von weniger als vier Metern sind per se schon aller Ehren wert. Wenn jetzt aber ganz hinten nicht nur eine Pseudo-Mitfahrgelegenheit ist, die maximal für Kinder geeignet ist, dann wird die Sache mehr als interessant. Da die Sitze der zweiten Reihe sich mit einem Handgriff nach vorne zusammenfalten lassen, ist der Einstieg für Erwachsene auf die Rückbank ohne Turnübung machbar. Dass dann noch ausgewachsene Menschen jenseits der 1,85 so viel Platz finden, dass Kurzstrecken erträglich sind, ist bemerkenswert.

Sitze weit von europäischen Standards entfernt

Trotz günstigem Preis: Die Franzosen spendieren dem Crossover ein Digitalcockpit.

Zaubern können sie aber auch bei Renault nicht: Der Platz ist auch im Triber endlich. Also ist der Kofferraum bei Vollbestuhlung mit 84 Litern kaum der Rede wert. Aber die Rücksitze sind ebenfalls ruck, zuck entfernt und dann werden 625 Liter daraus. Das liegt auch daran, dass die Sitze einfach gestaltet sind. Beim Anblick des Gestühls, auf dem Fahrer und Beifahrer Platz nehmen, würden die Vertreter der "Aktion Gesunder Rücken" die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ja, die Auflage für die Oberschenkel ist zu kurz und von Seitenhalt kann nicht wirklich die Rede sein, aber beim Stop-and-go-Verkehr auf Indiens Straßen spielt das kaum eine Rolle und beim Dauer-Stau in Städten wie Mumbai thront man bequem genug.

Dreizylinder für Indien ausreichend

Selbst auf den Autobahnen wird ohnehin selten schneller als 100 km/h gefahren. Dafür reicht der Dreizylinder-Benziner, der mit seinen 73 PS und seinem maximalen Drehmoment von 96 Newtonmetern alles andere als ein Kraftmeier ist, dicke. Geschaltet wird mit einem manuellen Fünfganggetriebe. Bald wird es ein aufgeladenes Triebwerk und eine Automatik geben, einen Diesel sucht man vergebens. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, bügelt die obligatorischen Schlaglöcher nach Möglichkeit weg und passt so sehr gut zu den indischen Rüttelstraßen.

Viel Hartplastik im Innenraum

Der Innenraum ist funktional gestaltet. Eine Klimaanlage ist zwar vorhanden, funktioniert allerdings nur manuell.

Im Interieur wird das Renault-Geschäftsmodell ebenfalls deutlich: Konzentration auf das Wesentliche. Bei den indischen Temperaturen ist eine Klimaanlage fast schon eine Pflichtnummer, auch wenn die keine Automatik hat. Dafür gibt es eine gekühlte Ablage in der Mittelkonsole. Das Cockpit hat digitale Anzeigen und das Infotainment ermöglicht Apple CarPlay und Android Auto. Bedient wird alles über einen acht Zoll großen Touchscreen. Klingt vertraut? Ist es auch. Im Triber werkelt globale Renault-Technik. Natürlich im Vergleich zu Europa etwas abgespeckt. Irgendwie muss die Rechnung bei einem Einstiegspreis von knapp 6400 Euro ja aufgehen. Zum Vergleich: Das günstigste Renault SUV in Deutschland ist der Captur mit einem Basispreis von 17.950 Euro. (Bei carwow.de mit einer Ersparnis von bis zu 7650 Euro erhältlich.) Im Lenkrad befindet sich statt der Fernbedienungstasten ein Plastikelement und auch unterschäumte Oberflächen sucht man vergebens. Hartplastik, wohin die Hand greift und dazwischen (zum Beispiel in den Türablagen) blanke, unverkleidete Schrauben. Trotzdem – aufgemerkt VW – man bekommt bei Renault viel Auto fürs Geld.

Renault Triber (2020): Bilder


Autor: Wolfgang Gomoll

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