Machen wir uns nichts vor – der folgende Vergleichstest wird kein emotionaler Gipfel. Doch auch wenn einem dieser Zweikampf wie eine Reality-Soap zwischen Action-Blockbustern vorkommen mag, ist er für so einige vielleicht nicht ganz unspannend. Warum? Weil beide mit sozialen Einstiegspreisen, großzügigen Laderäumen und spritzigem TDI eine breitere Zielgruppe bedienen als die meisten anderen hier. Privilegierten, die ihr Haushaltsgeld statt für Babyschalen gerade für irgendwelche Huracáns zusammenkratzen, verzeihen wir hiermit das Weiterblättern. Für den ottonormalen Rest treten nun Octavia Combi RS und Leon ST FR gegeneinander an, die vielleicht nur zwei von vielen Möglichkeiten sind, Golf zu fahren, aber mit Sicherheit die vielseitigsten.
Skoda Octavia Combi RS 2.0 TDI
Dank Performance-Bremse kurvt sich der Octavia schmissiger als sein Konkurrent.

Bild: Lena Barthelmeß
Skoda Octavia Combi RS 2.0 TDI Vielleicht ist die Fragestellung hier aber gar nicht nur, welcher der beiden Diesel der sportlichere ist, sondern auch, ob der Diesel überhaupt sportlich ist. Nicht falsch verstehen, das niedertourige Voranwalzen hat durchaus seinen Reiz, zumal der Common-Rail-TDI am hinteren Horizont seines Kraftplateaus längst nicht mehr so jäh versauert wie einst die Pumpe-Düsen. Dennoch fehlen unterm Strich Drehfreude und der letzte Biss beim Umsetzen von Gasbefehlen, die ebenso zu einer halbwegs dynamischen Leistungsentfaltung gehören wie ein anständiger Klang. Der Octavia kennt sich in der Rolle des Familiensportlers bestens aus. Zum dritten Mal bekommt er die Sportinsignie nun schon ans Heck gepappt und bedient damit weiterhin all jene, denen das klassische GTI-Format mit den Jahren zu eng geworden ist.
Seat Leon ST FR 2.0 TDI
Das schnörkellose Design steht der schnittigen ST-Version des Seat Leon tadellos.
Bild: Lena Barthelmeß
Seat Leon ST FR 2.0 TDI Alles wie gehabt also, bekäme er nun nicht vom Leon Konkurrenz, der sein Heck erstmals zum Kombi buckelt und sich als FR mit demselben 184-PS-Diesel motorisieren lässt. Bitter daran: Ausgerechnet beim Preis, der ja so was wie das Durchschlagargument des Skoda ist, bekommt er von Seat eine vor den Latz geknallt. 28.490 Euro kostet der einstweilen stärkste Leon ST, womit er den Octavia um 2260 Euro düpiert. Wie sich die Kehrtwende in der Preispolitik erklärt? Vielleicht dadurch, dass die Konzernstrategen ihre kränkelnden Spanier ein wenig aufpäppeln wollen.

Bildergalerie

Seat Leon ST FR 2.0 TDI Skoda Octavia Combi RS 2.0 TDI
Skoda Octavia gelb Frontansicht
Seat Leon grau Frontansicht
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Seat Leon/Skoda Octavia: Vergleich

Fazit

von Stefan Helmreich
Als Mitglieder der Golf-VII-Generation gehören beide zu den besten Kompaktkombis derzeit. Der Seat spielt seine zierlichere Anatomie längsdynamisch aus, Skoda kontert mit richtig dynamischem Kurvenverhalten und – als Konsequenz daraus – dem größeren Spaßfaktor an Bord. Den höheren Preis wetzt der Octavia mit sportlichen Ausstattungsdetails wie der GTI-Bremse aus, den Alltag meistern beide perfekt.