Klack, klack, klack. Nacheinander lege ich Führerschein, Personalausweis und Kreditkarte auf den Tresen der Sixt-Filiale in Hamburg Hammerbrook. Hier, in einem tristen Gewerbegebiet zwischen Lagerhallen und Lkw-Werkstätten, befindet sich eine von bundesweit 100 Stationen des Autovermieters, an denen auch Abo-Autos ausgeliefert werden. Klar, es gibt edlere Sixt-Stationen. Am Flughafen zum Beispiel. Oder auf der Reeperbahn. Doch dafür hat dieser Standort eine Aufbereitungshalle und eine riesige Schnellladesäule, an der die neuesten E-Modelle von BYD, BMW, MG und Tesla aufgeladen werden.

Sixt+ Erfahrungen: Die Buchung

Drei Wochen zuvor hatte ich mir auf der Sixt-Homepage einen MG5 im Auto-Abo ausgesucht. Der wird als "erster reiner Elektro-Kombi der Welt" angepriesen und verspricht mit einer WLTP-Reichweite von 320 Kilometern neben hohem Alltagsnutzen als Familienauto einen guten Aktionsradius. Doch bis es so weit ist, verlangt die Sixt-Seite Geduld. Anders als bei anderen Abo-Anbietern habe ich keine Modell-Garantie, sondern kann nur eine Kategorie auswählen. 499 Euro monatlich soll der MG-Kombi im Basis-Preis kosten. Das ist nicht ganz billig, aber fair. Denn immerhin handelt es bei dem chinesischen Elektro-Modell um eine spannende Neuerscheinung, die beim Kauf rund 35.000 Euro kostet. Nur: Wenn es dumm läuft, wird es statt des Wunsch-MG ein Opel Mokka e.
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Also weiter mit der Buchung: Nach der Auto(kategorie)auswahl muss ich noch eine Stadt sowie ein Zeitfenster festlegen. Das ist nervig, weil ich mich lieber mit dem Auto, statt mit Landkarten- und Kalender-Funktionen beschäftigen will. Dann ist es geschafft: "Hamburg, vier Wochen, MG5 (oder ähnlich)", so lautet mein Bestellwunsch. Jetzt geht es in die Details. Und von denen gibt es viele. Für meinen Geschmack zu viele: Auslandsfahrt, Komfort-Paket, Ersatzwagen-Garantie, Kindersitze – all das kann ich gegen Aufpreis dazu buchen. Sixt wird sagen: Das ist Service. Ich sage: Das macht es unnötig kompliziert.
MG5: Sixt+ Auto-Abo
Sixt bietet den MG5 Electric ab 499 Euro Monatsrate im Abo an.

Besteht nicht der Charme eines Auto-Abos in seiner Einfachheit? In einem digitalen Bestellprozess, der Spaß macht und mich schnell zu Ziel führt? Customer Journey heißt so etwas im Marketingsprech. Dass Zusatzfahrer pro Kopf und Monat 19,99 Euro extra kosten, ist ein echter Nachteil. Bei anderen Abofirmen sind zumindest Familienangehörige gratis inkludiert. Und warum bei der Buchung bis zu acht (!) weitere Fahrer möglich sind (zum Aufpreis von 159,92 pro Monat), bleibt wohl ein gut gehütetes Sixt-Geheimnis. Oder ist hier an ein Carsharing-Projekt in der Nachbarschafts-Community gedacht? Dann macht diese Option in der Tat Sinn.

Die Versicherung

Eines der größten Vorteile eines Auto-Abos ist die monatliche Flatrate, in der anders als beim Leasing auch die Vollkasko-Versicherung enthalten ist. Das macht ein Abo besonders auch für Fahranfänger interessant. Ein großes Plus von Sixt+ ist, dass auch Führerscheinneulinge ab 18 Jahren ein Auto abonnieren können. Bei anderen Anbietern liegt das Einstiegsalter oft bei 21 oder noch höher. Oder sie verlangen für junge Fahrer Aufpreise. Sixt ist hier besonders kundenfreundlich: Der Basistarif von 499 Euro für den MG deckt die Vollkasko mit ab. Im Schadensfall wird ein Selbstbehalt (SB) von 2000 Euro fällig. Für 44,98 Euro pro Monat lässt er sich auf 1000 Euro senken. Und wer 89,99 Euro monatlich drauf zahlt, drückt den SB auf 500 Euro. Damit nicht genug: Auch beim Thema Zusatzleistungen feuert Sixt die aus dem Mietwagengeschäft bekannte Extra-Feuerwerk ab: Es reicht von der Reifen- und Scheiben-Versicherung bis zum Personen-Unfall-Schutz.

Die Preise

Viel wichtiger als etwa ein aufpreispflichtiger Innenraum-Schutz ist mir das Kilometer-Paket. Schmale 500 Freikilometer pro Monat sind echt mager. Fahre ich mehr, kostet jeder Extra-Kilometer 38 Cent. 200 Kilometer zu viel würden also schon mit 76 Euro zu Buche schlagen. Sinnvoller ist es da, gleich das 1000-Kilometer Paket für 64,99 Euro extra zu ordern. Praktisch: Die Aufbuchung bis zu 5000 Kilometer pro Monat kann jederzeit während der Abolaufzeit über die Sixt-App veranlasst werden. Als Preisstaffelung stehen zur Verfügung:
• 499 Euro, 500 Freikilometer
• 563,99 Euro, 1000 Freikilometer
• 648,99 Euro, 2000 Freikilometer
• 798,99 Euro, 3000 Freikilometer
• 998,99 Euro, 4000 Freikilometer
• 1218,99 Euro, 5000 Freikilometer
Dass jemand mit einem E-Auto monatlich 4000 oder gar 5000 Kilometer abspult, dürfte utopisch sein. Interessant, dass Sixt diese Möglichkeit dennoch vorsieht. Da ich all diese Extras und Optionen aufmerksam studiere, dauert die Bestellung dann doch etwas länger als erwartet. Dann ist es endlich so weit: Klick! Der MG (oder Opel?) ist bestellt. Kurz danach folgt eine Bestätigungsmail: "Der Countdown läuft", heißt es darin leicht dramatisch. "In Kürze ist ihr Sixt+-Auto startklar." Na denn; ich bin gespannt und vergesse das Kleingedruckte zu lesen.

Die Abholung

Das soll sich rächen. Denn am Abholtag fahre ich mit der S-Bahn zur Sixt-Station Spaldingstraße, mitten in Hammerbrook. Ich dachte, das sei die einzige in diesem Stadtteil. "Falsch", sagt der Mitarbeiter im Büro. "Sie müssen in die Sorbenstraße. Das ist unsere zweite Filiale in Hammerbrook." Mist, draußen regnet es bei drei Grad. Und da ich wohl etwas mitleidig gucke, sagt der Sixt-Mann: "Kopf hoch! Ein Kollege fährt sie gleich rüber." Na, das ist doch mal ein Service für Leute, die ihre Abo-Verträge nicht so genau lesen.
MG5: Sixt+ Auto-Abo
Abholung bei der Sixt-Station in Hamburg – garantiert wird nur ein Fahrzeug der entsprechenden Kategorie, nicht das Modell. In den meisten Fällen soll es laut Sixt aber tatsächlich das Wunsch-Fahrzeug werden.

 
Zehn Minuten später bin ich in der Sorbenstraße: Klack, klack, klack - aufmerksam studiert der Agent in der schwarzen Sixt-Uniform meine drei Plastikkarten und tippt etwas in seinen Computer. Alles identisch wie bei der typischen Leihauto-Anmietung. Aber leider wird es doch noch etwas komplizierter: "Wir berechnen noch 266,73 Euro Kaution", erklärt er. Das sei so üblich. Echt? Ich stutze. Bei der Online-Buchung war davon keine Rede. Oder ich hab's übersehen. So wie die richtige Abholfiliale. Ich frage nach. Ein zweiter Sixt-Mann erscheint, holt Papier und Stift, um alles genau auszurechnen. Die Kautions-Kiste ist knifflig. Normalerweise orientieren sich die Kautionen an Langzeitmietwagen. Die laufen 28 Tage und mehr. Sixt-Abos haben Mindestlaufzeiten von 30 Tage; daraus resultiert ein schwer nachvollziehbares Rechenwerk, was die Kaution angeht. Wird schon stimmen, denke ich.
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Abschließend darf ich noch auf einem Touchscreen unterschreiben. Fertig. Freudig nehme ich den Schlüssel mit dem orangefarbenen Anhänger entgegen. Er gehört zum erhofften MG (nicht Opel). Prima!

Die Einweisung

Am Auto wartet ein Sixt-Mitarbeiter. "Sorry", sagt er. "Durch das Regenwetter ist er nicht ganz sauber." Stimmt, Radhäuser und Kotflügel zeigen leichte Schlammspritzer. Kein Drama. Innen präsentiert sich der MG 5 ladenfrisch. Etwas mehr als 400 Kilometer zeigt der Tacho. Es folgt eine kurze Einweisung in die wichtigsten Funktionen. "Bitte mit 80 Prozent Akkustand zurückbringen", sagt der Einweiser noch. Nun gehört der Elektro-Kombi mir. Zumindest fühlt es sich so an, auch wenn ich den Kfz-Brief nicht habe und das Auto ein Münchner statt eines Hamburger Kennzeichens trägt.

Das Sixt+Auto im Alltagseinsatz

Ab sofort habe ich einen eigenen Wagen vor der Tür, der mir zwar nicht gehört, aber immer für mich da ist. Mein Abo-Auto! Bei Regen morgens die Kinder zur Schule bringen, nachmittags Getränkekisten vom Supermarkt holen und am Wochenende Ausflüge an die Küste unternehmen – der chinesische Elektro-Kombi erledigt alle Alltagsaufgaben zuverlässig und bequem. Für die Dachreling habe ich sogar noch einen Satz passende Dachträger liegen. Das ist praktisch. Denn Weihnachten steht vor der Tür. Ein Tannenbaum muss her. Also ab in die Botanik, mit Kind und Kegel. Auf einem Bauernhof kriegen wir eine Säge und suchen uns die schönste Kiefer, die wir finden können: Ritscheratsche, eine halbe Stunde später liegt die prächtige 2,50-Meter-Tanne auf dem MG-Dach. Auch beim Fahrradtransport wird mir der Dachträger später noch wertvolle Dienste liefern.

Die Technik des Abo-MG5

Nur sinkt dann die ohnehin schmale Reichweite von theoretisch rund 300 auf maximal 250 Kilometer. Für Technik-Freaks: Mein Abo-MG von Sixt in Luxury-Ausstattung hat den starken 178 PS-Motor, aber nur die kleine Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie mit 50,3 Kilowattstunden (kWh) an Bord. MG bietet auch eine schwächere Version mit 156 PS und 60,1 kWh-Batterie (Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Akku) an. Hier liegt die WLTP-Reichweite bei bis zu 400 Kilometer. Ob große oder kleine Batterie, mit seinen fünf Sitzplätzen, dem großen Kofferraum und der komfortablen Ausstattung ist der Kombi ein echter Allrounder.
Mehr noch: MG bietet sogar eine Smartphone-App, mit der wichtige Funktionen fernsteuerbar sind. Eines Morgens sehe ich aus dem Fenster, dass die Scheiben der Autos vor der Tür dick zugefroren sind und die Nachbarn mit Eiskratzern hantieren. Ich tippe auf meine MG-App und aktiviere Heck- und Frontscheibenheizung. Anschließend stelle ich vom Handy aus die Innentemperatur auf 22 Grad ein. Fünf Minuten später steige ich ein wohlig warmes Auto, bei dem die Scheiben eisfrei sind. Was für ein Komfort! Das kann ein Luxus-BMW oder -Mercedes auch nicht besser. Und das alles zur Flatrate von 499 Euro.

So funktioniert das Aufladen

Nur ums Aufladen muss ich mich kümmern. Darum habe ich mir eine Shell-Recharge-Ladekarte zugelegt. Mit der bekomme ich Strom für 0,49 bis 0,79 Euro pro Kilowattstunde – je nachdem ob ich an der öffentlichen AC-Säule oder dem Ionity Schnelllader an der Autobahn zapfe. Schade eigentlich, dass Sixt nicht auch die Ladekarte als Option zu seinen Abos für E-Autos anbietet. Das wäre dann eine echte Full-Flatrate und ganz im Sinne der E-Mobilität, zu der sich das Unternehmen ja ausdrücklich bekennt.
Auch beim Ladevorgang hilft die App. Sie zeigt nämlich auf Wunsch, wie weit der Akku bereits geladen ist und wann ich den MG von der Säule in der Nähe meiner Wohnung abstöpseln kann. Außerdem zeigt sie mir den Luftdruck der Reifen an, die Spannung der Starterbatterie sowie weitere Fahrzeugzustände. Natürlich bietet die App auch eine Routenführung zum Auto an, falls man mal vergessen hat, wo es steht. Und eine Fernaktivierung von Hupe und Licht. Alles nette Spielereien, aber vor allem die Heizungssteuerung macht die MG-App zu einem echten Mehrwert.

MG5 im Sixt-Abo: die Preise

Mein Abo lässt sich bequem über die Sixt-App verwalten. Hier melde ich zum Beispiel den aktuellen Kilometerstand. Schon nach zwei Wochen ist klar: Die 500 Freikilometer pro Monat reichen nicht. Fahre ich mehr, kostet jeder Extra-Kilometer 38 Cent. 200 Kilometer zu viel würden also schon mit 76 Euro zu Buche schlagen. Also ist vorheriges aufbuchen angesagt. Weitere 500 Kilometer kosten 64,99 Euro Aufpreis. Praktisch: Die Aufbuchung bis zu 5000 Kilometer pro Monat kann jederzeit während der Abolaufzeit veranlasst werden. Als Preisstaffelung stehen zur Verfügung:
• 499 Euro, 500 Freikilometer
• 563,99 Euro, 1000 Freikilometer
• 648,99 Euro, 2000 Freikilometer
• 798,99 Euro, 3000 Freikilometer
• 998,99 Euro, 4000 Freikilometer
• 1218,99 Euro, 5000 Freikilometer
Dass jemand mit einem E-Auto monatlich 4000 oder gar 5000 Kilometer abspult, dürfte utopisch sein. Interessant, dass Sixt diese Möglichkeit dennoch vorsieht.

Das Sixt-Geschenk

Am 21. Dezember flattert dann eine erfreuliche Sixt-Mail in mein Postfach: "Wir wünschen Ihnen eine fantastische Weihnachtszeit. Damit Sie so viel Zeit wie möglich mit Ihren Lieben verbringen können, haben Sie diesen Monat 500 Kilometer kostenlos zu ihrem Abonnement erhalten", heißt es dort. Na, das ist doch mal ein nettes Geschenk. Ich sage, danke Sixt.

Der Kundenberater

Mit den zusätzlichen gekauften und geschenkten Kilometern komme ich bis zur Rückgabe klar. Und was ist, wenn ich weniger fahre? Ganz einfach: Nicht genutzte Guthaben wandern in den Kilometer-Tresor und können zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. Allerdings nur dann, wenn man das Abo nicht kündigt, sondern es nur pausiert. Das ist bei Sixt+ bis zu drei Monaten möglich. Ganz schön viele Infos und Optionen. Da fällt es nicht leicht, den Überblick zu behalten.
Wer's nicht schafft, findet in der Sixt-App aber einen Kontakt zu einem persönlichen Kundenberater. Meiner heißt Jens Breitfeld und gibt mir zum Beispiel den Tipp mit der Abo-Pause statt der Stornierung. Ziemlich clever, denn ein pausiertes Abo nimmt man ja viel leichter wieder auf als ein komplett Neues zu buchen, zumal dann bei Verbrennern auch eine erneute Startgebühr fällig wird. Marktingexperten nennen so was auch gerne Kundenbindungs-Maßnahme.

Die Rückgabe

Ziemlich plötzlich ist er da, der Tag der Rückgabe. Vorher schicke ich den MG noch für 10,90 Euro durch die Waschanlage bei Jet-Tankstelle in meiner Nähe. Auch einen Euro fürs Saugen des Innenraums muss noch drin sein. Gehört sich so, finde ich. Ach ja, und dann war da ja noch die Sache mit den 80 Prozent-Ladestand, den der Akku bei Rückgabe haben sollte. Darum habe ich den MG über Nacht auch nochmals komplett aufgeladen. Dann geht's zur Sixt-Station in Hammerbrook. Dorthin, wo ich den MG vor vier Wochen abgeholt habe. Und die Rückgabe funktioniert völlig reibungslos: Auto auf dem Hof abstellen, Schlüssel am Tresen abgeben, fertig.
Keine Fahrzeug-Kontrolle, keine lästigen Rückgabe-Protokolle, alles ganz easy. Ob's daran liegt, dass mein Abo nur pausiert? Kommt der Hammer, wenn ich das Abo endgültig beende? Und kriege ich bei Abo-Wiederaufnahme das gleiche Auto zurück? Oder ein anderes? Und wie funktioniert das, wenn ich auf ein größeres Modell wechseln möchte? Es sind also noch Fragen offen. Fragen, die AUTO BILD demnächst hier beantworten wird.

Vorteile/Nachteile

+ Sehr kurze Abo-Laufzeiten
+ Kurze Lieferfristen
+ Dichtes Filialnetz
+ Attraktive Automodelle
+ Flexible Abo-Anpassung
+ Reizvoll für Fahrer ab 18
- Zu viele Buchungsoptionen und Extras
- Geringes Freikilometerpaket
- Keine Modellgarantie