Skoda Octavia Combi RS Facelift: Test
Tschechen-Express: Hat Skoda den Octavia Combi RS besser gemacht?

– Ob als Firmenwagen oder Familienfreund: Der Octavia Combi RS findet auf unbegrenzten deutschen Autobahnen seinen natürlichen Lebensraum. 2024 hat Skoda ihn überarbeitet. Zum Besseren? AUTO BILD macht den Test.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
In Zahlen verrät Skoda: Rund 15 Prozent der aktuell neu ausgelieferten Octavia hierzulande tragen das Sportkürzel am Heck – 2023 waren es noch über 23 Prozent.
Diesel und Plug-in fallen weg
Die Lücke erklärt sich wohl vor allem dadurch, dass der RS Diesel und der zeitweilig angebotene Plug-in nun nicht mehr im Programm sind. Mit dem Facelift 2024 hat Skoda die Motorenpalette ein wenig aufgeräumt. Wobei der Diesel laut Skoda als Konzernentscheidung rausflog, nicht weil man selbst ihn so gern abgeschafft hätte. Der Golf GTD mit dem gleichen Antrieb musste schließlich auch dran glauben.

Kein Sonderweg: Die technischen Änderungen am RS entsprechen denen des allgemeinen Octavia-Modellpflegeprogramms.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Technisch entsprechen die Änderungen des RS-Modells natürlich weitgehend denen des Octavia-Facelifts. Will heißen: Tagfahrlicht mit Zusatz-Zacke, die an das Facelift-Modell der dritten Octavia-Generation erinnert. Keine separaten Nebelscheinwerfer mehr, stattdessen Allwetterlicht. Zumindest wenn die Matrix-LED-Scheinwerfer an Bord sind, die der RS immer serienmäßig hat.
Kleine Änderungen im Cockpit
Dazu gibt es neue Schürzen, Felgen und ein Update fürs Infotainment. Der 13-Zoll-Bildschirm ist nun serienmäßig, reagiert flotter, und die Menüs sind intuitiver strukturiert. Auch im Kombiinstrument wurden die Grafiken leicht überarbeitet. Bei den Einstiegsleisten hat Skoda ebenfalls etwas Vereinfachung betrieben, auf ihnen steht nun wie beim zivilen Modell "Octavia" statt wie früher stolz "RS".

Aufgehübscht: Der Touchscreen ist nun immer 13 Zoll groß, die Grafiken im Kombiinstrument sind leicht angepasst worden.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Dafür entschädigt das nach wie vor richtig gute Sportgestühl. Serienmäßig mit Stoff bezogen, bringt das 2960 Euro teure RS-Lounge-Paket sowohl Massage-Funktion als auch beidseitige elektrische Verstellung und eine ausziehbare Oberschenkelauflage. Seitenhalt? Vorhanden. Langstreckenkomfort? Auch vorhanden. Hier haben die Skoda-Ingenieure einen wirklich guten Job gemacht.
Fahrzeugdaten
Modell | Skoda Octavia Combi RS |
|---|---|
Motor | Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
Hubraum | 1984 cm³ |
Leistung | 195 kW (265 PS) bei 5250/min |
max. Drehmoment | 370 Nm bei 1600/min |
Antrieb/Getriebe | Front/Siebengang-DSG |
0-100 km/h | 6,5 s |
Vmax | 250 km/h |
Testverbrauch | 8,4 l S/100 km |
Test-CO2 | 199 g/km |
Tankvolumen | 50 l |
Länge/Breite/Höhe | 4709/1829*/1455 mm |
Radstand | 2681 mm |
Sitzhöhe | 530 mm |
Kofferraumvolumen | 640-1700 l |
Leergewicht | 1590 kg |
Zuladung | 470 kg |
Anhängelast | 1600 kg |
Garantie | 2 Jahre |
Preis | ab 48.570 Euro |
Leistungshungrige Eltern können die vielen Pferdchen des RS auf jeden Fall auch mit dem hervorragenden Platzangebot verargumentieren. Auch hinten sitzt es sich äußerst bequem, der Kofferraum fasst 640 bis 1700 Liter. Die zwar noch größeren, mit gleichem Antrieb aber auch viel teureren Konzern-Kollegen Superb oder Passat braucht's nicht.
Vierzylinder-Turbo mit etwas mehr Dampf
Mit 265 PS stemmt der RS nun noch 20 PS mehr auf die Vorderräder als bisher. Das Schöne: Das spürt man auch. Der Zweiliter-Turbobenziner scheint nicht mehr ganz so drehmomentgetrieben, sondern dreht etwas williger oben raus als früher. Noch besser: Den nervigen Sound-Aktuator, der im Vorfacelift-Modell stets eine Art Sportsound über Lautsprecher einspielte, hat Skoda rausgeworfen.

Kraftpaket: Der bekannte Zweiliter-TSI ist im aktuellen Octavia RS um 20 PS auf 265 PS erstarkt und gibt sich etwas drehwilliger.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Stattdessen gibt es nun serienmäßig echten Klang über eine Sportabgasanlage, die stets sonor brummt, aber nicht stört. Sogar ein wenig Schubblubbern haben sie dem RS gegönnt, wenn man in den Sport-Modus schaltet. Die weiteren Zahlen: 370 Newtonmeter Drehmoment, 6,5 Sekunden auf Tempo 100, 250 km/h Spitze.
DCC-Fahrwerk kann auch kommod
Das Fahrwerk zeigt sich im Alltag ausreichend nachgiebig. Es ist zwar stets spürbar, dass man ein RS-Modell fährt – wer den Regler des 780 Euro teuren DCC-Fahrwerks ganz auf Komfort schiebt, fühlt sich aber ausreichend kommod untergebracht. Beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven hilft die serienmäßige elektromechanische Vorderachssperre.

Dynamisch: Für Kurventalent sorgen die knackige Abstimmung und die serienmäßige elektronische Vorderachssperre.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Mit 8,4 Litern genehmigte sich der RS einen noch vertretbaren Schluck aus der Pulle. Mit Preisen ab 48.570 Euro ist er kein Schnapper, aber günstiger als Passat und Co. Und: Acht Jahre alte Modelle mit normaler Laufleistung kosten noch immer rund 20.000 Euro. Die Wertprognose ist also solide.
Service-Links



















