Es ist gerade zwar kein Halloween, aber dieser Skoda hier kommt uns schon ziemlich unheimlich vor. So gut ist er. Als ob es nicht mit rechten Dingen zugeht. Er sieht richtig gut aus, ist geräumig, praktisch und funktional, fährt sich sehr ordentlich, verbraucht nicht viel und hat auch noch einen fairen Preis. Aber der Reihe nach.
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Die inzwischen vierte Generation des Superb kommt als Limousine und als Combi, wie hier getestet. Gebaut wird er gemeinsam mit dem technisch sehr ähnlichen VW Passat – den es nur noch als Kombi gibt, der aber nicht mehr Variant heißt – im VW-Werk in Bratislava in der Slowakei.

Superb Combi mit zeitlosem Design

Der neue Superb ist groß geworden, 4,90 Meter lang und 1,85 Meter breit. Eine stattliche Erscheinung. Das Design ist, Skoda-typisch, zurückhaltend und sachlich, im Detail sehr gut gemacht.
Superb Combi 2.0 TDI 4x4
Großer Wagen: Der neue Superb Combi misst 4,90 Meter. Das schafft viel Raum auf allen Plätzen und natürlich im Gepäckabteil.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Mit tief heruntergezogener Haube und schmalen Scheinwerfern vorn, relativ langen Überhängen und leicht ansteigender Seitenlinie sowie einem klaren, eckigen Heck mit zackigen Lampen und großem Skoda-Schriftzug. Der Combi steht lang und gestreckt auf der Straße, nicht ohne Eleganz. Zeitlos.

Einrichtung ist hochwertig gestaltet

Genau das gilt auch für die Einrichtung, die eleganter und, ja, auch hochwertiger als bisher gestaltet wurde. Die Instrumente sind konfigurierbar, kommen mit klarer Grafik und lassen sich gut ablesen. Die feine Linie im Cockpit stört eigentlich nur der VW-Konzern-typische 13-Zoll-Touchscreen, der unvermittelt in der Mitte des Armaturenbretts aufragt.
Superb Combi 2.0 TDI 4x4
Vorn gibt es viel Platz und eine elegantere Einrichtung als bisher – nur der Monitor stört etwas. Qualität und Verarbeitung gehen in Ordnung.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Es gibt inzwischen für solche Monitore schönere Lösungen, besser integrierte – und besser erreichbare. Hier muss man sich vorbeugen, um heranzukommen. Das Multimedia selbst läuft im VW-Reich inzwischen (und nach langer Zeit) ja flüssig, die Menüs sind recht gut strukturiert, die Bedienung erleichtern viele Kurzwahltasten für Radio, Navi, Klima und so weiter.
Eine schöne Idee sind die drei großen Drehregler in der Mittelkonsole. Außen jeweils für Klima und Sitzheizung, der mittlere lässt sich mit unterschiedlichen Funktionen belegen, zum Beispiel für die Lautstärke, das Fahrprofil oder auch den Kartenzoom. Klingt komplizierter, als es ist, und funktioniert bestens, sehr praktisch.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder
Vierzylinder, Turbo
Einbaulage
vorn quer
Ventile/Nockenwellen
4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb
Zahnriemen
Hubraum
1968 cm³
kW (PS) bei 1/min
142 (193)/3500
Nm bei 1/min
400/1750
Vmax
230 km/h
Getriebe
Siebengang-Doppelkupplung
Antrieb
Allrad
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheibe
Testwagenbereifung
235/45 R 18 W
Reifentyp
Goodyear Eagle F1 Asymetric
Radgröße
7,5 x 18''
Abgas CO2
154 g/km
Verbrauch*
5,9 l/100 km
Tankinhalt
68 l
Kraftstoffsorte
Diesel
SCR-Kat/AdBlue-Tankinhalt
S/19,5 l
Vorbeifahrgeräusch
69 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
2200/750 kg
Stützlast
90 kg
Kofferraumvolumen
690–1920 l
Länge/Breite/Höhe
4902/1849–2100**/1482 mm
Radstand
2841 mm
Grundpreis
48.100 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
58.320 Euro
Apropos: Was den Umgang mit dem Superb so angenehm macht, sind die vielen kleinen Aufmerksamkeiten, die Skoda unverdrossen weiter einbaut. In einer Zeit, in der andere auch noch an den kleinsten Details herumsparen. Das sind der Regenschirm in der Fahrertür, der Eiskratzer in der Tankklappe, der kleine Mülleimer in der Türablage vorn, die große faltbare Tülle zum Einfüllen des Wischwassers oder der kleine Mikrofaserschwamm für die Reinigung des Bildschirms. Kleinigkeiten, sicher, aber Skoda liefert einfach weiter.

Sehr viel Platz in Reihe zwei

Platz gibt es im Superb sowieso jede Menge. Schon vorn sehr viel, im riesengroßen Fond wird es dann üppig. Der Testwagen besaß die Ergo-Komfortsitze vorn (im Paket 3290 Euro für Selection, Serie bei L&K-Ausstattung), und die sind sehr komfortabel: groß geschnitten und passend ausgeformt, beheizt, belüftet und mit Massagefunktionen.
Superb Combi 2.0 TDI 4x4
Absolut langstreckentauglich: Auch im riesigen Fond sitzt man sehr angenehm. Die bequeme Rückbank ist straff gepolstert.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Auch im Fond sitzt man bequem, die Rückbank hier gehört eindeutig zu den besseren in dieser Klasse, mit straffen Polstern und hoher Lehne. Auf Langstrecke ein Genuss. Der Kofferraum schluckt 690 Liter (30 mehr als beim Vorgänger) bis 1920 Liter – im VW Passat sind es exakt genauso viel. Die Zuladung liegt bei 525 Kilogramm, die Anhängelast bei 2,2 Tonnen.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,1 s
0–100 km/h
8,1 s
0–130 km/h
12,7 s
0–160 km/h
19,5 s
0–200 km/h
36,3 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,2 s
80–120 km/h
5,3 s
Leergewicht/Zuladung
1795/525 kg
Gewichtsverteilung v./h.
56/44 %
Wendekreis links/rechts
11,8/11,9 m
Sitzhöhe
550 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
33,9 m
aus 100 km/h warm
33,4 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
58 dB(A)
bei 100 km/h
65 dB(A)
bei 130 km/h
68 dB(A)
Verbauch
Sparverbrauch
4,4 l/100 km
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLT-Angabe)
5,8 l/100 km
(-2 %)
Sportverbrauch
8,2 l/100 km
CO2 (Testverbrauch)
154 g/km
Reichweite (Testverbrauch)
1170 km
Die Technik, klar, stammt aus dem großen VW-Baukasten, in diesem Fall ist es der MQB evo. Auch der 2,0-Liter-TDI ist natürlich ein guter alter Bekannter. Die Ausbaustufe mit 193 PS ist im Superb immer gekoppelt an das ebenso bekannte Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und den Allradantrieb (ist beim VW Passat genauso).

Mit dem TDI souverän motorisiert

Der TDI klingt beim Start deutlich nach Diesel, scheint insgesamt im VW etwas besser gedämmt zu sein, brummt später aber nur noch freundlich. In der Stadt – etwa im Start-Stopp-Betrieb – wirkt das Zusammenspiel mit dem DSG stets etwas ruckelig, beruhigt sich in Fahrt dann aber.
Superb Combi 2.0 TDI 4x4
Gut unterwegs: Mit seinen 193 PS und 400 Nm reicht der Zweiliter-TDI für 8,1 Sekunden bis Tempo 100 und 230 km/h Spitze.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Einmal in Schwung, ist der 2,0-Liter dann lebhaft bei der Sache, zieht stämmig durch und hat auch oben raus noch Kraft. Den Sprint von null auf 100 km/h erledigt der Superb im Test in 8,1 Sekunden, maximal sind 230 km/h drin. Alles souverän. Und das bei einem bescheidenen Testverbrauch von 5,8 Litern/100 km – die Reichweite mit dem 68-Liter-Tank liegt also bei knapp 1200 Kilometern. Nur mal so zum Vergleich.

Wertung

Wertung
Karosserie
Vorn und besonders hinten viel Platz, großer Kofferraum. Material und Verarbeitung sehr ordentlich.
4/5 Punkten
Antrieb
Kräftiger, lebhafter Diesel, gute Fahrleistungen. DSG in der Stadt leicht ruckelig, Riesen-Reichweite.
4/5 Punkten
Fahrdynamik
Fährt sich handlich und sicher. Harmonische Lenkung, standfeste Bremsen. Großer Wendekreis.
4/5 Punkten
Connected Car
Großer Bildschirm, viele Funktionen, klare Struktur. Apple/Android drahtlos, Sprachsteuerung okay.
4/5 Punkten
Umwelt
Der Superb Combi ist ein wirklich großes Auto, 1,8 Tonnen schwer. Niedriger Verbrauch.
3/5 Punkten
Komfort
Bequeme Sitze vorn und hinten. Federt mit DCC komfortabel, Diesel ist gut gedämmt, viel Ausstattung.
4/5 Punkten
Kosten
Im Vergleich fairer Preis. VK-Einstufung relativ hoch, Wartung alle zwei Jahre. Zwei Jahre Garantie.
3/5 Punkten
AUTO BILD-Testnote
2-
Abgestimmt hat Skoda den Superb handlich und sicher. Mit harmonischer, vielleicht einen Hauch zu leichtgängiger Lenkung. Alles sehr angenehm. Und, das überrascht uns jetzt auch nicht mehr wirklich, er bremst sehr gut, stand im Test beim Stopp aus 100 km/h mit warmen Bremsen nach 33,4 Metern.

Fast 60.000 Euro stehen auf der Rechnung

Die Preise für den Superb Combi mit 2,0-Liter-TDI und 193 PS starten bei 48.100 Euro, mit der bewerteten Testausstattung – unter anderem mit dem adaptiven Fahrwerk für 1090 Euro – stehen 58.320 Euro auf der Rechnung. Der VW Passat mit 193 PS geht ab 59.845 Euro los.
Superb Combi 2.0 TDI 4x4
Nicht ganz billig: Die Preisliste für den Superb Combi 2.0 TDI startet bei 48.100 Euro, das Testexemplar kostete 58.320 Euro.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Jedenfalls dann, wenn man dem unübersichtlichen, langsamen und schlecht strukturierten VW-Konfigurator glauben darf. Für den Skoda gibt es übrigens eine ordentliche, komplette Preisliste, aber das nur nebenbei. Also, unheimlich sind beim Superb Combi nur seine Qualitäten. Gruseln dürften sich eher die Kombi-Kollegen.

Bildergalerie

Superb Combi 2.0 TDI 4x4
Superb Combi 2.0 TDI 4x4
Superb Combi 2.0 TDI 4x4
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Skoda Superb Combi im ersten Test

Fazit

Wie gesagt: Der Superb ist fast schon unheimlich gut. Ein Kombi, wie er sein sollte: groß, praktisch, schnell und sparsam, mit guten Fahreigenschaften. Dabei sieht er auch noch gut aus, ist geschmackvoll eingerichtet.
AUTO BILD-Testnote: 2-