Skoda Vision O: Elektro-Kombi
Könnte so ein elektrischer Octavia aussehen?
Bild: Skoda Auto Deutschland
Bis vor Kurzem waren Elektro-Kombis eine seltene Gattung. Mittlerweile wächst das Angebot aber stetig – auch Skoda will jetzt nachziehen.
Bei den Tschechen hat der Kombi, oder besser gesagt: Combi, Tradition. Seit 1998 hat Skoda über 3,6 Millionen Kombis verkauft und führt seit 2016 die Statistiken in Europa an. Es wird also Zeit, dass nach Enyaq, Elroq und demnächst Epiq bald ein Elektro-Kombi folgt. Wie dieser aussehen könnte, zeigt die Studie Vision O!
Wow, was für ein Skoda! Schmale Leuchten, ein umlaufendes schwarzes Element, in dem auch die Sensorik untergebracht werden kann, und ein geschlossener Kühlergrill sorgen für einen modernen, aber cleanen Look. Bei Skoda sprechen sie von der Tech-Loop-Maske, die den Vision O grimmig dreinblicken lässt. Und auch wenn die Frontansicht spektakulär ist, ist die Studie trotzdem als Skoda zu erkennen. Was nicht zuletzt an der markant ausgeformten Motorhaube liegt.

Mit einer Länge von 4,85 Metern ordnet sich der Vision O ziemlich genau zwischen Octavia und Superb Combi ein.
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Mit einer Länge von 4,85 Metern ordnet sich der Vision O zwischen Octavia (4,70 Meter) und Superb Combi (4,90 Meter) ein. Auf Nachfrage erklärt uns Chefdesigner Oliver Stefani, dass die Größe so gewählt ist, um noch nicht zu viele Schlüsse auf eine mögliche spätere Serienversion zuzulassen. Die Heckscheibe wurde bei der Studie bewusst flach designt, um den Vision O noch dynamischer wirken zu lassen.
B-Säule als markantes Designfeature
Dazu trägt auch das schwarz abgesetzte Dach bei, das die Höhe von 1,50 Metern gekonnt kaschiert. Ein auffälliges Designfeature ist die in Wagenfarbe lackierte B-Säule, die in der Seitenansicht markant heraussticht. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Der Vision O ist nicht das erste Skoda-Modell, das mit der B-Säule spielt. Können Sie sich noch an den Roomster erinnern?

Das Heck erinnert entfernt an Volvo. Das Kofferraumvolumen beträgt 650 bis 1700 Liter.
Bild: Skoda Auto Deutschland
Ebenfalls hervorzuheben sind die ausgestellten Radhäuser, die Platz für flächige 21-Zoll-Räder schaffen und den 1,90 Meter breiten Vision O bullig dastehen lassen. Sehr gefällig auch: das fein modellierte Heck mit den klaren Linien und den schmalen Rückleuchten.
Großer Kofferraum
Und wie es sich für einen Kombi gehört, bietet der Vision O ordentlich Stauraum. Mit 650 bis 1700 Liter Volumen liegt er auf Augenhöhe mit dem aktuellen Octavia Combi (640 bis 1700 Liter). Typisch Skoda sind "Simply Clever"-Lösungen wie ein Fach für das Ladekabel, ein Mülleimer oder auch ein in die Zierleiste des Kofferraumbodens eingelassenes Metermaß. Der nächste Ikea-Besuch kommt bestimmt.

Bei der Studie öffnen die Türen gegenläufig. Ein Feature, das wohl nicht in Serie gehen wird.
Bild: Skoda Auto Deutschland
Wirklich spektakulär wird es aber im Innenraum – streng genommen schon beim Öffnen der Türen: Denn die öffnen gegenläufig. Sieht zwar cool aus, ist in der Serie aber alles andere als praktisch. Das Interieur wirkt im ersten Moment futuristisch. Es ist klar gegliedert, aber eben auch völlig anders, als wir es von den Tschechen kennen. Und genau das ist gewollt: Denn der Vision O wurde laut Skoda von innen nach außen entwickelt. Ziel war es, die Bedürfnisse der Kunden an erster Stelle zu setzen, ein funktionales, klar gegliedertes Cockpit mit hochwertigen Materialien zu schaffen.

Das Cockpit ist reduziert. Ganz neu ist das über 1,20 Meter breite "Horizon Display" oberhalb des Armaturenbretts.
Bild: Skoda Auto Deutschland
Neu ist das "Horizon Display"
Das auffälligste Feature im aufgeräumten Innenraum ist das über 1,20 Meter breite "Horizon Display", das sich beinah über die gesamte Breite des Armaturenbretts zieht. Auf dem individualisierbaren Display werden dem Fahrer alle wichtigen Informationen angezeigt. Zusätzlich gibt es einen vertikalen Bildschirm für alle weiteren Funktionen. Gut: Skoda vertraut nicht ausschließlich auf Touch-Bedienung. Das Horizon-Display wird über einen Dreh-/Drücksteller in der Mittelkonsole gesteuert, die Klimabedienung erfolgt über klassische Wippen – und auch am Lenkrad finden sich Tasten und Walzen.
Dank Glasdach und hellen Farben wirkt der Innenraum sehr luftig. Besonders stolz sind sie bei Skoda auf die Materialauswahl. Ein Großteil davon ist recycelt oder recycelbar. So bestehen die Sitzbezüge beispielsweise zu 100 Prozent aus PES-Strickmaterial (erinnert an die Mesh-Einsätze von Sneakern). Der Fahrzeugboden besteht aus Lederabfällen, die zuvor entsorgt wurden. Der hohe Nachhaltigkeitsanspruch findet sich auch im Namen wieder – das O soll für eine Kreislaufwirtschaft stehen.
Kommt eine Serienversion des Vision O?
Deutlich greifbarer sind das "Simply Clever"-Features wie die vier Regenschirme in den Türtafeln, ein portabler Bluetooth-Lautsprecher oder auch eine kleine Kühlbox, die ebenfalls herausgenommen werden kann.
Auf die Frage, wie viel Serie im Vision O steckt, gibt Skoda aktuell noch keine Antwort. Nur so viel: Die Serienversion des Vision O ist auf einer neuen Plattform für Anfang der nächsten Dekade geplant. Ob wir letztendlich über einen elektrischen Octavia sprechen, bleibt offen.
Fazit
In der heutigen Zeit freue ich mich über jede Studie, die kein SUV oder Crossover ist. Der Vision O ist ein ansprechend designter Kombi, der unverkennbar ein Skoda ist. Der Innenraum mag futuristisch wirken, scheint aber klar durchdacht. Es hat den Anschein, als könnte die Studie in leicht abgewandelter Form schon bald in Serie gehen. Ich bin gespannt!
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