Wieder haben wir uns Reifen aus aller Herren Länder besorgt, was diesen Test international macht. Getestet haben wir dieses Mal in den USA, auf dem Testgelände von Goodyear bei San Angelo im US-Bundesstaat Texas, wo es jetzt schon schön warm ist. Amerikanische Hersteller sind auch bei diesem Reifentest beteiligt. Goodyear zählt dazu, eine US-Marke mit sehr langer Tradition, deren Anfänge bis ins Jahr 1898 zurückreichen. Firestone – ebenfalls aus den USA – ist nur zwei Jahre jünger, wurde aber 1988 vom japanischen Reifenriesen Bridgestone übernommen. Noch ein Ami: die Marke Cooper, ein wenig jünger (seit 1926) und viel kleiner, gilt als Spezialist für 4x4-Reifen.
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Deutlich längere Nassbremswege beim Billigreifen

Japan wird dieses Mal von Falken vertreten. Eine noch recht junge Marke (1983), die mittlerweile zum japanischen Reifenriesen Sumitomo gehört, genauso wie der ursprünglich englisch-deutsche Hersteller Dunlop. Der mittlerweile einzige deutsche Reifenkonzern ist Continental, auch eine Marke mit langer Tradition (seit 1871). Ebenfalls seit mehr als 100 Jahren gibt es den niederländischen Hersteller Vredestein; bereits 1909 gegründet, aber seit 2009 im Besitz des indischen Reifenkonzerns Apollo. Im Gegensatz dazu ist die italienische Marke Pirelli, gegründet 1872, immer noch eigenständig. Ebenfalls immer noch weitgehend unabhängig arbeitet der 1932 gegründete Reifenhersteller Nokian aus Finnland, bekannt für seine Winterreifen; mittlerweile fertigt die Firma auch Sommerreifen. Fehlen noch Hankook, ein seit 1941 bestehendes Reifenunternehmen aus Südkorea, sowie Sonar, eine Marke aus Taiwan, die in diesem Test als unser Vertreter der besonders preiswerten Reifen antritt.
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Der Sonar schneidet im Test erwartungsgemäß katastrophal beim Bremsen auf Nässe ab. 16,3 Meter mehr Bremsweg aus Tempo 100 gegenüber dem Besten, dem Continental, sprechen für sich. Doch der Taiwan-Reifen ist nicht in allen Disziplinen mau. Die größte Überraschung: Er schlägt sich wirklich gut bei Aquaplaning, erzielt beim Aquaplaning-Test in der Kurve gar das beste Ergebnis überhaupt, während der fast 50 Prozent teurere Continental hier nur ein gerade mal durchschnittliches Talent an den Tag legt. Dass ein durchschnittlicher Preis nicht zwingend ausreichende Leistungen garantiert, zeigt der Cooper. Sein Preis liegt nur wenig unter dem Niveau der bekannten Marken, doch die Nässehaftung liegt kaum über der des Taiwan-Fabrikats. Sein größter Vorteil scheint in der Robustheit zu liegen. Kein anderer Reifen in diesem Vergleich steckt eine Schotterpiste mit scharfkantigen Steinen so unbeeindruckt weg wie der Cooper.

Große Unterschiede beim Rollwiderstand und Abrollgeräusch

Dafür missfällt er mit einem Rollwiderstand, der eher vor 20 Jahren üblich war. Dunlop und Vredestein zeigen, wie man heute Reifen baut, die den Treibstoffverbrauch des Autos nicht unnötig erhöhen. Große Unterschiede auch bei den Messungen des Abrollgeräuschs. Wieder ist es der Cooper, der mit erhöhten Werten patzt. Da sind manche Winterreifen leiser als dieser Sommerreifen.
AUTO BILD ALLRAD 4/2015
Die wichtigsten Ergebnisse des Tests haben wir in der Bildergalerie für Sie zusammengefasst. Den vollständigen Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es in der AUTO BILD ALLRAD 4/2015 oder im Online-Artikelarchiv als PDF-Download!
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