Spritpreis-Diskussion
Merkel zu Benzinpreis-Senkung

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Ach, du dickes Ei: Wie in jedem Jahr sind auch zum Osterfest 2010 die Benzinpreis kräftig geklettert. Muss deshalb die Mehrwertsteuer runter? Bundeskanzlerin Merkel dämpft die Erwartungen.
(dpa/cj) Die erneut vor Ostern stark gestiegenen Spritpreise haben zu einer Diskussion über eine Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent für Benzin geführt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erteilte dem Vorstoß des Koalitionspartners FDP mit Blick auf den Haushalt eine klare Absage, kündigte aber eine Überprüfung der Preisentwicklung durch das Bundeskartellamt an. Seit Beginn der Woche liegt der Benzinpreis im Schnitt bei 1,44 Euro, für Diesel bei 1,21 Euro je Liter. Im Jahr 2009 kostete der Liter Super im Durchschnitt noch rund 1,28 Euro, Diesel 1,08 Euro.
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Anders als Lebensmittel, Bücher, Zeitungen und seit kurzem auch Hotelübernachtungen unterliegen Öl, Strom und Gas nicht der ermäßigten Mehrwertsteuer von sieben Prozent. Die Forderung nach einer Mehrwertsteuersenkung auf Energie hatte die FDP bereits zu Oppositionszeiten erhoben. Die Grünen halten den Vorstoß der FDP für Populismus. "Die Forderung nach einer Ermäßigung der Mehrwertsteuer für Benzin zeugt von umwelt-, wirtschafts- und finanzpolitischem Dilettantismus", sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Thomas Gambke. Die Senkung würde von den Herstellern nicht voll an die Verbraucher weitergegeben. "Begünstigt würden am Ende die großen Ölkonzerne, die höhere Gewinne einfahren." Steigende Spritpreise zu Ferienbeginn und zu Feiertagen seien eher ein Fall für das Kartellamt, so Gambke. Die Bonner Behörde hatte allerdings kürzlich mitgeteilt, dass sie keine konkreten Verstöße der Mineralölkonzerne gegen das Kartellrecht festgestellt habe.
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