SsangYong Chairman (1997): kaufen, Preis, W124, Mercedes W140
Diese Luxuslimousine sieht aus wie ein Mercedes, ist aber ein SsangYong
In Deutschland wurde die Luxuslimousine SsangYong Chairman nie offiziell angeboten. Aktuell wird bei uns ein gebrauchtes Exemplar zum attraktiven Preis verkauft!
Bild: Fundgarage.de
Rexton, Tivoli, Rodius oder Korando – das sind alles Namen von SsangYong-Modellen, die hierzulande eher selten im Straßenverkehr anzutreffen sind. Aber kennen Sie schon den Chairman? Dabei handelt es sich um eine über fünf Meter lange Luxuslimousine, die nicht nur nach Mercedes aussieht!
Im Vergleich zum Chairman sind Rexton, Tivoli und Co echte Massenware auf deutschen Straßen. Bis heute existieren vier Generationen des SsangYong Chairman, der teilweise auch als Daewoo Chairman oder später auch als Schwestermodell Roewe 850 vertrieben wurde. Eins haben alle Generationen gemeinsam – sie wurden nie offiziell in Deutschland verkauft. Trotzdem wird hierzulande aktuell ein SsangYong Chairman der aus dem Baujahr 1998 angeboten. Über Umwege ist die Luxuslimousine zum Händler "Fundgarage" aus Oderwitz gelangt, der den Chairman für 9900 Euro im Angebot hat.

Eine Prise Lexus am Heck: Die Rückleuchten erinnern an frühe LS, der hintere Überhang ist ganz schön groß.
Bild: Fundgarage.de
Die intern CM getaufte erste Generation des Chairman kam 1997 auf den Markt und erinnert optisch stark an die Mercedes S-Klasse der Generation W 140 gemixt mit den Scheinwerfern des Coupé-Bruder C 140 und einer Prise W 220. Und in der Tat basiert der Chairman auf einem Mercedes – allerdings nicht auf einer S-, sondern auf der E-Klasse der Baureihe W 124. Dieser technische Unterbau ist auf eine Partnerschaft mit Mercedes zurückzuführen.
1991 ging der südkoreanische Hersteller eine Allianz mit Mercedes ein, die sogar zu einer fünf Prozent Beteiligung von Daimler an SsangYong führte. Geplant waren unterschiedliche Gemeinschafts-Entwicklungen. Schon 1997 kaufte Daewoo allerdings die Mehrheit an SssangYong und vertrieb einzelne Modelle unter der Marke Daewoo, was auch erklärt warum es neben dem SsangYong Chairman auch einen baugleichen Daewoo Chairman gab.
Die Plattform stammt vom Mercedes W 124
Von daher ist es kein Zufall, dass der Chairman optische Ähnlichkeiten zu Mercedes aufweist. Damit der SsangYong (bedeutet übrigens Zwillingsdrache auf Deutsch) als echte Luxuslimousine auftritt, wurde die E-Klassen-Plattform auf 5,05 Meter gestreckt – dies wird vor allem beim langen hinteren Überhang deutlich. An der Front sind deutliche Designeinflüsse der 140er-Baureihe mit einem Schuss Opel Omega B zu erkennen, wobei das Heck eher an frühe Lexus LS erinnert.

90er-Jahre-Flair: Im Cockpit trifft schwarzes Leder auf reichlich Holz. Das Infotainmentsystem ist auf Koreanisch.
Bild: Fundgarage.de
Nach unseren Informationen wurde die erste Generation des Chairman mit drei unterschiedliche Mercedes-Motorisierungen angeboten. Zur Wahl standen der 2,3-Liter-Vierzylinder (M 102) sowie zwei Reihensechszylinder (M 104) mit 2,8- beziehungsweise 3,2-Litern Hubraum und 197 respektive 220 PS. Fünfgangautomatik und Hinterradantrieb waren Standard. Der Chairman CM blieb bis Ende 2004 im Programm bevor er ab 2005 vom Nachfolger Chairman H abgelöst wurde. Verkauft wurde die außergewöhnliche Luxuslimousine hauptsächlich in Asien. Das erklärt auch, warum der Chairman in Deutschland ein seltener Exot ist.
Der Chairman kam über Umwege nach Deutschland
Über mehrere Umwege hat es ein einsamer SsangYong Chairman aber doch nach Deutschland geschafft. Die schwarze Limousine mit den grau abgesetzten Stoßstangen und Seitenbrettern wurde angeblich in Polen als Botschaftsfahrzeug eingesetzt, war zuletzt aber in Tschechien zugelassen und wird jetzt in Oderwitz, nahe der tschechischen Grenze, verkauft. Laut des Händlers "Fundgarage" wurden gerade einmal 25 Chairman nach Westeuropa ausgeliefert, wobei darunter wohl auch einige Daewoo waren Chairman waren. Interessantes Detail: Der angebotene Chairman trägt noch das alte SsangYong-Logo, das nur zwischen 1992 und 2000 verwendet wurde.

Sehr gute Ausstattung: elektrisch einstellbare Sitze mit Sitzheizung im Fond, Heckrollo und eine Bedieneinheit für das Radio.
Bild: Fundgarage.de
Auf den Bildern macht die Luxuslimousine trotz eines Kilometerstands von rund 225.000 einen gepflegten Eindruck. Äußerlich sind keine offensichtlichen Beschädigungen zu erkennen und auch der Innenraum scheint nicht verwohnt, versprüht dafür aber 90er-Jahres-Luxus vom Feinsten. Hier trifft schwarzes Leder auf reichlich Holz und viele Knöpfe. Die Ausstattung lässt kaum Wünsche offen – neben elektrisch verstellbaren Sitze vorne und hinten sind auch Sitzheizung im Fond, Tempomat, Heckrollo und mehr an Bord. Einziger Haken: Das Multimediasystem ist in Koreanisch, dafür wird der Chairman auf Wunsch inklusive neuem TÜV an den neuen Besitzer ausgeliefert.
9900 Euro soll der Exot kosten
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