Stärkstes Straßenauto der Welt
Mit 2200 PS zu Aldi

In England ist vieles möglich. Sogar Straßenzulassungen für Dragster. So kommt es, dass das stärkste Auto der Welt, der Red Victor I, ganz offiziell als Einkaufswagen im Alltag fährt - mit 2200 PS unter der Haube!
- Wolfgang Blaube
Wolverhampton nahe Birmingham ist eine jener Städte, die man nur von der Autobahn aus kennen möchte. Die Schwerindustrie-Metropole liegt mitten in einer Gegend, der einst der dreckige Auswurf der Kohleöfen ihren Namen gab: Black Country – schwarzes Land. Heute leidet Wolverhampton unter der Arbeitslosigkeit, Attraktionen sind rar. Seit sich 1992 die Glamrock-Band Slade auflöste, gab es hier nicht einmal mehr so was wie einen Lokalhelden. Inzwischen haben sie wieder einen. Einen Helden, der der Stadtjugend fast so bekannt ist wie die Queen. Sein Name ist Andy Frost, kurz Frosty. Was Frosty so berühmt macht? Sein Auto. Das heißt Red Victor I und ist nichts weniger als das schnellste straßenlegale Auto der Welt, das mit Benzin läuft. Schneller als ein Bugatti EB 16.4 Veyron mit 1001 PS? Bezüglich des Höchsttempos nicht. Der gut eine Million Euro teure Hightech-Blitz macht 407 km/h.
Gegen den Red Victor hätte selbst ein Bugatti Veyron keine Chance

Bild: Charlie Maggee
Vom braven 104-PS-Vierzylinder zum monströsen V8

Bild: Charlie Maggee
Derweil sieht Ehefrau Debbie den Verbrauch von fast 30 Litern im ungünstigen Verhältnis zur Haushaltskasse. Außerdem schickt sich das Newtonmeter-Gebirge des 7,7-Liter-V8 an, die ganze Karosserie des Victor um die Längsachse zu verdrehen. Auf eine zahmere Technik zurückrüsten? Nicht mit Frosty. Der geniale Schrauber schickt Red Victor I als Familienauto in den Ruhestand – und konstruiert einen stabilen Gitterrohrrahmen, den er mit den originalen Außenblechen beplankt. Das Werk ist 2002 vollbracht. Und erhält sogar ein MOT-Zertifikat, quasi den britischen TÜV-Segen. Denn bei allen bis August 1973 geborenen Fahrzeugen sind die Behörden extrem flexibel; ein altes Straßenauto braucht nicht viel mehr als ein paar Lampen, einen Schalldämpfer und einen Scheibenwischer... 2003 zieht eine Lachgaseinspritzung (plus 500 PS) unter der Haube ein, 2004 wächst der Hubraum auf das aktuelle Maß von 9375 Kubik, die Leistung auf 1400 PS. Die Lachgasanlage hat 2006 ausgelacht: Mister Frost hält mittlerweile reines Tankstellenbenzin für seriöser. Die Power steigt dennoch weiter an. Erst auf 2000, dann – anno 2007 – auf die heute gültigen 2200 PS. Und zwar mittels zweier Lkw-Turbolader.
Auf die Alltagstauglichkeit ist Frost besonders Stolz

Bild: Charlie Maggee
Zukunftspläne: noch größere Turbos und 3000 PS

Bild: Charlie Maggee
Fazit
Die Engländer sind leicht verrückt, das ist bekannt. Doch dieses Gerät auf die Öffentlichkeit
loszulassen, ist grenzwertig. Wir können von Glück reden, dass Andy Frost (www.redvictor1racing.co.uk) keine Ambitionen hegt, sein Auto auf deutschen Autobahnen zu testen – legal wäre es aufgrund der Zulassung. Mögliches Tempo mit längerer Übersetzung: laut Frosty über 500 km/h. Was ich dem Genius gern glaube.
loszulassen, ist grenzwertig. Wir können von Glück reden, dass Andy Frost (www.redvictor1racing.co.uk) keine Ambitionen hegt, sein Auto auf deutschen Autobahnen zu testen – legal wäre es aufgrund der Zulassung. Mögliches Tempo mit längerer Übersetzung: laut Frosty über 500 km/h. Was ich dem Genius gern glaube.
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