Elektroauto-Laden: neue Studie
E-Auto-Fahrer unzufrieden mit Bezahlmethoden

Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Uscale zeigt: Das Strom-Tanken an öffentlichen Ladesäulen funktioniert leider oft nicht so, wie es sich Autofahrer wünschen. AUTO BILD erklärt die Kritikpunkte.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
- Raphael Schuderer
Strom sollte an der Ladesäule auf jeden Fall fließen – doch auch der Geldfluss beim Elektroauto-Laden ist aus Sicht der E-Fahrer ausbaufähig. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Uscale zeigt: Die Bezahlung an öffentlichen Ladesäulen funktioniert leider oft nicht so, wie es sich Autofahrer wünschen.
Im November 2025 wurden insgesamt 1510 Fahrer reiner Elektroautos in Deutschland zu ihren bevorzugten Lade- und Bezahlmethoden befragt. "Angesichts der vielen Bezahlmöglichkeiten könnte man annehmen, dass alle E-Auto-Fahrer ihre bevorzugte Bezahlmethode finden und nutzen. Die Realität sieht anders aus: Gewünschtes und tatsächliches Verhalten liegen deutlich auseinander", erklärt Dr. Axel Sprenger von Uscale.
Plug & Charge höchste Beliebtheit
Das Ergebnis der Umfrage: Der Großteil der Befragten (40 Prozent) bevorzugt die Bezahlmethode "Plug & Charge" oder "AutoCharge". Einstecken, laden, fertig. Das Auto regelt den Rest automatisch und kommuniziert mit der Ladesäule, die Abrechnung erfolgt über ein Nutzerkonto.
E-Auto-Pionier Tesla beweist seit Langem, dass es funktioniert. Eine Direktzahlung ohne Registrierung finden immerhin 29 Prozent der Befragten akzeptabel. Wenig Zuspruch erhalten dagegen die klassische Lade-App (17 Prozent) und die Ladekarte (13 Prozent). Kurz gesagt: Je einfacher die Bezahlung, desto höher die Zustimmung beim Kunden.
In der Realität sieht das Bild allerdings anders aus: Die unbeliebtesten Bezahlmethoden werden im Alltag am häufigsten genutzt. Über die Lade-App (77 Prozent) und die Ladekarte (70 Prozent) werden die meisten Ladevorgänge durchgeführt. Ad-hoc-Laden nutzen nur 55 Prozent der Autofahrer, das beliebte "Plug & Charge"-Modell weniger als die Hälfte (49 Prozent) der Befragten.
Markt zersplittert
Ein großes Problem: "Der Markt ist zerplittert", so die Studie. Mehr als 1000 Anbieter von Lade- und Bezahllösungen konkurrieren um öffentlich ladenden E-Auto-Fahrer in Deutschland. Und jede Bezahlmethode habe ihre individuellen Vorteile: "Plug & Charge" sei besonders komfortabel, die Ad-hoc-Bezahlung ermögliche maximale Unabhängigkeit, Lade-Apps überzeugten durch hohe Transparenz, die Ladekarte stehe für Zuverlässigkeit.
Warum nutzen E-Fahrer nicht die bevorzugte Bezahlmethode?
Was hindert E-Fahrer, so zu laden, wie sie gerne wollen? Die Studie nennt drei Hauptgründe: mangelnde Verfügbarkeit, komplizierte Abläufe sowie eine schwache User Experience. "Plug & Charge" werde etwa nicht überall angeboten, zudem seien häufig hohe Roaminggebühren fällig, wenn kein Vertrag mit dem jeweiligen Anbieter besteht. Das Problem: In vielen Fahrzeugen lässt sich nur ein solcher Vertrag hinterlegen. Ad-hoc-Bezahlen ist zwar immer häufiger möglich, doch die Bedienung ist oft umständlich und wenig intuitiv.
Preis schlägt Technik
Am Ende entscheidet bei der Wahl der Ladesäule vor allem der Strompreis. In der Studie war für 47 Prozent der Befragten der Preis das wichtigste Kriterium. Nur für 32 Prozent war die Zahlungsmethode selbst ausschlaggebend. Komfort und einfache Handhabung spielen ebenfalls eine große Rolle – aber nur, wenn der Preis stimmt.
Fazit
Die Zahl der öffentlichen Ladesäulen wächst, aber bei Bezahlung und Bedienung läuft längst nicht alles rund. Diese Situation frustriert nicht nur die rund zwei Millionen E-Autofahrer in Deutschland, sondern dämpft auch die Umsteigelust bei den Abermillionen, die noch mit Benziner und Diesel unterwegs sind.
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