Tesla macht seine Mitarbeiter in der Gigafactory Berlin-Brandenburg zu Lehrmeistern für den werkseigenen Roboter Optimus, berichtet das "Handelsblatt". Die Zeitung bezieht sich dabei auf eine E-Mail des Autoherstellers an die Belegschaft: Tesla will die Bewegungsdaten von Beschäftigten dazu nutzen, den humanoiden Roboter Optimus zu trainieren.
Dazu sollen ausgewählte Teams während der Arbeit Kameras tragen. Die gewonnenen Aufnahmen sollen der Roboter-Intelligenz zeigen, wie Menschen Werkzeuge greifen, Bauteile bewegen und einzelne Arbeitsschritte miteinander verbinden.

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Der Roboter Optimus ist Elon Musks nächste Wette auf die Zukunft. Im März 2025 äußerte der Tech-Milliardär, der Roboter hätte das Zeug, zum „mit Abstand größten Produkt aller Zeiten“ zu werden. Dazu benötigt Optimus allerdings möglichst viele reale Bewegungsdaten, um menschliche Abläufe nachbilden zu können.

"Hier wird an der Zukunft gearbeitet"

"Wenn Ihr also nach den Sommerferien in der Fabrik Kollegen mit Ghostbusters-ähnlichen Rucksäcken bei der Arbeit seht, wisst Ihr: Hier wird an der Zukunft gearbeitet", heißt es in der internen Mail an die Belegschaft über die Technik-Rucksäcke mit dem nötigen Equipment zur Arbeitsaufzeichnung. Seit dem 3. August 2026 laufen die Bänder in Grünheide wieder, die Betriebsferien sind beendet. Es werden also bereits fleißig Daten gesammelt.
Tesla humanoider Roboter Optimus
Tesla beschreibt Optimus auf der Website als "universellen, autonomen humanoiden Roboter mit zwei Beinen, der unsichere, sich wiederholende oder langweilige Aufgaben ausführen kann".
Bild: Hersteller
Auch an US-Standorten setzt der Konzern für das Training von Optimus bereits eigens eingestelltes Personal ein. Die sogenannten Data Collection Operators (übersetzt in etwa: Datenerfassungsmitarbeiter) bekommen Stundenlöhne zwischen 25,25 und 34,50 Dollar (ca. 22 bis 30 Euro). Sie führen über längere Zeiträume vorgegebene Bewegungsabläufe aus, aus denen Trainingsdaten für den Roboter gewonnen werden.

Eine Million Optimus pro Jahr geplant

Produktionsstandort von Optimus ist aktuell die Gigafactory Fremont (Kalifornien). Die Tesla-Modelle S und X sind ausgelaufen, die freien Produktionskapazitäten werden für den Roboterbau genutzt. Geplante Produktionskapazität: eine Million Optimus pro Jahr! Aber auch in Berlin könnten langfristig Roboter entstehen.
Auf der Tesla-Website heißt es zur Gigafactory Berlin-Brandenburg: "Stellt das Model Y her und wird Batterien und mehr produzieren." Die Herstellungskosten in der Massenproduktion will Tesla unter 20.000 US-Dollar (rund 17.300 Euro) senken.

Auch in Süddeutschland wird für Optimus getüftelt

Parallel baut Tesla in Holzgerlingen (Baden-Württemberg) offenbar ein Entwicklerteam für Robotik auf und sucht aktuell über Stellenanzeigen nach Spezialisten. Ingenieure sollen dort Bauteile entwickeln und die spätere Serienproduktion vorbereiten. Den Standort hatte die Konzerntochter Tesla Automation Anfang März 2025 in weiten Teilen vom insolventen Maschinenbauer Manz übernommen.

Tesla aktuell nur Rang 9 im Roboterbau

Elon Musk geht davon aus, dass Roboter den Alltag in Zukunft massiv verändern, den Menschen lästige Arbeit abnehmen und zum Wohlstand für alle beitragen. Im Dezember 2025 konnten Interessierte in Berlin Optimus bereits beim Popcorn-Machen auf die Finger schauen. Das US-Unternehmen ist sich bewusst, dass bei der Optimus-Entwicklung zahlreiche harte Nüsse zu knacken sein werden. So schreibt Tesla zum Optimus-Projekt auf der Firmenwebsite: "Wir suchen Ingenieure [...], um einige unserer schwierigsten technischen Herausforderungen zu lösen." Den Marktstart für Optimus hat Elon Musk für Ende 2027 angekündigt.
Aber Tesla ist nicht das einzige Unternehmen, das an menschenähnlichen Robotern arbeitet. Der chinesische Autohersteller XPeng etwa tüftelt am Roboter Iron, zahlreiche andere Unternehmen arbeiten auch an menschenähnlichen Robotern. Nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens Omdia hätten alle Hersteller gemeinsam 2025 rund 13.000 humanoide Roboter ausgeliefert, von Tesla stammten nach diesen Daten etwa 150 Stück. Damit liegt der US-Autobauer aktuell nur auf Rang neun der Robo-Schmieden.