Allüberall beim Feinkostfritzen sah ich lecker Lebkuchen blitzen – jetzt schon an Weihnachten denken lässt sich leider nicht verhindern, nervt aber gewaltig. Es sei denn, wir konzentrieren uns auf die Adventszeit und ausnahmsweise mal nicht auf vier Kerzen, sondern auf vier Ringe. Anfang Dezember beschert uns { "alias": "lex", "anchor": "", "bid": "481436", "element": "ir_link", "params": "", "target": "", "text": "Audi", "type": "b", "url": "" } nämlich den neuen A4. Ob die neue Mittelklasse aus Ingolstadt wirklich zu fröhlichen Feiertagen führt, wollen wir aber nicht dem Weihnachtsmann überlassen. Also setzen wir neben den A4 2.0 TDI auch einen Mercedes C 200 CDI auf unseren Wunschzettel und vergleichen beide miteinander. Unmittelbar nach dem Auspacken wird klar, dass Stuttgart sich ziemlich warm anziehen muss. Der um fast zwölf Zentimeter gewachsene A4 beeindruckt mit eleganter Linienführung und prallen Proportionen. Dagegen wirkt die gewiss nicht missratene C-Klasse auf den Betrachter eher unspektakulär.

Die Qualität des Audi duftet innen wie außen stärker nach Premium

Steigen wir ein, verstärkt sich dieser Eindruck noch. Brav und fast schon bieder empfängt uns die C-Klasse, modern und durchaus modebewusst der A4. Dazu kommt, dass die Qualität des Audi innen wie außen stärker nach Premium duftet, die Ambition-Sportsitze dem Fahrer noch mehr Unterstützung gewähren als das schon sehr ordentliche Mercedes-Mobiliar, und dass Reisende im Audi durchweg etwas mehr Platz vorfinden. Hier macht sich der auf 2,81 Meter gespreizte Achsabstand des A4 angenehm bemerkbar. Glaubt man Audi, dann soll der A4 aber vor allem beim Fahren zu neuer Größe gefunden haben. Den versprochenen Dynamikgewinn müssen wir denn auch nicht lange suchen. Neutral bis leicht untersteuernd hetzt der Audi durchs Kurvenlabyrinth und erreicht dabei eine für Fronttriebler bemerkenswerte Agilität. Direkt ansprechende Lenkung, kurz geführte Schaltung, wenig Schaukelneigung der Karosserie – Respekt. Da kann der stärker wankende, nicht so direkt den Lenkbefehlen gehorchende und insgesamt behäbiger wirkende Benz nicht mithalten.

Der Komfort bleibt Mercedes-Revier

Trotz der 17-Zoll-Räder schluckt der C 200 die meisten Stolperfallen souverän.
Doch, liebe Stuttgarter, Ihr müsst nicht alles glauben, was Ingolstädter Marketing-Poeten sich so ausdenken. Der Komfort bleibt in diesem Vergleich jedenfalls Mercedes-Revier. Trotz der 17-Zoll-Räder aus dem Avantgarde-Paket schluckt der C 200 die meisten Stolperfallen souverän – nur lange Wellen lassen ihn bedächtig nachschaukeln. Der A4 Ambition muss 17-Zoll-Alus und Sportfahrwerk dagegen mehr Tribut zollen. Insbesondere Absätze und Querfugen sorgen im hart ansprechenden Audi für Unruhe unter den Passagieren, verpassen dem ganzen Wagen immer wieder unfeine Aufwärtshaken. Was den Audi auf der Rennstrecke in einen wahren Spaß-Sportler verwandelt, lässt ihn in Alltag und Familienurteil eher schlecht aussehen. Die Ambition-Ausstattung können Sie sich also getrost schenken.
Allererste Wahl sollte dagegen der Zweiliter-TDI mit 143 PS sein. Der Common-Rail-Motor, der im { "alias": "lex", "anchor": "", "bid": "482884", "element": "ir_link", "params": "", "target": "", "text": "VW", "type": "b", "url": "" } Tiguan  mit 140 PS schon eine erste Kostprobe seinen Könnens gab, bietet praktisch keinen An- lass zur Kritik. Mit leisem Singen geht der Vierzylinder ans Werk. Spätestens ab etwa 1500 Touren gehört das ohnehin nicht sehr tiefe Turboloch in die Abteilung "Es war einmal...", entfaltet der Vierventiler seine gewaltigen 320 Nm Drehmoment zur (beinah) endlosen Geschichte, kennt die Audi-Fuhre nur noch die rasante Flucht nach vorn. Bis über 5000 Umdrehungen dreht dieser Superdiesel, der sich im Mittel dennoch mit 6,4 Litern pro 100 km begnügt. Wenn man am Antrieb nörgeln will, dann darüber, dass ihm moderne Spar-Tricks à la { "alias": "lex", "anchor": "", "bid": "481315", "element": "ir_link", "params": "", "target": "", "text": "BMW", "type": "b", "url": "" } komplett fehlen.
Doch auch der Common-Rail-Diesel von Mercedes muss ohne besondere Knauser-Kniffe auskommen, genehmigt sich sogar noch 0,4 Liter mehr als der Audi. Erstaunlich, denn dem ebenfalls laufruhigen, gemessen aber etwas lauteren 2,1-Liter-Motor aus Stuttgart fehlt untenrum der Dampf und obenraus die Drehfreude. Mit dem gerade mal sieben PS stärkeren TDI kann es dieser CDI jedenfalls in keiner Disziplin aufnehmen. Auch beim Preis scheint der A4 2.0 TDI Ambition mit 32.350 Euro die Nase vorn zu haben, kostet der Mercedes C 200 CDI Avantgarde doch immerhin 34.010 Euro. Doch dem A4 fehlt gegenüber der C-Klasse auch einiges an Ausstattung. Das beginnt bei der Heizung für die elektrisch verstellbaren Außenspiegel und hört beim Reifendruck-Kontrollsystem noch lange nicht auf. Scheint so, als ob wir auf dem Wunschzettel für Audi noch ein paar Zeilen mehr einplanen müssen.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka

Am Ende kann der neue A4 die Mercedes C-Klasse überraschend deutlich auf Platz zwei verweisen. Die Ursache dafür liegt vor allem im wunderbaren Common-Rail-TDI des Audi, gegen den der CDI von Mercedes in keiner Disziplin eine Chance besitzt. Dazu kommen dann noch der größere und fei- ner gemachte Innenraum sowie der günstigere Basispreis des A4. Da reicht es für die C-Klasse nicht mehr, dass sie komfortabler und besser ausgestattet ist.