Test BMW 335i/Mercedes C 350
Dynamik im Dienstwagen

Ein klassischer Zweikampf mit klassischen Verkaufsschlagern: C-Klasse gegen Dreier. Mit neuer Dynamik und kraftvollem V6 will Mercedes den Erzrivalen BMW ausbremsen
Gefühlt ist das Duell 3er gegen C-Klasse so alt wie Wettkämpfe im Speer- oder Diskuswerfen. Der besondere Zweikampf zwischen BMW und Mercedes fußt scheinbar auf einer ähnlich langen Tradition wie die antiken Disziplinen. Bis heute sind die Spiele die gleichen – allerdings nehmen ständig andere Wettkämpfer teil. Aktuell heißt das: Der 3er-BMWder Baureihe E90 trifft auf die brandneue Mercedes C-Klasse W 204. Und damit steht BMW – zumindest aus sportlicher Sicht – erstmals einem ebenbürtigen Gegner gegenüber. Denn mit der aktuellen Generation des beliebten Dienstwagens hat Mercedes nicht nur eine völlig neue Limousine auf die Reise geschickt. Generation Nummer drei fliegt mit verbesserter Technik und neuem Anspruch weiter denn je in Richtung Dynamik. Kann die aktuelle C-Klasse so den direkten Konkurrenten überflügeln? Wir lassen die beiden starken Benziner C 350 und 335i zum Wettkampf antreten.
Mercedes baut auf 3,5-Liter-V6 mit 272 PS
In dieser Leistungsliga spielt jeder nach eigenem Reglement. Mercedes baut auf einen hubraumstarken 3,5-Liter-V6 mit 272 PS, die Bayern setzen einen klassischen Dreiliter-Reihensechser – allerdings mit doppelter Turbo-Aufladung – und 306 PS ein. Der Trick mit zwei nebeneinander geschalteten Turbos beschert BMW nicht nur das enorme Drehmoment-Pfund von 400 Newtonmetern bei geringen 1300 Touren. Benzindirekteinspritzung und die Nockenwellenverstellung Doppel-Vanos machen daraus einen Sportmotor der Extraklasse: Mit Dampf aus allen Lagen bei gleichzeitig hemmungsloser Drehfreude und berauschendem Klang. So viel tolle Technik kostet. Mindestens 40.800 Euro sind für einen 335i fällig. Dazu kommen 2160 Euro für eine Sechsstufenautomatik. Denn Mercedes stattet den C 350 ab Werk stets mit einer sanft schaltenden Siebenstufenautomatik aus – für ganz schön deftige 44.328 Euro.
C-Klasse mit AMG-Sportpaket aufrüstbar

Dass zum Beispiel größere Driftwinkel bei Mercedes unerwünscht sind, merkt der Fahrer am Eingriff der Pre-Crash-Maßnahmen. Deutlich gesagt: Dort, wo der 3er im Grenzbereich anfängt Spaß zu machen, vermutet die C-Klasse höchste Gefahrenstufe, zieht die Gurte stramm und schließt sogar das Schiebedach. Auch die Automatik zieht ihre vom Programmierer eingeimpfte Sicherheitslogik durch. Tritt der Fahrer das Gaspedal weiter durch, schaltet das Getriebe auch auf manuelle Impulse nicht hoch. Erst bei Höchstdrehzahl geht es eine Stufe weiter, weil die maximale Beschleunigung stets Vorrang vor den Wünschen des Piloten hat. Ganz klar, die Bayern geben ihrer Kundschaft mehr sportlichen Spielraum.
Der BMW 335i macht es dem Sportfahrer leicht
Das DSC lässt sich zweistufig deaktivieren. Wie scharf der Fahrer den 3er dann bei abgeschaltetem System fordert, bleibt letztendlich ihm selbst überlassen – und nicht der Elektronik. Ohnehin macht es der 335i dem Sportfahrer leicht. Die schwergängige, aber feinfühlige Lenkung erlaubt präzises Steuern, und das stramme Fahrwerk hält den 3er bestens auf Linie. Knüppelhart wird er dadurch allerdings nicht. Trotz der knackigen Federung rollt der 335i sogar besser über schlechte Straßen als die bei hohem Tempo eher stoßig federnde C-Klasse. Und das ist für den uralten Wettkampf zwischen BMW und Mercedes alles andere als typisch.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn

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