Ja doch, wir haben verstanden: Wir sind zu fett. Alles ist zu fett – wir, unser Essen und vor allem unsere Autos. Nur unser Gehalt nicht, das bleibt mager. Was tun? Sie wissen ja: "Das Erste, was man bei einer Abmagerungskur verliert, ist die gute Laune." Der Spruch stammt von Gert Fröbe, ist aber zeitlos. Und wenn uns noch etwas bei Laune hält, dann der fahrbare Untersatz – nicht nur, aber auch. Möge der Staat im Konzert mit den Ölbaronen und den Weltuntergangs-Propheten auch alles daran setzen, dass uns dieser Genuss sauer aufstößt. Trotzdem: Nehmen wir die Vertreter der aktuellen Premium-Mittelklasse. Sie haben genügend Platz, bieten jede Menge Wohlfühlkomfort, sind genügsam, und dennoch geht es ordentlich voran. Brauchen wir da wirklich die Nummer größer, um glücklich zu sein? Sicher, wer gewöhnt ist, in einen Audi A6, einen BMW 5er oder in die E-Klasse mit dem Stern einzusteigen und den Sechszylinder zu zünden, ist verwöhnt. Aber kleiner kann ja auch feiner sein, handlicher, agiler, flinker. Mal abgesehen davon, dass die Schrumpfkur nicht nur den Geldbeutel, sondern auch das Gewissen schont. Was die Nachbarn denken? Die Gefahr, als Absteiger unter Armutsverdacht zu geraten, ist zwar nicht von der Hand zu weisen, war aber nie so gering wie heute. Schließlich haben sich die Zeiten geändert: Schlank ist Smart, das gilt zunehmend auch fürs Auto. Downsizing heißt das auf Neudeutsch, und wir haben es ausprobiert. $(LB335837:Audi A4 2.0 TDI)$ statt A6 2.7 TDI, BMW 318d statt 530d, Mercedes C 200 CDI statt E 300 CDI. Premium-Fahren auf kleinerer Flamme: Wollen wir das wirklich?
Wie sich unsere sechs Kandidaten geschlagen haben, sehen Sie in der Bildergalerie.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Wolfgang König

Downsizing, sprich Schrumpfen, ist keine Schikane und schon gar keine Mode. Es ist die pure Notwendigkeit, zumindest was das Auto betrifft. Da sollte der gesunde Menschenverstand zur Einsicht genügen. Wobei übrigens weniger die Rolls-Royce- und Ferrari-Besitzer in der Pflicht stehen, sondern wir, die Masse. Denn die Masse macht's. Und A6, 5er sowie die E-Klasse sind daran nicht unerheblich beteiligt. Die hier vorgeführte Diät beweist: Es geht auch eine Nummer kleiner, und zwar erstaunlich gut. Wir müssen uns nur überwinden. Wobei die Sache vor allem dann Sinn macht, wenn der Klassenwechsel auch unter der Haube stattfindet; kleineres Auto, kleinerer Motor. Dass dabei nicht nur die Umwelt, sondern auch der Geldbeutel lacht, ist ja auch nicht schlecht.