Mercedes-Akku lädt Strom für 300 Kilometer in fünf Minuten
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Während Toyota, BYD und andere den Feststoffakku noch ankündigen, hat Mercedes eine Batterie dieses Typs zur Serienreife gebracht – sie wurde vom TÜV zertifiziert. Die Leistungsdaten des Super-Akkus sind herausragend!
Bild: Mercedes
Einem engen Partner von Mercedes ist ein beachtlicher Fortschritt bei der Entwicklung des Feststoffakkus gelungen: Ein sehr effizienter Energiespeicher dieses neuartigen Typs wurde Anfang Dezember vom TÜV Rheinland in Taiwan zertifiziert. Entwickelt und produziert wurde das Vorserienmodell in einer "Technologiepartnerschaft" mit dem taiwanesischen Unternehmen ProLogium, an dem Mercedes – neben Investoren aus China, Korea und Vietnam – beteiligt ist.
Prologium nennt den Speicher "Lithium-Keramik-Akku", sein Elektrolyt besteht aus leitfähiger Keramik. Offensichtlich ist also bei der langen Suche nach einem leitfähigen Keramik-Elektrolyt für Elektroauto-Akkus ein Durchbruch erzielt worden. Und das "ein Jahr vor dem Zeitplan", wie Prologium hervorhebt. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als den "einzigen Hersteller von Feststoffakkus, der bereits in die Massenproduktion gegangen ist".
Feststoffakkus werden allgemein als fortschrittliche Nachfolger der aktuellen Batterie-Technologie angesehen – viele betrachten sie als wahre Wunderakkus, die Elektromobilität endgültig auf das Komfort-Niveau von Verbrennern heben werden. Viele Hersteller, darunter Toyota und BYD, forschen an solchen Batterietypen. Diese Stromspeicher funktionieren im Prinzip wie die derzeitige Generation mit Lithium als wichtigstem Rohstoff für die Elektroden.
Wesentlicher Unterschied ist der Elektrolyt: Er ist nicht flüssig, sondern fest. Damit kann der Separator zwischen Anode und Kathode entfallen, was bis zu einem Viertel Gewichtsersparnis verspricht und erheblich weniger Volumen beansprucht. Darüber hinaus sind Festkörperbatterien, wie sie auch genannt werden, weit weniger empfindlich gegen Temperaturschwankungen. Und sie ertragen weit höhere Ladeleistungen als bisher.
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Schon die Zertifizierung durch ein taiwanesisches Tochterunternehmen vom TÜV Rheinland weckt hier hohe Erwartungen: Demnach weist der Akku eine Energiedichte von exakt 359,2 Wh pro Kilogramm aus. Aktuelle Akkus mit Lithium-Eisenphosphat-Kathoden in Großserien-Elektroautos erreichen maximal etwa 150 Wh/kg. Somit käme der Prologium-Festkörperakku auf weniger als das halbe Gewicht im Verhältnis zu seinem Speichervermögen, die Reichweite bei gleichem Gewicht würde sich mehr als verdoppeln. Bei den leistungsfähigeren, aber empfindlicheren Akkus auf Basis von Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt ist der Kontrast fast ebenso groß, zeitgenössische Produkte erreichen bis zu 200 Wh/kg.
Der Fiat 500 Elektro ist wie viele Elektroautos mit Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Akkus ausgestattet. Die kleine Batterie mit 21,3 kWh Speichervermögen hat eine Energiedichte von etwa 130 Wattstunden – fast nur ein Drittel von dem, was ProLogium für seinen Feststoffakku verspricht.
Bild: Hersteller
Energie für 300 km in nur fünf Minuten laden
"Ein Meilenstein nach 18 Jahren unnachgiebiger Bemühungen, den technologischen Herausforderungen zu begegnen", lässt sich Gründer und CEO Vincent Yang in einer Pressemitteilung zitieren. Auch die Ladeleistung soll erheblich gesteigert worden sein: ProLogium erwähnt, dass der Prototyp in fünf Minuten genügend Energie für 300 km speichern könne. Damit werde "neu definiert, was in der Industrie als Schnellladen verstanden wird".
Der Elektrolyt besteht laut Kurzbeschreibung aus mehreren Schichten (Layers) einer leitfähigen Keramikvariante. Zusätzliche Leistungsfähigkeit entspringt der weltweit ersten Anode aus 100 Prozent Silikon-Komposit. Yang zufolge seien in die Produktion die Erkenntnisse aus Hunderten von Patenten eingeflossen.
Der Mercedes-Partner verspricht sich von dem Produkt insbesondere eine Gewichtsersparnis, die Elektroautos noch effizienter machen würde. Auf der Technologie-Messe Consumer Electronics Show (CES) Anfang Januar 2025 in Las Vegas will Prologium weitere Details verraten. Die neue Akkugeneration soll ab 2030 in Mercedes-Modellen in Serie installiert werden.