Beim BMW 3er der Generation E36 genügt bereits der 320i, um einen Sechszylinder zu fahren. Viel Bums ist mit 150 PS trotzdem nicht in der Bude, und spürbar mehr Leistung ist nur mit viel Aufwand zu holen. Eine Lösung für dieses Problem ist ein Motortausch. So ging auch Luca Schmitt bei seinem 1993er BMW 320i vor und verpflanzte gleich den Reihensechser aus dem E36 M3 in sein Coupé. Auch sonst schreit sein Youngtimer mit jeder Faser "Tourenwagen". Damit will der 24-Jährige bei der Tuning Trophy Germany, bei der Sidney Hoffmann und seine Co-Juroren das beste Tuning-Auto Deutschlands suchen, abräumen.

Teile aus zwei Generationen M3

Tuning Trophy Germany   BMW E36 320i
Motorhaube und der Kofferraumdeckel bestehen aus Carbon. 318 is-Schriftzug für etwas Understatement.


Im Bug des 320i schlägt ein S50B30-Herz, der Dreiliter-Reihensechszylinder-Sauger aus dem E36 M3. Der leistet in der Serie 286 PS. Luca Schmitt bearbeitete das Aggregat noch einmal kräftig und holte 390 PS heraus. Bei 1200 Kilogramm Leergewicht resultiert das in einer 0-100-Beschleunigung von deutlich unter fünf Sekunden. Bei diesen Daten muss auch die Verzögerung stimmen. Bremsenseitig kommt deshalb eine Eigenbau-Lösung mit Teilen von Endless, Parox und diverser BMW-Modelle zum Einsatz. Ein E46 M3 diente als Spenderfahrzeug für die komplette Vorderachse. An der Hinterachse sorgt ein Sperrdifferenzial für die Kraftverteilung, Fahrwerksseitig ist ein Moton Clubsport-Gewinde verbaut. In den Radhäusern drehen sich Motec-Felgen mit 265er Dunlop-Semislicks rundum.

Komplett leergeräumtes Cockpit

Tuning Trophy Germany   BMW E36 320i
Bis auf die Tachoeinheit und den oberen Teil des Armaturenbretts erinnert nichts mehr an das Basisauto.

Der Innenraum präsentiert sich vollständig leergeräumt. Türen aus GFK und Scheiben aus Makrolon drücken das Gewicht weiter. Für die Sicherheit sorgen eine Einschweißzelle sowie Rennschalensitze samt Hosenträgergurten. Um der Rennsporttechnik auch optisch Rechnung zu tragen, installierte der Besitzer Carbon-Teile, einen Heckflügel und ein Widebodykit. Letzteres imitiert den E36 GTR und lässt den BMW pro Seite acht Zentimeter in die Breite wachsen. Luca Schmitt bewegt das Auto regelmäßig artgerecht auf Rennstrecken. Seine Rekordzeit auf der Nordschleife: 7:19 Minuten. Ab dem 27. September muss sich der 320i/M3 dann auf DMAX gegen Audi 100 S4 und Opel GT behaupten. Man darf gespannt sein, welches dieser Autos sich in der ersten Runde der Tuning Trophy Germany behauptet.