Bei der Tuning Trophy Germany von DMAX und AUTO BILD wird das beste Tuning-Auto Deutschlands gesucht. Dabei müssen sich Sidney Hoffmann und seine Co-Juroren zwischen 21 Fahrzeugen entscheiden, die verschiedener nicht sein könnten. Ein Vertreter der Oldschool-Liga ist der 1969er Opel GT von Günther Zerbe. Der Rüsselsheimer Sportwagen wurde lange als Miniatur-Version der Corvette C3 belächelt. Der stiehlt Zerbes getunter GT jetzt die Show. Als der 48-jährige den GT 2018 gekauft hatte, war der kleine Sportwagen bereits umfangreich getunt. Zerbes Ziel: Das zeitgenössische Tuning der vergangenen Jahrzehnte so gut wie möglich konservieren.

Keine Klappscheinwerfer mehr

Tuning Trophy Germany   Opel GT
Sicken und Spaltmaße wurden geschlossen, die Schürzen gehen jetzt nahtlos in die Karosserie über.

Per Widebodykit wächst der kleine Sportwagen extrem in die Breite. Seitenschweller, Heck- und Frontschürze mit großen Lufteinlässen und riesigem Schwert geben ihr Bestes, um den Auftritt noch brutaler zu machen. Das Bodykit wird längst nicht mehr produziert. Zerbe ist nur noch eine weitere Frontstoßstange bekannt, die aktuell in England zum Verkauf steht. Nachhaltig verändert wird der Look auch durch die fehlenden Klappscheinwerfer. Stattdessen wurden fest installierte Strahler im unteren Teil der Frontschürze verbaut. Dieser Umbau geschah samt Zulassung in den 1970ern und wäre heute nicht mehr zulassungsfähig. Zu den weiteren Umbaumaßnahmen gehören 17-zöllige O.Z.-Alufelgen im Y-Speichen-Design und der schlumpfblaue Lack.

Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber

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Die dunkelblaue Innenausstattung passt zur Außenfarbe. Rundinstrumente mit klassischem Zifferblatt.

Im Innenraum nehmen die beiden Passagiere auf Sportsitzen mit separaten Kopfstützen Platz. Dazu wurden Schroth-Vierpunktgurte, ein Sportlenkrad und eine Eigenbau-Mittelkonsole installiert. Dort sitzen jetzt diverse Zusatz-Anzeigen sowie die Schalter für die elektrischen Fensterheber. Das gab es ab Werk genauso wenig wie die Zentralverriegelung und den Motor-Startknopf. Die Features wurden von Zerbe nachgerüstet, um die Alltagstauglichkeit und den Komfort zu verbessern.

75 PS mehr als die Serie

An der Technik-Front wurde ebenfalls einiges verändert. Der originale Motor machte dem C20XE aus dem Calibra 16V Platz, einem Zweiliter-Vierzylinder-16V mit 150 PS. Der Motor wurde noch vom Erstbesitzer eingebaut und arbeitet schon seit 1992 im GT. Mit einigen Zusatzmaßnahmen leistet das Aggregat im GT jetzt 165 PS. Nicht viel weniger als die 200-SAE-PS einer 1972er Basis-Corvette C3, und ein großer Sprung gegenüber den schmächtigen 90 PS im Original-GT. Edelstahl-Auspuffanlage, Koni-Dämpfer und eine Bremsanlage mit Opel- und Porsche-Teilen tun ein Übriges, um Sound und Fahrverhalten zu optimieren.
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Der Kühler rückte nach vorne, um genügend Platz für den geplanten Sechszylinder zu machen.

Fertig ist der Opel GT noch lange nicht. Für die Zukunft plant Zerbe einen Umbau auf Sechszylinder-Motor. Vorerst muss das Calibra-Aggregat genügen, um ab dem 27. September bei der Tuning Trophy Germany gegen BMW 320i und Audi 100 S4 zu bestehen.