Umfrage zur Bundestagswahl: Tempolimit
So denken die Deutschen über ein Tempolimit

Bild: Michael Bihlmayer
Eines der Brandthemen für Autofahrer ist seit vielen Jahren ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Es ist die heilige Kuh der Verkehrsthemen, über kaum eine andere Regel wird so heftig gestritten. Die Autobahnen prägen den Ruf des Landes in der Welt, die begrenzungsfreie Fahrt beschäftigt Menschen weltweit, wie hier Tom Hanks in einem legendären Video.
Die Befürworter pochen auf individuelle Freiheit und den Wert freier Autobahnfahrt für den Autostandort Deutschland. Die Gegner argumentieren mit Umweltaspekten und der Möglichkeit, die Sicherheit auf den Fernstraßen mit einem Schlag zu verbessern.
Was die Umfrage ergeben hat
Naturgemäß beziehen auch die für den Bundestag kandidierenden Parteien Stellung zur Geschwindigkeitsbeschränkung. Kurz vor der Bundestagswahl hat der Online-Automarkt Autoscout24 (ein Partner von AUTO BILD) unter Autohaltern eine Umfrage zu wichtigen Verkehrsthemen gestartet. Dabei wurde auch über ein Tempolimit abgestimmt.
Ergebnis: 53 Prozent der Befragten, eine absolute Mehrheit, sprechen sich für ein Tempolimit aus. Die Positionen der Parteien dazu: Die SPD, die Grünen wie auch die Linke sind für ein Tempolimit. Die Union aus CDU/CSU, die FDP und auch die AfD sind gegen eine Tempobegrenzung auf Autobahnen. Nicht ganz die Mehrheit der Befragten, (47 Prozent) stimmte für ein Zurücknehmen der Tempo-30-Zonen auf Hauptstraßen.
Zwei Drittel für Technologieoffenheit
Leichter fällt den 1002 Befragten, die repräsentativ ausgesucht wurden, die Zustimmung zu einem anderen Thema: Bei der Frage, welche umweltfreundliche Antriebsart neben den E-Autos zu fördern wäre, sprachen sich mit 67 Prozent zwei Drittel der Befragten für "Technologieoffenheit" aus. Das ist die von Union, FDP, AfD und Freien Wählern geforderte Formulierung. Damit ist neben der weiteren Entwicklung von Elektrofahrzeugen auch die Forschung an Antrieben per E-Fuels, Wasserstoff und Biokraftstoffen wie HVO gemeint.
Mehr Ladesäulen, weniger Individualverkehr
Weitere mehrheitliche Forderung, die in der Umfrage erhoben wurde, ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos, für den sich 66 Prozent der Befragten aussprachen. Dagegen waren 21 Prozent. Die andersherum gestellte Forderung, wonach keine öffentlichen Mittel mehr in Ladesäulen für E-Autos fließen sollten, unterschrieb nicht mal ein Drittel der Umfrageteilnehmer, während sich 49 Prozent für weitere Staatsgelder für Ladesäulen aussprachen.

Den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur befürworten laut Umfrage viele Deutsche.
Bild: DPA
Fast zwei Drittel gegen das Verbrenner-Aus
Ebenso stark erscheint das Engagement zum Verbrenner-Aus, das die EU ab 2035 vorsieht: Laut Umfrage sind 62 Prozent dagegen, nur 25 Prozent für dessen Beibehalten. Eine Mehrheit (53 Prozent) sprach sich für mehr umweltfreundliche Alternativen zum Autoverkehr aus, was durch den Ausbau von Bus- und Bahnlinien erzielt werden soll – 35 Prozent der Befragten sind dagegen.
Was soll aus der Pendlerpauschale werden?
Sehr gemischt fällt das Umfrageergebnis in Sachen Pendlerpauschale aus, mit der Berufspendler für ihre Fahrtkosten entschädigt werden: Laut Umfrage wollen 30 Prozent sie beibehalten. Aber auch 31 Prozent sind fürs Abschaffen, und mit 39 Prozent ist mehr als ein Drittel unentschlossen, was von beidem besser wäre.
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